16.06.2009: Meine letzte Fritteuse war ein Luxusmodell (Rotationsfritteuse mit reichlich Schischi - luxuriös war leider auch der Preis). Nach einigen Jahren war nun eine neue Fritteuse fällig. Nach ausgiebiger Recherche habe ich mich für dieses Modell von Unold entschieden. Wenigstens sollte die Anschaffung bei diesem Preis und den guten Kritiken kein sonderliches Risiko darstellen, dachte ich mir.
Im Vergleich zu meiner letzten Fritteuse sind sowohl Ausstattung als auch Fassungsvermögen der Unold deutlich reduziert, vor allem ist die Unold wesentlich kleiner! Aber zu meiner angenehmen Überraschung steht die Unold dem vorherigen Luxusmodell (bisher) in nichts nach. Sie bietet sogar den einen oder anderen Vorteil.
Das Frittiergut ist prima gelungen und schmeckt vorzüglich. Einzig die Menge des Frittiergutes reicht nun lediglich für ein bis zwei Personen, ist somit also eher für den kleineren Haushalt bzw. für Einzelportionen geeignet. Der Frittierkorb kann hierzu jedoch durchaus bis zur Oberkante vollgefüllt werden, damit wird die Unold prima fertig und liefert ein sehr ordentliches Ergebnis, siehe oben.
Ein weiterer, für mich wesentlicher Vorteil ist, dass die Unold über einen herausnehmbaren Ölbehälter verfügt, der ebenso wie weitere, ständig beanspruchte Einzelteile in die Spülmaschine gegeben werden kann. Mag meine vorherige Rotationsfritteuse auch über einen flexiblen Ablaufschlauch und einen einhängbaren Auffangbehälter für's Öl verfügt haben, so war es gerade der Schlauch, der außerordentlich schlecht gereinigt und gepflegt werden konnte und nach einiger Zeit DIE Schwachstelle des Luxusmodells wurde, da dort nun Öl austritt. Da lob ich mir die Unold! Ölbehälter 'raus, Öl umgefüllt, Behälter in die Spülmaschine, fertig. Oder gleich den Ölbehälter in den Kühlschrank, wer mag.
Natürlich dampft auch die Unold, am Deckelrand kondensiert es etwas, aber man zeige mir die Fritteuse, bei der das nicht passiert (auch das Luxusmodell war davor nicht gefeit...) Der Deckel der Unold ist ordentlich verbaut, wackelt nicht und schließt anständig. Er verfügt jedoch nicht über einen gesonderten Schalter zum Öffnen, vielmehr ist der Deckel seitlich per Hand hochzuklappen. Hier ist also angesichts des aufsteigenden Dampfes gegebenenfalls ein wenig Vorsicht geboten, hat sich jedoch nicht wirklich als Problem erwiesen.
Das Sichtfenster ist ehrlich gesagt sinnfrei, denn während des Frittierens sieht man hierdurch schlicht nichts, und im Ruhezustand braucht man's erst recht nicht. Das ist bei anderen Modellen aber genau so. Wann die Konstrukteure all solcher Fritteusen wohl darauf kommen, diesen Platz anstatt für ein sinnloses Guckloch lieber für einen größeren Filter zu nutzen?
Bei der ersten Inbetriebnahme hat die Unold etwas nach Plastik gerochen und ein klein wenig gequalmt - rührte wohl von den Heizstäben her, die haben sich vermutlich erstmals "eingebrannt" -, der Geruch verging jedoch nach einer Minute und hat den Geschmack des Frittiergutes keinesfalls beeinträchtigt.
Baulich macht die Unold einen einfachen, gleichwohl absolut vertrauenswürdigen Eindruck. Vor allem in technischer Hinsicht habe ich keinerlei Bedenken. Das Öl war schnell heiß, die Temperatur lässt sich mit einem Drehschalter stufenlos einstellen, vier Temperaturen sind zur Orientiertung auf dem Gerät vermerkt - interessanterweise auch 170 Grad, obgleich die beiliegende Broschüre wegen der Acrylamid-Gefahr wiederholt eine Maximaltemperatur von 175 Grad empfiehlt. Die "fehlenden" 5 Grad muss man mit dem Drehschalter also per Hand ausloten ;o). Die Broschüre beinhaltet übrigens neben umfangreichen Betriebs- und Bedienungshinweisen auch etliche Rezeptideen, falls jemand mit der Fritteuse noch anderes vorhat als schlichte Fritten und Chicken Nuggets.
Somit stellte sich schließlich die bei diesem Preis vemeintlich wagnisfreie Anschaffung als ebensolche heraus, ein echt tolles Preis-Leistungsverhältnis - nicht billig, sondern ihren Preis wert!
Abschließend möchte ich feststellen: Nie wieder werde ich einen fünf- bis sechsfach höheren Preis in eine ach so hochwertige Fritteuse investieren, wenn ich ein so prima Gerät wie die Unold für diesen Preis haben kann.
23.09.2011: Nach gut zwei Jahren hat mich meine wagnisfreie Anschaffung im Stich gelassen - während der Heizphase erlosch das Kontrolllämpchen, noch bevor das Öl heiß war, und es tat sich gar nichts mehr. Unter der Heizspirale hat sich etwas schwarzer "Staub" gesammelt. Das war mir zuvor noch nicht aufgefallen, aber ist vielleicht ein Hinweis auf ein "Durchbrennen" der Heizspirale. Sei es drum, für gut zwei Jahre mit ein bis zwei Einsätzen im Monat hat mir die Unold sehr gute Dienste geleistet und war ihren Preis damit wert.