Alexander, deutscher Professor der Kunstgeschichte, Spezialgebiet Grabplatten, und die polnische Restaurateurin Aleksandra lernen sich zufällig auf einem Marktplatz in Gdansk kennen. Es ist die Zeit der Wende, die Grenzen öffnen sich, und die beiden rufen einen Verein ins Leben, dessen Ziel es ist, deutschen Vertriebenen eine Beerdigung in deren alten Heimat zu ermöglichen.
Grass, persönlich Betroffener der deutsch-polnischen Vergangenheit, geht ein besonderes Thema an, die Folgen der Vertreibung, und nimmt von dort aus verschiedene Bereiche des jeweils Typischen beider Länder aufs Korn: Deutsches Vereinswesen und die Sucht nach Wachstum - wie kommt es, dass man in der Nähe von Friedhöfen auf einmal Golfanlagen braucht? Und die polnische Angst vor Deutschland und die gleichzeitige Freude, wenn die D-Mark (damals) ins Land rollt. Dabei bleibt der Autor in gewohnter Manier ironisch, bisweilen satirisch ohne gefühlsverletzend zu werden.
Dasselbe gilt auch für die Liebesgeschichte zwischen dem Professor und der Restaurateurin; manchmal ironisch, aber nie spöttisch, gelegentlich mit leicht sentimentalem Ton betrachtet er die aufkeimende Beziehung und das gemeinsam Weh der Vereinsgründung. Und wenn ihnen auch das mit Idealismus begonnene Projekt durch wirtschaftliche Interessen entrissen wird, bleibt ihnen wenigstens eines: Die Liebe. Aber man darf nicht damit rechnen, dass dies das endgültige Fazit eines Romans von Grass ist.