Exakt 44 Minuten benötigt Mike Scott um uns mit dem neuen „Waterboys" Album „Universal hall" seinen Kosmos zu erklären. Spiritualität, Liebe, Wiedergeburt, usw. sind seine Themen, und dabei singt er so eindringlich, dass man ihm einfach alles glaubt. Was das Musikalische betrifft, so hat er allen unnötigen Ballast abgeworfen. Der sperrig und opulent überladene Sound von „A rock in the weary land" ist passe'. Bei der Instrumentierung wird sich nur auf das Wesentliche konzentriert. Die elektrische Gitarre hat lediglich einen Kurzeinsatz in „Seek the light", ansonsten hört man meist nur Piano, Geige, Akustikgitarre und einfache Drumloops. Mehr braucht Scott für seine Botschaften nicht. Selbst bei seinen Texten beschränkt er sich häufig auf Dreizeiler. Einzig beim alles überragenden Titelsong „Universal hall" wählt er seine Worte in der sonst für Scott so typischen ausufernden Art und beschließt das Album furios. Weitere Höhepunkte sind „This light is for the world", das man auch auf „Room to roam" hätte finden können" oder das kurze eindringliche „e.b.o.l." Möchte man „Universal hall" einordnen, findet es seinen Platz irgendwo zwischen „Fisherman's blues", dem schon erwähnten "Room to roam" und Mike Scotts Soloalbum „Bring ‚em all in".
Fazit: „Universal hall" ist sicher eines der zugänglichsten und melodischsten Werken in der Diskographie der „Waterboys". Ob es dadurch auch, wie so häufig, die größeren Abnutzungserscheinungen hat, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass ich das Album fast täglich höre. Und dafür gibt es jetzt auch erst mal fünf Punkte.