5.0 von 5 Sternen Packend und authentisch, 25. März 2006
Ich habe diesen Film zuerst im Babylon-Mitte in Berlin gesehen. Als Schwarzweiß-Film der 50er Jahre überzeugt er durch emotionale Ausdruckskraft, Nähe zum Kriegsgeschehen bzw. der Kunst, Gefühlsregungen mit einem wachen und sehr ruhigen Auge vor der Kamera sich entfalten zu lassen. Das Zeitgefühl war damals noch ein anderes.
Fast siebzig Jahre später ist es durch den zeitlichen Abstand viel schwieriger geworden, einen Spielfilm zu drehen (siehe "der Pianist" oder "Schindler's Liste"), der die Mentalität der Kriegszeit so authentisch nachempfinden kann. Deshalb ist dieses Genre, dass von Falk Harnack, Bernhard Wicki und Wolfgang Staudte verkörpert wird (um nur die zu nennen, die mir gerade einfallen) inzwischen wirklich einzigartig.
Mindestens zwanzigtausend Deserteure - manchmal bloß Menschen, die sich einen Widerspruch geleistet haben - wurden während des Krieges hingerichtet, so dass die Handlung der 'Unruhigen Nacht' einen realen Hintergrund hat.Mir hat besonders gefallen, dass die Schauspieler den Charakter der Kriegsteilnehmer genau so darstellen, so wie ich sie von den Kriegserzählungen meiner Verwandten her kannte bzw. sie mir als Kind aus den späten Fünfzigern, frühen Sechzigern in blasser Erinnerung sind.