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Produktinformation
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Dass die achtzehnjährige Klägerin, die ihren Vater und ihren Onkel bezichtigte, sie seit ihrem zwölften Lebensjahr wiederholt brutal vergewaltigt zu haben, laut medizinischem Gutachten immer noch über ein unversehrtes Jungfernhäutchen verfügte, konnte das Gericht nicht davon abhalten, die beiden Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen zu verurteilen. Dabei war dieses medizinische Faktum, das allein schon die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen hätte erschüttern müssen, nicht die einzige relevante Tatsache, die während des Prozessverlaufs mehr als nur grob fahrlässig unbeachtet blieb. Auch der Feststellung eines Sexualmediziners, dass einer der Angeklagten für die ihm zur Last gelegten Straftaten aus medizinischen Gründen gar nicht in Frage komme, schenkte das Gericht keine Aufmerksamkeit. Sie blieb ebenso unberücksichtigt, wie zahlreiche weitere handfeste Indizien, die schon frühzeitig darauf hindeuteten, dass die Schilderungen des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers einer genaueren Prüfung kaum standhalten dürften. Sie werden von Staatsanwaltschaft und Gericht samt und sonders als nebensächlich abgetan, während die Einlassungen der psychisch kranken Klägerin gar nicht abstrus genug sein können, um von der hierfür bestellten Sachverständigen mit dem Testat der Glaubhaftigkeit versehen zu werden. Als es am Ende nach erfolglosen Revisionsversuchen dann doch gelingt, die Wiederaufnahme der Verfahren zu erwirken, die mit Freisprüchen enden, haben die vermeintlichen Vergewaltiger die zu Unrecht gegen sie verhängten Haftstrafen bereits verbüßt
Minutiös zeichnet Sabine Rückert in ihrem unbedingt lesenswerten, akribisch recherchierten Bericht die Genese dieses von ihr aufgedeckten Justizskandals nach, der gewiss ein herausragendes Beispiel, leider aber, wie man befürchten muss, kein Einzelfall sein dürfte. -- Andreas Vierecke, literaturanzeiger.de
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
...wie es das Leben schrieb...,
Von Der Buch-Vorleser "André Hanke" (Sachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER)
Rezension bezieht sich auf: Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen (Taschenbuch)
Den vielfältigen Folgen eines erschreckenden Justizirrtums spürt die Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT Sabine Rückert in ihrer gut recherchierten und faktenreichen Dokumentation Unrecht im Namen des Volkes" (Hoffmann und Campe) nach. Zwei Männer werden von einer jungen Frau der Vergewaltigung beschuldigt und erklären vor den Ermittlungsbehörden und den Gerichten doch immer wieder nur ihre Unschuld. Doch Ermittlungsbeamte, Psychologen und Richter glauben ihnen nicht, es kann doch schließlich nicht sein, daß sich das Vergewaltigungsopfer nur zu einem solchen stilisiert hat, an den Behauptungen kein wahrer Kern sein soll. So etwas kann doch keiner erfinden! Und weil sich derjenige, der dem Opfer nicht glaubt oder gar widerspricht selbst in die Gefahr der Stigmatisierung begeben könnte ist im aufgeklärten Deutschland des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts ein unsäglicher Justizirrtum möglich gewesen, der zwei heute nachgewiesen unschuldige Männer jahrelang hinter Gitter gebracht und deren Leben zerstört hat. Und das Opfer war die Tochter des einen und die Nichte des anderen Mannes! Sabine Rückert plädiert in ihrem ungemein spannend geschriebenen und aufrüttelnden Buch dafür, genauer hinzusehen und Dinge zu hinterfragen, wenn es dabei um die strafrechtliche Schuld von Menschen geht. Ein aufrüttelndes, zum Kopfschütteln anregendes Buch!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Urteil und Vorurteil,
Rezension bezieht sich auf: Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen (Gebundene Ausgabe)
Die Autorin hat sich in diesem Fall über Jahre engagiert für die zu Unrecht Verurteilten eingesetzt und jetzt darüber ein Buch publiziert. Ihr Engagement ist bewundernswert, das Buch ist wichtig. Als Leser hätte ich mir allerdings gewünscht, nicht gewissermassen an ihrer Hand durch die Geschichte geführt zu werden. Ich hätte es vorgezogen, die Ereignisse chronologisch zu erfahren, hätte mir gerne selber ein Urteil gebildet aufgrund der reportierten Fakten. Das Buch aber beginnt mit einer (berechtigten) Disqualifizierung der involvierten Therapeuten, Staatsanwälte und Richter, und liefert in der Folge zu jedem einzelnen Ereignis gleich die Stellungnahme aus heutiger Sicht und Wissenslage dazu. Dies scheint mir weder professionell zu sein, noch dient es der Lesbarkeit des Textes. Die Autorin hat der Geschichte einen Teil der bedrückenden Dramatik genommen, indem sie rundum Noten verteilt und sich selber zu stark in die Erzählung einbringt.Was in diesem Justizskandal passiert ist, trifft uns Juristen dann am stärksten, wenn wir unsere eigene Rolle in den handelnden Personen gespiegelt sehen. Dies ist schwierig, wenn von Anfang an die Bösewichte identifiziert sind; denn mit erkennbar voreingenommenen und überheblichen Amtsträgern identifiziert sich kein Leser auch nur über die ersten zwanzig Seiten. Der notwendige Lernprozess entfällt. Unprofessionell handeln ja nur die Anderen. Am besten ist der Schluss des Buches gelungen: die Schilderung des Revisionsverfahrens. Hier konzentriert sich die Spannung in den Dialogen zwischen dem Anwalt des zu Unrecht Verurteilten und den verschiedenen Zeugen in dramatischer Weise. Dieser Schluss entschädigt für einige Unebenheiten im ersten Teil des Buches. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeit-Leser wissen mehr,
Von Cen (Berlin, Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen (Gebundene Ausgabe)
Bedrückendes Buch, das tief hinab taucht in die pathologischen Zustände des Menschen und noch tiefer hinab in die pathologischen Zustände der Justiz. Hier wird ein wahres Wort verloren darüber, wie es so ist, dass unser objektives Rechtssystem dann doch nur eine Ansammlung von sehr subjektiv handelnden Menschen ist, die Fehler machen.Geschrieben mit schnörkellosem, trockenem Ton, etwas anderes wäre der Sache auch nicht angemessen gewesen. Rückerts Stil ist der Journalismus anzusehen, schnell geht der Blick über die Zeilen, sachlich und punktgenau werden die Themenschwerpunkte gesetzt. Ich hätte mir ja manchmal ein wenig mehr Einblick in den Kopf dieser Menschen gewünscht, ihn ihr Leben, so wie dies zu Beginn des Buches dargestellt wird. Dafür allerdings ist das Buch zu sehr Tatsachenbericht, was andererseits vielleicht auch die einzig darstellbare Form für dieses Thema ist, wenn man nicht Capote mit Nachnamen heißt. Lesenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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