D.Sherinian (Keys), V. Donati (dr) und T. MacAlpine (g), was ist da wohl zu erwarten? Genau! Krachend-metallische Riffs, treibende BackBeat-Drums, schwere Orgel/Synth-Vorhänge, rasend schnelle, ganz leicht angejazzte Unisonoläufe, unglaubliche Stunt-Gitarren und Stunt-Keyboard-Soli. Das ganze wird geradeaus gespielt, kurze und knackige Tracks, keine Sekunde zu lang, hier mal ein Break, dort mal ein Haken oder eine unerwartete Tempoänderung, gelegentlich etwas Soundeffekte - aber alles in Maßen: keine verschachtelte, verfrickelte, kopflastige Technickdemonstration sondern anspruchsvoller 'Kick-Ass'-Heavy-Rock, der einen fast Vierziger locker aus dem Sessel reißt. Aber funktioniert das fast eine Stunde lang, ohne das Tempo, die Härte oder den Sound nenneswert zu varrieren? Teufel ja, schließlich gibt es zur kurzen Erholung den ruhigen, sehr atmosphärischen Mittelteil des unvermeidlichen Long-Tracks "King of the Universe", oder das im Urban-Jazz-Stil begleitete Fretless-Baßsolo (unbegreiflich warum Tom Kennedy im Booklet nur im Kleingedruckten erwähnt wird) auf "Warfinger" und es gibt vor allem die beiden letzten Tracks, die verhindern, daß angesichts der vorangegangenen Monotonie ein zwiespältiger Eindruck zurückbleibt: "Poos of Trance" und "2116" bieten luftigere Arrangements, mehr Überraschungsmomente und eine Soundvielfalt, die man von einer Gruppe, die von einem Keyboarder geleitet wird, erwartet. Und vor allem ist auf den beiden Tracks der Jazzeinfluß mehr als nur angedeutet, das ganze weist schon klar die Richtung von Sherinians folgendem Meisterwerk 'Inertia' voraus.