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Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen [Audiobook, CD] [Audio CD]

Sabine Rückert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)

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Kurzbeschreibung

6. September 2007
Eine junge Frau beschuldigt Vater und Onkel, sie vergewaltigt zu haben. Ein Landgericht schickt die Männer für viele Jahre ins Gefängnis - zu Unrecht, wie sich jetzt herausgestellt hat. Ein haarsträubendes Lehrstück über Richter, die im blinden Glauben an die Behauptungen eines "Opfers" die Fakten verkennen. Sabine Rückert erzählt eine unglaubliche und doch wahre Geschichte: die des ersten Justizirrtums in Deutschland, der aufgrund journalistischer Nachforschungen aufgedeckt wurde. In den Jahren 2001/2002 recherchiert die Gerichtsreporterin der Zeit die Fälle nach und erkennt: Die Frau lügt. Ein Rechtsanwalt nimmt sich der unschuldig Verurteilten an und erwirkt nach langem Kampf gegen die Strafjustiz den Freispruch - da haben die beiden Männer ihre Haftstrafen schon abgesessen und stehen vor dem Ruin. Nun will der Anwalt die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Ein Einzelfall? Wohl eher ein ganz normaler Justizirrtum. Ungekürzte Lesung auf 8 Audio-CDs + 1 Bonus MP3-CD


Produktinformation

  • Audio CD: 8 Seiten
  • Verlag: Technisat/Radioropa Hörbuch; Auflage: 1., Aufl. (6. September 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3836800489
  • ISBN-13: 978-3836800488
  • Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 13,4 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 337.141 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Nach ihrem aufsehenerregenden Buch Tote haben keine Lobby erschüttert die Kriminalreporterin Sabine Rückert mit Unrecht im Namen des Volkes ein weiteres Mal unseren Glauben an die Organe unserer Rechtspflege sehr nachhaltig. Während sie damals anhand konkreter Fälle nachgewiesen hatte, dass hierzulande viele Morde ungesühnt bleiben, weil aus Kostengründen zu wenig obduziert wird, geht es dieses Mal um Straftaten, die gesühnt wurden, obwohl sie gar nicht begangen wurden -– und das Gericht dies bei unvoreingenommener Betrachtung auch hätte erkennen müssen!

Dass die achtzehnjährige Klägerin, die ihren Vater und ihren Onkel bezichtigte, sie seit ihrem zwölften Lebensjahr wiederholt brutal vergewaltigt zu haben, laut medizinischem Gutachten immer noch über ein unversehrtes Jungfernhäutchen verfügte, konnte das Gericht nicht davon abhalten, die beiden Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen zu verurteilen. Dabei war dieses medizinische Faktum, das allein schon die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen hätte erschüttern müssen, nicht die einzige relevante Tatsache, die während des Prozessverlaufs mehr als nur grob fahrlässig unbeachtet blieb. Auch der Feststellung eines Sexualmediziners, dass einer der Angeklagten für die ihm zur Last gelegten Straftaten aus medizinischen Gründen gar nicht in Frage komme, schenkte das Gericht keine Aufmerksamkeit. Sie blieb ebenso unberücksichtigt, wie zahlreiche weitere handfeste Indizien, die schon frühzeitig darauf hindeuteten, dass die Schilderungen des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers einer genaueren Prüfung kaum standhalten dürften. Sie werden von Staatsanwaltschaft und Gericht samt und sonders als nebensächlich abgetan, während die Einlassungen der psychisch kranken Klägerin gar nicht abstrus genug sein können, um von der hierfür bestellten Sachverständigen mit dem Testat der Glaubhaftigkeit versehen zu werden. Als es am Ende nach erfolglosen Revisionsversuchen dann doch gelingt, die Wiederaufnahme der Verfahren zu erwirken, die mit Freisprüchen enden, haben die vermeintlichen Vergewaltiger die zu Unrecht gegen sie verhängten Haftstrafen bereits verbüßt…

Minutiös zeichnet Sabine Rückert in ihrem unbedingt lesenswerten, akribisch recherchierten Bericht die Genese dieses von ihr aufgedeckten Justizskandals nach, der gewiss ein herausragendes Beispiel, leider aber, wie man befürchten muss, kein Einzelfall sein dürfte. -- Andreas Vierecke, literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Sabine Rückert macht in ihrem neuen Buch keine Umwege. Sie springt mittenrein in die Geschichte eines Justizirrtums, den sie mitaufgedeckt hat und den man in seiner Gesamtheit nur als Skandal bezeichnen kann, selbst wenn am Schluss ein Gericht die Wahrheit erkannt hat." (dpa)

"Sie hat demonstrieren können, wie strukturelle Blindheit entsteht, wie sich ganze Gruppen von Beteiligten gegen das innere Signal "das kann so nicht stimmen" abdichten und professionelle Regeln der Spurensicherung, der Begutachtung, der Pflicht zur Sammlung von entlastenden Umständen, schlicht missachten." (FAZ)

"Eine präzise Rekonstruktion der Wahrheit und eine Anleitung zur juristischen Selbstdisziplin." (Süddeutsche Zeitung) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...wie es das Leben schrieb... 22. Dezember 2008
Von Der Buch-Vorleser TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Den vielfältigen Folgen eines erschreckenden Justizirrtums spürt die Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT Sabine Rückert in ihrer gut recherchierten und faktenreichen Dokumentation Unrecht im Namen des Volkes" (Hoffmann und Campe) nach. Zwei Männer werden von einer jungen Frau der Vergewaltigung beschuldigt und erklären vor den Ermittlungsbehörden und den Gerichten doch immer wieder nur ihre Unschuld. Doch Ermittlungsbeamte, Psychologen und Richter glauben ihnen nicht, es kann doch schließlich nicht sein, daß sich das Vergewaltigungsopfer nur zu einem solchen stilisiert hat, an den Behauptungen kein wahrer Kern sein soll. So etwas kann doch keiner erfinden! Und weil sich derjenige, der dem Opfer nicht glaubt oder gar widerspricht selbst in die Gefahr der Stigmatisierung begeben könnte ist im aufgeklärten Deutschland des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts ein unsäglicher Justizirrtum möglich gewesen, der zwei heute nachgewiesen unschuldige Männer jahrelang hinter Gitter gebracht und deren Leben zerstört hat. Und das Opfer war die Tochter des einen und die Nichte des anderen Mannes! Sabine Rückert plädiert in ihrem ungemein spannend geschriebenen und aufrüttelnden Buch dafür, genauer hinzusehen und Dinge zu hinterfragen, wenn es dabei um die strafrechtliche Schuld von Menschen geht. Ein aufrüttelndes, zum Kopfschütteln anregendes Buch!
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schuldig bei Verdacht 18. Januar 2009
Von Lothar Müller-Güldemeister TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt offensichtlich Delikte, da reicht schon der geäußerte Verdacht aus, um den Beschuldigten als schuldig hinzustellen. Terroristische Straftaten gehören dazu, aber auch jede Art von Delikten, die mit Sexualität zu tun haben: mit Kinderpornographie beispielsweise, oder mit sexuellem Missbrauch von Schutzbefohlenen. Hier reicht der Verdacht aus, um die Verdächtigten in der öffentlichen Meinung zu disqualifizieren, und wer Zweifel an der Beschuldigung äußert, wird sogleich in die Nähe der heimlichen Sympathie für Kindesmissbrauch und Vergewaltigung gerückt. Von Strafverteidigern hört man immer wieder, wie sie auf Parties kopfschüttelnd darauf angesprochen werden, wie sie "solche Menschen" verteidigen könnten. Dass "solche Menschen" aber völlig unschuldig sein könnten und es sehr oft auch sind, kommt den Leuten, die diese Meinungen äußern, anscheinend nicht in den Sinn. Das vorliegende Buch stellt einen zwar einen krassen, aber keineswegs allein stehenden Fall dieser Verfolgungshysterie vor. Ab dem Zeitpunkt, in dem die Beschuldigung erstmals in der Welt war, wurde alles ausgeblendet, was gegen die Anschuldigung sprach (z.B., dass einer der Beschuldigten und später Verurteilten physisch zu sexuellen Handlungen unfähig war, dass das angebliche Opfer noch jungfräulich war) und selbst die Tatsache, dass die Beschuldigten ihre Unschuld beteuerten, wurde ihnen als besondere Verstocktheit vorgehalten.

Da hatte Marco Weiss (siehe Marco W.
...) noch Glück, dass ihm seine Untersuchungshaft aufgrund einer offenbar falschen Missbrauchsanzeige in der Türkei passierte und dass die Anzeigende eine Engländerin war - er hatte die öffentliche Meinung über die bösen Ausländer auf seiner Seite. Bei den Beschuldigten, die Sabine Rückerts Buch beschreibt, war dies nicht der Fall. Es bedurfte jahrelanger journalistischer und anwaltlicher Kleinarbeit, um sie nicht aus der Untersuchungshaft, sondern aus jahrelangem Vollzugsknast zu befreien. Ohne dass ihr Leid der Bildzeitung eine Schlagzeile wert gewesen wäre.

So gesehen ein aufrüttelndes Buch, dazu gut geschrieben, das zur Pflichtlektüre jedes Strafrichters gehören sollte, aber auch jedes Bürgers, der glaubt, dass ihm so etwas in Deutschland nicht passieren könnte. Lesen Sie weiter... ›
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich wichtig und aktuell 20. Oktober 2010
Format:Taschenbuch
Ich persönlich wurde auf den Fall bereits aufmerksam, als Sabine Rückert den ersten Artikel dazu in der Zeit veröffentlichte. Jahre später hörte ich dann, das Gerichtsurteil gegen Bernhard M. sei aufgehoben. Und in diesem Buch erfährt man, was zwischendrin geschah: Anstatt sich mit den leicht überprüfbaren Vorwürfen der Autorin auseinanderzusetzen, tat die Staatsanwaltschaft zunächst alles Menschenmögliche, die Autorin wegen dieser "Majestätsbeleidigung" zu schmähen und für unglaubwürdig zu erklären. Der Gesichtsverlust schmerzte die beteiligten Richter und Staatsanwälte anscheinend mehr, als die Tatsache, dass hier zwei Unschuldige im Gefängnis saßen.
Im weiteren Verlauf spielten auch Ärzte, Psychologen und Betreuer eine ähnlich unrühmliche Rolle: keiner brachte ein "Mea culpa" oder ein "Entschuldigung" über die Lippen, sie alle verteidigten z.T. hanebüchene Einschätzungen solange es eben irgendwie ging und halfen so mit, dass die Verurteilten ihre Strafen bis zum letzten Tag absitzen mußten. Diese hatten schließlich Glück im Unglück, dass sich ein sehr fähiger und geduldiger Rechtsanwalt auf ihrer Seite geschlagen hatte, der bereit war, auf sein Honorar zu verzichten. Dessen abschließende Anzeige wegen Rechtsbeugung ist vermutlich folgenlos geblieben.
Weiterhin erschütternd ist, wie die Autorin immer wieder mit der Argumentation, ein Freispruch würde wirkliche Mißbrauchsopfer von Anzeigen abhalten, konfrontiert wurde. Manch eine(r) scheint ein paar zu Unrecht verturteilte Männer für vertretbare Kollateralschäden im Geschlechterkampf zu halten.
... Lesen Sie weiter... ›
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit-Leser wissen mehr 7. Juli 2008
Von Cen
Format:Gebundene Ausgabe
Bedrückendes Buch, das tief hinab taucht in die pathologischen Zustände des Menschen und noch tiefer hinab in die pathologischen Zustände der Justiz. Hier wird ein wahres Wort verloren darüber, wie es so ist, dass unser objektives Rechtssystem dann doch nur eine Ansammlung von sehr subjektiv handelnden Menschen ist, die Fehler machen.

Geschrieben mit schnörkellosem, trockenem Ton, etwas anderes wäre der Sache auch nicht angemessen gewesen. Rückerts Stil ist der Journalismus anzusehen, schnell geht der Blick über die Zeilen, sachlich und punktgenau werden die Themenschwerpunkte gesetzt.

Ich hätte mir ja manchmal ein wenig mehr Einblick in den Kopf dieser Menschen gewünscht, ihn ihr Leben, so wie dies zu Beginn des Buches dargestellt wird. Dafür allerdings ist das Buch zu sehr Tatsachenbericht, was andererseits vielleicht auch die einzig darstellbare Form für dieses Thema ist, wenn man nicht Capote mit Nachnamen heißt.

Lesenswert!
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Die neuesten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen OK....
für Krimmifans. Gut erzählt und wirklich spannend. Mir fehlt allerdings noch so das gewisse "Etwas". Ist zum einmal anhören echt gut.
Vor 16 Tagen von Petro Celli veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Verschenkt an Student
ICh kann über dieses Buch keine Bewertung schreiben, weil ich es verschenkt habe. Leider gibt es keinen button für verschenkt, dann müsste ich an diesen Stellen und... Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von G. S. veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Bewundernswert: Geduld und Mut
Das Buch ist erschütternd. Denn Rückert schildert nicht nur die Aufklärung dieses einen Falles, sondern zeigt überzeugend, daß es sich um ein systemisches... Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von Stirling Laddie veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Interessant
Interessantes Buch das die Mühlen der Gerechtigkeit auch von einer anderen Seite zeigt. Jedoch sollte man das Buch nicht nur von der eine dargestellten Seite sehen.
Vor 3 Monaten von Habanos veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Meinung:
Dieses Produkt gefällt mir nicht, es entzetzt mich. Da meine Mann den Fall begutachtet hat, weiß ich um die Umstände. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Dr.Charlotte Wille-Schörcher veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Persönlichkeitsstörungen und ihre Folgen....
Persönlichkeitsstörungen nehmen mehr und mehr zu. In beängstigendem Ausmasse sind vor allem Jugendliche davon betroffen. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Liliane veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen Sehr Empfehlenswert
Vorweg möchte ich nehmen, dass ich dieses Buch in 2 Tagen ausgelesen haben. Es war wirklich sehr spannend und fesselnd. Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Waldameise veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Äußerst empfehlenswert!
Habe das Buch auf Empfehlung eines Professors für Gerichtsmedizin gelesen und kann es nur jedem ans Herz legen! Lesen Sie weiter...
Vor 13 Monaten von Clemens1450 veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen ...Hörbuch: Unrecht im Namen des Volkes
Es sind schon einige Rezensionen über dieses Buch veröffentlicht worden, meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von anonym veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Ein Muss für alle Juristen..und andere
Sabine Rückert, bekannt v.a. durch Veröffentlichungen in der Zeit, beschreibt einen unglaublichen Fall einer Falschverdächtigung, den - als abschreckendes Beispiel -... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Criticz veröffentlicht
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