"Unkonventionelle Familienformen in Beratung und Therapie" möchte unterschiedliche Familienformen beleuchten. Schnell wird jedoch klar: in der Sichtweise der Autorin und des Autors ist die Norm eng definiert und umfasst ausschliesslich die konventionelle Familie in der Konstellation Mutter - Vater - Kind. Familienformen, die mit dieser Konstellation nicht einhergehen, stehen für die Autorin und den Autor klar ausserhalb der Norm und werden als defizitär dargestellt.
Das unreflektierte Reproduzieren der nicht mehr zeitgemässen, vorurteilsüberfrachteten Bilder entspricht nicht dem, was ich mir von einer Monographie zum Thema Unkonventionelle Familenformen erwarte. Ein Hinterfragen der gängigen Vorstellungen fehlt ebenso wie Praxisbeispiele aus Beratung und Therapie. Haarsträubend ist meines Erachtens, dass die Autorin und der Autor die anonyme Samenspende bei einem lesbischen Paar als "sittlich verwerflich" bezeichnet rsp. als "kriminelle Handlung". Der stark gefärbte Haltung der Autorin und das Autors macht das Buch wenig empfehlenswert. Schade bei dem vielversprechenden Thema!