In Wahrheit sind die Fotografien und manche Bücher von Josef Hoflehner so nah am Werk von Michael Kenna angesiedelt, dass man beim besten Willen nicht daran vorbeisehen kann. Das verbreitet Unbehagen. Eine eigene Handschrift kommt da kaum durch. Wenn man gutwillig sein will, so könnte man sagen, Hoflehner gehört zur "Kenna - Schule". Das soll nicht heißen, Hoflehner kann nicht fotografieren. Im Gegenteil, sein Buch, in dem er fotografisch die Reise von Scott an den Südpol nachstellt, ist im höchsten Maße interessant und empfehlenswert. Leider ist er in Zusammenarbeit mit seinem Verlag, darauf verfallen, alles verwechselbar ähnlich zu machen, wie man es von Kenna seit Langem gewohnt war: Internationale Landschaften, Bilder in schwarz-weiss, quadratisches Format, hoher Kontrast, hochwertiger Druck und alles ist sauber vors Objektiv gebracht. Hoflehners Beitrag ist ein Mehr an guten Bildern aber würde man aus Versehen Kenna als Autor auf den Umschlag drucken, kein Mensch würde den Fehler bemerken.
Win Labuda