Eine reizvolle Ausgangssituation erschafft Regisseur Simon Brand in seinem Thriller Unknown. Fünf Männer mit Gedächtnisverlust - dessen Ursache etwas dürftig erklärt wird, aber seis drum - und zusammen eingesperrt in einer Fabrik, die mitten in der Wüste steht. Von Anfang an kann der Zuschauer mitfiebern und miträtseln, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Er bekommt mysteriöse Verhaltensweisen der Männer geboten, dazu eingestreute, abgehackte Bilder aus den Erinnerungen, mit denen sich erst allmählich ein Ganzes zusammenfügen lässt. Nichts ist, wie es scheint; manchmal überstrapaziert Brand diesen Spruch allzu sehr, garniert ihn dazu noch mit schwachen Dialogen.
Gesprochen werden die bescheidenen Dialogzeilen von einer Reihe bekannter Darsteller, manche davon unerklärlicherweise immer nur in Hollywoods zweiter Reihe. Greg Kinnear ("The Gift", "Little Miss Sunshine") überzeugt neben den actionerfahrenen Jim Caviezel (, "Die Passion Christi") und Barry Pepper ("Der Soldat James Ryan", "The Green Mile"). Joe Pantoliano und Jeremy Sisto fallen hinter diesem Trio ebenso zurück wie Bridget Moynahan, deren Rolle als Ehefrau von einem der Männer gegen Ende hin unnötigerweise aufgepeppt wurde und auf die man auch hätte verzichten können.
Hölzerne Dialoge, nur teilweise tolle Darstellerleistungen, dazu immer wieder Wendungen, die manches Mal arg künstlich herbeigeführt wirken was ist es also, was den Reiz des Films ausmacht? Zum einen ist es die solide Inszenierung, die auf unnötige Liebesszenen und übertriebene Action verzichtet. Zum anderen ist es die verwirrende und interessante Ausgangssituation, die den Zuschauer zum Puzzlespielen einlädt. Nicht wenige werden den größten Teil des Puzzles lange vor dem Abspann gelöst haben, aber bis dahin bekommt man gute Thriller-Hausmannskost serviert.
Die Extras auf der DVD, die in einer schön gestalteten Verpackung samt Pappschuber erworben werden kann, zeigen sich bescheiden: Nur eine Featurette, eine Slideshow und Trailer sind zu finden.