Der Name Móa nimmt sich im Zuge der Norderweiterung der Musik (Björk, GusGus, Sugarcubes) sehr fremd aus - schließlich bezeichnet das Wort einen ausgestorbenen neuseeländischen Laufvogel, der über drei Meter groß war. Das ist um so seltsamer, da auf Island, wie Wolfgang Müller erzählte, tatsächlich viele Frauen und Männer nach heimischen Vogelarten benannt werden - von der Bachstelze bis zum Birkhuhn. Es geht weltläufig zu auf dem Solodebüt der Isländerin Móa: Nordische Glöckchen klingeln über abstrakten Beats, verschrobene Moogbässe treffen auf Oboen oder Sixties-Soundtrack-Streicher; manchmal wird auch die allwissende Diskokugel hinzugeschaltet, dann zieht der Treck mit alten Syndrums Richtung Eighties. Offenbar wurde hier am ganz großen Crossover für den Tanzflur gebastelt, auch wenn der Dank in den Credits an diverse einheimische Sjöns, Bjarkis und Hjörleifurs geht. Mitunter werden sogar cabarethaft schlurfende Passagen ans Computerprogramm verfüttert, und als Coverversion gibt es "You only live twice" aus dem gleichnamigen James-Bond-Film. Aber auch wenn tausend Verweise winken, bei aller Zitatfreude bleibt "Universal" stets dezent, unterkühlt und elegant. Hinter den Abziehfolien von sehr viel Style und gutem Geschmack blitzt eine Liebe zu feingewebten Popsongs auf, für die Móa so schön poetische Sätze wie "Living on a memory cloud" geschrieben hat. Überhaupt scheinen ihre Texte einem Schatzkästlein der Erfahrungen aus den neunziger Jahren zu entstammen, wenn es in "Rockets" etwa heißt: "I feel the rockets you fired in the sky / When we first kissed and you looked into my eyes." (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)