Das möchte ich auch mal: ein Buch über ein Thema schreiben, von dem ich keine Ahnung habe. Aber daß so etwas auch noch gedruckt wird? Nur ein paar Beispiele für die Seriosität des Autors: er behauptet, die phönizische und die altisraelitische Schrift seien nicht miteinander verwandt, sondern Parallelentwicklungen. In Wirklichkeit sind phönizische und althebräische Schrift (und Sprache) praktisch identisch, das zeigen auch die zahlreichen (aus irgendwelchen alten Büchern ausgeschnittenen) Abbildungen, mit denen der Autor sein Werk garniert. Oder: die Samaritaner seien Anfang des 1. Jahrtausends vor Chr. in Palästina eingewandert und hätten der Landschaft Samaria ihren Namen gegeben. In Wirklichkeit gehen die Namen von Landschaft und Volk auf die 876 v.Chr. gegründete nordisraelitische Hauptstadt zurück. Oder: in einer Abbildung werden neuzeitliche D r u c k - schriften als Varianten einer mittelalterlichen S c h r e i b - schrift bezeichnet, außerdem noch miteinander verwechselt und falsch gesetzt. Das sind nur ein paar Beispiele aus Gebieten, wo ich mich zufällig auskenne. Daß den Autor für seine "Universalgeschichte" die Entwicklung der Schrift in Europa seit der Erfindung der Buchdruckerkunst nicht die Bohne interessiert, ist bezeichnend. In Wirklichkeit hat er das Buch wohl vor allem deshalb geschrieben, um seine These zu verbreiten, daß die europäische Hochkultur älter sei als die orientalische. Aber daß irgendwelche Zeichen auf Tonkrügen aus dem Balkan die älteste Schrift der Welt sein sollen, das nehme ich dem Autor einfach nicht ab, nach all den Fehlern, die in diesem Buch stehen. Fazit: Hände weg von diesem Machwerk!