An einem Drehort einer Berliner Filmproduktion wird eine entsetzlich verstümmelte Leiche
gefunden. Nach ein paar Tagen stellt sich heraus: dies bleibt kein Einzelfall. Kommissarin Paula
Zeisberg hat nun mit der Aufklärung der Morde alle Hände voll zu tun, obwohl sie doch viel lieber
die Zeit mit ihrer Schwester und deren Sohn verbracht hätte, die bei ihr zu Besuch sind. Als
plötzlich ihr Neffe verschwindet, stellt sich der Fall als viel verstrickter heraus, als er bisher zu sein
schien.
Andrea Vanoni ermöglicht mit diesem Buch einen interessanten Einblick in die Welt des Films und
die sehr gut recherchierten Fakten über die Arbeit einer Kriminalkommissarin machen ihre
Tätigkeiten sehr authentisch. Die sich zwischen der Kommissarin und dem Täter abwechselnden
Perspektiven inszenieren zunächst eine kribbelnde Spannung und erleichtern es dem Leser, sich
in die Figuren hineinzuversetzen, was einem besonders die Psyche des Täters näher bringt. Auch
dessen Hintergrundgeschichte wird erzählt, was das Buch nochmal interessanter macht.
Allerdings kann man dennoch keinen Grund seitens des Täters für die Verstümmelungen der
Leichen finden; die Geschichte wäre auch ohne diese zurecht gekommen. Leider erscheint auch
die Entführung des kleinen Jungen wenig glaubhaft, welcher weder weint noch Angst hat, sondern
bereitwillig mit dem Täter mitgeht und bei ihm wohnt. In der Realität wären solche Situationen eher
nicht denkbar. Auch das Ende ist wenig spektakulär; sowohl das Auffinden des Jungen als auch
des Täters geschieht sehr prompt und löst mit einem Mal die zuvor kreierte Spannung auf relativ
plumpe Weise - Schade!
Alles in allem ist das Buch in Ordnung; es lässt sich gut lesen und baut auch Spannung auf, eben
bis auf das Ende. Aber es gibt bessere Thriller von Andrea Vanoni!