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Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen
 
 
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Unrecht im Namen des Volkes: Ein Justizirrtum und seine Folgen [Taschenbuch]

Sabine Rückert
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (7. Juli 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442155150
  • ISBN-13: 978-3442155156
  • Größe und/oder Gewicht: 18,2 x 12,4 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 140.508 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Sabine Rückert
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nach ihrem aufsehenerregenden Buch Tote haben keine Lobby erschüttert die Kriminalreporterin Sabine Rückert mit Unrecht im Namen des Volkes ein weiteres Mal unseren Glauben an die Organe unserer Rechtspflege sehr nachhaltig. Während sie damals anhand konkreter Fälle nachgewiesen hatte, dass hierzulande viele Morde ungesühnt bleiben, weil aus Kostengründen zu wenig obduziert wird, geht es dieses Mal um Straftaten, die gesühnt wurden, obwohl sie gar nicht begangen wurden -– und das Gericht dies bei unvoreingenommener Betrachtung auch hätte erkennen müssen!

Dass die achtzehnjährige Klägerin, die ihren Vater und ihren Onkel bezichtigte, sie seit ihrem zwölften Lebensjahr wiederholt brutal vergewaltigt zu haben, laut medizinischem Gutachten immer noch über ein unversehrtes Jungfernhäutchen verfügte, konnte das Gericht nicht davon abhalten, die beiden Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen zu verurteilen. Dabei war dieses medizinische Faktum, das allein schon die Glaubwürdigkeit der Anschuldigungen hätte erschüttern müssen, nicht die einzige relevante Tatsache, die während des Prozessverlaufs mehr als nur grob fahrlässig unbeachtet blieb. Auch der Feststellung eines Sexualmediziners, dass einer der Angeklagten für die ihm zur Last gelegten Straftaten aus medizinischen Gründen gar nicht in Frage komme, schenkte das Gericht keine Aufmerksamkeit. Sie blieb ebenso unberücksichtigt, wie zahlreiche weitere handfeste Indizien, die schon frühzeitig darauf hindeuteten, dass die Schilderungen des vermeintlichen Vergewaltigungsopfers einer genaueren Prüfung kaum standhalten dürften. Sie werden von Staatsanwaltschaft und Gericht samt und sonders als nebensächlich abgetan, während die Einlassungen der psychisch kranken Klägerin gar nicht abstrus genug sein können, um von der hierfür bestellten Sachverständigen mit dem Testat der Glaubhaftigkeit versehen zu werden. Als es am Ende nach erfolglosen Revisionsversuchen dann doch gelingt, die Wiederaufnahme der Verfahren zu erwirken, die mit Freisprüchen enden, haben die vermeintlichen Vergewaltiger die zu Unrecht gegen sie verhängten Haftstrafen bereits verbüßt…

Minutiös zeichnet Sabine Rückert in ihrem unbedingt lesenswerten, akribisch recherchierten Bericht die Genese dieses von ihr aufgedeckten Justizskandals nach, der gewiss ein herausragendes Beispiel, leider aber, wie man befürchten muss, kein Einzelfall sein dürfte. -- Andreas Vierecke, literaturanzeiger.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Sabine Rückert macht in ihrem neuen Buch keine Umwege. Sie springt mittenrein in die Geschichte eines Justizirrtums, den sie mitaufgedeckt hat und den man in seiner Gesamtheit nur als Skandal bezeichnen kann, selbst wenn am Schluss ein Gericht die Wahrheit erkannt hat." (dpa )

"Sie hat demonstrieren können, wie strukturelle Blindheit entsteht, wie sich ganze Gruppen von Beteiligten gegen das innere Signal "das kann so nicht stimmen" abdichten und professionelle Regeln der Spurensicherung, der Begutachtung, der Pflicht zur Sammlung von entlastenden Umständen, schlicht missachten." (FAZ )

"Eine präzise Rekonstruktion der Wahrheit und eine Anleitung zur juristischen Selbstdisziplin." (Süddeutsche Zeitung )

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
...wie es das Leben schrieb... 22. Dezember 2008
Von Der Buch-Vorleser TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Den vielfältigen Folgen eines erschreckenden Justizirrtums spürt die Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT Sabine Rückert in ihrer gut recherchierten und faktenreichen Dokumentation Unrecht im Namen des Volkes" (Hoffmann und Campe) nach. Zwei Männer werden von einer jungen Frau der Vergewaltigung beschuldigt und erklären vor den Ermittlungsbehörden und den Gerichten doch immer wieder nur ihre Unschuld. Doch Ermittlungsbeamte, Psychologen und Richter glauben ihnen nicht, es kann doch schließlich nicht sein, daß sich das Vergewaltigungsopfer nur zu einem solchen stilisiert hat, an den Behauptungen kein wahrer Kern sein soll. So etwas kann doch keiner erfinden! Und weil sich derjenige, der dem Opfer nicht glaubt oder gar widerspricht selbst in die Gefahr der Stigmatisierung begeben könnte ist im aufgeklärten Deutschland des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts ein unsäglicher Justizirrtum möglich gewesen, der zwei heute nachgewiesen unschuldige Männer jahrelang hinter Gitter gebracht und deren Leben zerstört hat. Und das Opfer war die Tochter des einen und die Nichte des anderen Mannes! Sabine Rückert plädiert in ihrem ungemein spannend geschriebenen und aufrüttelnden Buch dafür, genauer hinzusehen und Dinge zu hinterfragen, wenn es dabei um die strafrechtliche Schuld von Menschen geht. Ein aufrüttelndes, zum Kopfschütteln anregendes Buch!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Urteil und Vorurteil 1. Mai 2007
Von Indigo
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin hat sich in diesem Fall über Jahre engagiert für die zu Unrecht Verurteilten eingesetzt und jetzt darüber ein Buch publiziert. Ihr Engagement ist bewundernswert, das Buch ist wichtig. Als Leser hätte ich mir allerdings gewünscht, nicht gewissermassen an ihrer Hand durch die Geschichte geführt zu werden. Ich hätte es vorgezogen, die Ereignisse chronologisch zu erfahren, hätte mir gerne selber ein Urteil gebildet aufgrund der reportierten Fakten. Das Buch aber beginnt mit einer (berechtigten) Disqualifizierung der involvierten Therapeuten, Staatsanwälte und Richter, und liefert in der Folge zu jedem einzelnen Ereignis gleich die Stellungnahme aus heutiger Sicht und Wissenslage dazu. Dies scheint mir weder professionell zu sein, noch dient es der Lesbarkeit des Textes. Die Autorin hat der Geschichte einen Teil der bedrückenden Dramatik genommen, indem sie rundum Noten verteilt und sich selber zu stark in die Erzählung einbringt.

Was in diesem Justizskandal passiert ist, trifft uns Juristen dann am stärksten, wenn wir unsere eigene Rolle in den handelnden Personen gespiegelt sehen. Dies ist schwierig, wenn von Anfang an die Bösewichte identifiziert sind; denn mit erkennbar voreingenommenen und überheblichen Amtsträgern identifiziert sich kein Leser auch nur über die ersten zwanzig Seiten. Der notwendige Lernprozess entfällt. Unprofessionell handeln ja nur die Anderen.

Am besten ist der Schluss des Buches gelungen: die Schilderung des Revisionsverfahrens. Hier konzentriert sich die Spannung in den Dialogen zwischen dem Anwalt des zu Unrecht Verurteilten und den verschiedenen Zeugen in dramatischer Weise. Dieser Schluss entschädigt für einige Unebenheiten im ersten Teil des Buches.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Zeit-Leser wissen mehr 7. Juli 2008
Von Cen
Format:Gebundene Ausgabe
Bedrückendes Buch, das tief hinab taucht in die pathologischen Zustände des Menschen und noch tiefer hinab in die pathologischen Zustände der Justiz. Hier wird ein wahres Wort verloren darüber, wie es so ist, dass unser objektives Rechtssystem dann doch nur eine Ansammlung von sehr subjektiv handelnden Menschen ist, die Fehler machen.

Geschrieben mit schnörkellosem, trockenem Ton, etwas anderes wäre der Sache auch nicht angemessen gewesen. Rückerts Stil ist der Journalismus anzusehen, schnell geht der Blick über die Zeilen, sachlich und punktgenau werden die Themenschwerpunkte gesetzt.

Ich hätte mir ja manchmal ein wenig mehr Einblick in den Kopf dieser Menschen gewünscht, ihn ihr Leben, so wie dies zu Beginn des Buches dargestellt wird. Dafür allerdings ist das Buch zu sehr Tatsachenbericht, was andererseits vielleicht auch die einzig darstellbare Form für dieses Thema ist, wenn man nicht Capote mit Nachnamen heißt.

Lesenswert!
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Die neuesten Kundenrezensionen
Äußerst empfehlenswert!
Habe das Buch auf Empfehlung eines Professors für Gerichtsmedizin gelesen und kann es nur jedem ans Herz legen! Lesen Sie weiter...
Vor 22 Tagen von Clemens1450 veröffentlicht
...Hörbuch: Unrecht im Namen des Volkes
Es sind schon einige Rezensionen über dieses Buch veröffentlicht worden, meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch. Lesen Sie weiter...
Vor 2 Monaten von anonym veröffentlicht
Ein Muss für alle Juristen..und andere
Sabine Rückert, bekannt v.a. durch Veröffentlichungen in der Zeit, beschreibt einen unglaublichen Fall einer Falschverdächtigung, den - als abschreckendes Beispiel -... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Criticz veröffentlicht
Dieses >Buch
Nun ja ich habe dieses Buch gelesen auch wenn ich glaube ich 2 Anläufe gebraucht habe . Das aber nicht weil ich so wenig lesen , sondern weil das Buch sehr langwierig zu lesen... Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Mario37 veröffentlicht
Unrecht im Namen des Volkes
Wenn meine Rezension auch verspätet kommt, so möchte ich meine Hochachtung aussprechen: Zackige, korrekte Lieferung und das bei einem Mini-Preis. Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Andrea veröffentlicht
Unglaublich wichtig und aktuell
Ich persönlich wurde auf den Fall bereits aufmerksam, als Sabine Rückert den ersten Artikel dazu in der Zeit veröffentlichte. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Don Rumata von Estor veröffentlicht
Unglaublich
Also dieses Buch ist so unglaublich das es durchweg spannend ist.Man kann einfach nicht glauben das soetwas in Deutschland heutzutage passieren kann. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 19. April 2009 von Merledo Koops
"Im Namen des Volkes"
"Im Namen des Volkes" - dieser Satz ist schon eine Lüge...

Das Buch sollte Pflichtlektüre für alle diejenigen die beruflich oder "nur privat" mit der... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 24. März 2009 von artur all
Schuldig bei Verdacht
Es gibt offensichtlich Delikte, da reicht schon der geäußerte Verdacht aus, um den Beschuldigten als schuldig hinzustellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Januar 2009 von Lothar Müller-Güldemeister
Dieses Buch raubt einem den Schlaf
Dieses Buch raubt einem den Schlaf und es macht zornig. Wie viel Unrecht wird im Namen des Volkes gesprochen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 18. Juni 2007 von Monikakrause
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