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am 8. Oktober 2015
„Schönheit ist der Sinn der Welt. Schönheit genießen,
heißt die Welt zu verstehen“ (Bierbaum)

Vor den Werken Immanuel Kants lange Zeit eine große Ehrfurcht hegend, begann Schiller 1791 schließlich doch einen Blick in die Kritik der Urteilskraft zu werfen, die den Grundstein für sein philosophisches Erweckungserlebnis legen sollte. Aus einer anfänglichen Neugierde, entstand ein immer intensiveres Studium, das selbst vor der Kritik der reinen Vernunft nicht Halt machte. Schiller, der spürte, dass seine Zeit sich dem Ende näherte, fasste in sich das Vorhaben, seine künftige Zeit dem Ästhetischen zu widmen, da er an diesem Ort glaubte, die Luft der Ewigkeit noch eine Weile atmen zu können. Eineinhalb Jahre sollten noch vergehen, bis er an seinen Freund Körner schreiben sollte: „ Über die Natur des Schönen ist mir viel Licht aufgegangen, so dass ich dich für meine Theorie zu erobern glaube“. So aufschlussreich für ihn die Kantlektüre auch war, so hinterließ sie doch einen faden Beigeschmack bei Schiller. Er wollte nicht, so wie der Königsberger Philosoph sich mit der Tatsache zufrieden geben, dass sich kein objektives Prinzip finden ließe, das als Maßstab für die Frage, was schön sei gelten könnte und entwickelte einen Gegenentwurf, dessen Ausarbeitung uns hier in Form eines Fragment gebliebenen Briefdialoges vorliegt.

Kants Ästhetik befasst sich nicht mit der Analyse schöner Gegenstände, sondern sie verbleibt, wie schon in seinen bisherigen Kritiken im Bereich des Transzendentalen, also lediglich bei den Bedingungen, die das Schöne erkennen lassen. Er fragt nach der Beschaffenheit und dem zugrunde liegenden Erkenntnisprozess eines Geschmacksurteiles. Es stellt sich jedoch dann die Frage, worin sich eigentlich die Ästhetik von der Erkenntnistheorie unterscheidet. Was unterscheidet ein Geschmacksurteil von einem Erkenntnisurteil?
Das Erkenntnisurteil zeichnet sich Kant zufolge dadurch aus, dass ein vorgestellter Gegenstand durch den Verstand klar und begrifflich erfasst wird. Ich sehe einen Baum und subsumiere diesen eben unter einen klaren Begriff. Anders beim Geschmacksurteil, bei dem die Einbildungskraft den Gegenstand nicht klar greifen kann, sondern von diesem in ein Spiel des Abtastens versetzt wird, das den Verstand zwar sehr viel denken lässt, ihn jedoch keinen klaren Begriff zu bilden erlaubt. Dadurch das diese Erkenntnis, als harmonisches Wechselspiel zwischen Verstand und Einbildungskraft auf keine Begriffe gebracht werden muss, sich aber dennoch eine Erkenntnis bildet, nämlich eine Ästhetische, sieht Kant auf diese Weise das menschliche Erkenntnisvermögen erweitert.

In diesen subjektiven Gefilden, wollte sich Schiller jedoch nicht recht wohl fühlen und probierte daher die Perspektive vom wahrnehmenden Subjekt, auf das wahrgenommene Objekt hin zu ändern. Denn um das objektive Prinzip finden zu können, kommt er nicht daran vorbei, die Erfahrung miteinzubeziehen und fragt sich daher, welche Qualitäten einen schönen Gegenstand eigentlich auszeichnen. Schiller stimmt mit Kant dahingehend überein, dass das Erlebnis des Schönen einen subjektiven Vorgang in uns auslöst und Kant hingegen glaubt an die Wirklichkeit schöner Gegenstände, da sie überhaupt erst den Prozess in uns auslösen.
Blicken wir nun gemeinsam mit Schiller in die Welt der Gegenstände. Ich erblicke vor mir eine schöne, rote Rose und sehe mich dazu geneigt, diese als schön zu qualifizieren. Warum? Schillers Schönheitsdefinition zufolge ist Schönheit Freiheit in der Erscheinung. Diese Freiheit liegt dann vor, wenn der entsprechende Gegenstand aus sich heraus frei erscheint und keine Fremdbestimmung aufweist. Der schöne Gegenstand darf den reflektierenden Verstand nicht dazu veranlassen einen Grund oder ein Prinzip ausfindig zu machen, welches diesem zugrunde läge, sondern soll nur auf seine sich selbst erklärende Form aufmerksam machen. Jeder Gegenstand sieht sich von einem bestimmten Stoff/Masseverhältnis geprägt, dessen Beziehung ausschlaggebend für unser Schönheitsempfinden ist. Die richtige Relation für einen schönen Gegenstand liegt dann vor, wenn die Form die Masse beherrscht. Schiller vergleicht hierfür ein Pferd mit einer Ente. So besitze das Pferd zwar eine größere Masse wie eine Ente, dennoch erscheine uns das Pferd leichter: „ weil sich die lebendigen Kräfte zur Masse bei beiden ganz verschieden verhalten“, so Schiller. Bei der Ente beherrscht der Stoff die Form, wodurch sie uns schwerfällig erscheint und beim Pferd ist es die Kraft der Form, die die Masse zu beherrschen vermag, wodurch sie uns anmutig und grazil erscheint.

Die Rose, so könnte man mit Schiller sagen, wäre daher schön, da ihre Masse auf wunderbare Weise sich freiwillig der formgebenden Kraft unterwirft. Alles scheint sich absichtslos hervorzubringen, ohne das ein Teil den anderen in seiner Freiheit beschränken würde. Folgen wir Schiller weiter in seine ästhetische Welt, um ein Weltverhältnis kennenzulernen, dass die Dinge anders zu betrachten versteht. In dieser Welt: „ feiert die Freiheit ihr Fest“, so der Schillerbiograph Rüdiger Safranski. Wir werden in dieser angehalten, die Dinge so zu sehen, wie sie sich selber darstellen und folgen damit einer Devise, die gewisse Ähnlichkeiten zu der 100 Jahre später aufkommenden Maxime der Phänomenologie „ Zurück zu den Sachen selbst“ aufweist.
In der Abhandlung „ Über Anmut und Würde“, die Schiller nur wenige Monate später in der Zeitschrift „Neue Thalia“ veröffentlichte, wird sich Schiller der berühmten Konzeption der schönen Seele widmen und damit die moralischen Konsequenzen aus seiner Ästhetik ziehen. Im Gegensatz zur fixen Schönheit, die bloß naturgegen und unabhängig vom eigenen Willen sei, hänge Anmut von der Person und dessen bewegender Seele ab, so Schiller. So mag die Schönheit, die eine Frau als Talent naturgemäß erhalten habe, Wohlgefallen und Bewunderung erregen, ohne die Zugabe der eigens hervorgebrachten Anmut, jedoch nicht hinreißend wirken können. Das Besondere am Wesen der Anmut, als einer beweglichen Schönheit, ist, dass selbst nicht schöne Gegenstände von ihr berührt und dadurch an Schönheit gewinnen können. Da Anmut nur durch den eigenen Willen erzeugt werden kann und damit einem Akt der Freiheit entspringt, verortet Schiller den Begriff der Schönheit, sowohl in der Natur, als auch im intelligiblen

Während Schiller die Anmut, als einen bewusst hervorgebrachten Akt auffasste, sah Heinrich von Kleist in ihr eher eine natürliche, nicht bewusste Handlung, wenn er in seinem Aufsatz über das Marionettentheater schreibt: „Wir sehen, dass in dem Maße, als, in der organischen Welt, die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie, darin immer strahlender und herrschender hervortritt.“ Demnach trübt das Bewusstsein also die Anmut, was sie, wenn sie gezielt erzeugt werden sollte kokett und damit gefallsüchtig erscheinen ließe. Damit wäre sie jedoch nicht mehr schön im schillerschen Sinne, da die eigene Freiheit dann einen unnatürlichen Effekt erzielen würde. Ergänzt wird der Begriff der Anmut im Folgenden durch den Terminus der Würde, der „Ausdruck einer erhabenen Gesinnung“ sei, so Schiller. Beide Komponenten in Einklang zu bringen und damit ein harmonisches Ganzes zu vollbringen, stelle ein erstrebenswertes Ideal dar, von dem Schiller selber jedoch wusste, dass dieses sich in Anbetracht einer den Menschen unentwegt überwältigenden Natur nicht in Gänze erreicht werden könnte.

Schiller, der der Lebensmaxime folgte, nach der sich der Geist den Körper baue, musste sich dann doch seinen Krankheiten beugen. So lässt sich in seinem 1799 entstandenen Gedicht „Nänie“, das mit der Zeile beginnt „Auch das Schöne muss sterben“, dann doch ein melancholischer Unterton in der schillerschen Ästhetik ausmachen. Der große Dichter verstand jedoch die Kunst in Schönheit zu sterben.
Die Frage, ob das Geheimnis der Schönheit nun in der Freiheit liegt, oder wie bei Platon in einer unsterblichen und unvergänglichen Idee, möglicherweise aber auch eine Form der Wahrheit ist, die wie beim späteren Hegel, in der Schönheit sogar sinnlich angeschaut werden kann, oder doch nur ein bestimmter subjektiver Erkenntnisvorgang, wie er bei Kant beschrieben wird. Am Ende bleibt doch jenes Geheimnis, dass wir, zu erfahren uns eigentlich nicht wünschen, denn „Was uns an der sichtbaren Schönheit entzückt, ist ewig nur die unsichtbare“

Jérôme
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am 21. März 2009
"Es ist nicht nötig, dass ich lebe: wohl aber, dass ich meine Pflicht tue" sprach Friedrich der Große (1712-1786) und setzt damit ein Zeichen für den Dualismus dieser Zeit. Preußische Pflicht vs. Leben, Pflicht vs. Neigung, Natur vs. Willen und Schiller (1759-1805) schickt sich an, eine Harmonie anzustreben zwischen Neigung und Pflicht oder eben das Wollen des Sollens einzuläuten. "Ich kann, weil ich will, was ich muss" ist der kantsche Satz, in dem die Welt und ihr sittliches Gesetz sich spiegelt. Das Individuelle wird dem Allgemeinen und dem großen Ganzen untergeordnet, sodass das sittliche Gesetz allgemein gültig wird.

Die "Anthropologie in pragmatischer Hinsicht" (Kant, 1724-1804) ist noch nicht erschienen. Schiller selbst veröffentliche 1793 seine pragmatische Ästhetik mit Blick auf die Kritiken Kants, vornehmlich die Kritik der praktischen Vernunft (KpV, 1788) und die Kritik der Urteilskraft (KdU, 1790). Kant konnte durchaus Positives Schillers Essay abgewinnen, trotz dem sein Denken über Moral zumindest im Ansatz kritisiert wird. Auch wenn Schiller mit der KpV und KU übereinstimmt, kann er der strikten Trennung von Ästhetik und Ethik nichts abgewinnen, solange sie sich entgegengesetzt auf den menschlichen Willen auswirken soll. Schiller kämpft gegen den Sieg der Vernunft, solange dieser die Sinnlichkeit unterdrückt. Die Vorgedanken zur ästhetischen Erziehung werden hier gegründet. Schiller folgt im Großen und Ganzen der Kantschen Analyse zum Schönen und Erhabenen. In der KdU schreibt Kant: "Schön ist das, was in bloßer Beurteilung (also nicht vermittelst der Empfindung des Sinnes nach einem Begriffe des Verstandes) gefällt. Hieraus folgt von selbst, dass es ohne alles Interesse gefallen müsse. Erhaben ist das, was durch seinen Widerstand gegen das Interesse der Sinne unmittelbar gefällt", also auch nur denkbar und jeden Maßstab der Sinne übertrifft.

"Anmut und Würde" ist ein Essay, welcher an den Briefwechsel mit Körner (1756-1831), unter dem Namen Kallias veröffentlicht, anschließt, in dem noch die Schönheit als Begriff versucht wird zu klären. ("Schönheit ist nichts anderes als Freiheit in der Erscheinung".) Schiller ist hier ganz antithetisch zu Kant, der in der KpV das Schöne noch als Frage der Erkenntnis behandelt und schlussendlich in der KdU es dem subjektiven Urteil unterstellt. Kanten zum Trotz will Schiller den Stein des Weisen finden und die Objektivität des Schönen beweisen im Dualismus von Schönheit und Freiheit, in der Betrachtung von Anmut und Würde, von Schönem und Erhabenen. Ihm, Schiller, soll also die Harmonisierung gelingen, wo Kant noch Gegensätzlichen sieht ([ästhetischer Genuss auf der Verstandesebene entstehend] "erst durch nachträglich hinzutretende Akte ein Gastrecht auch in der Welt des tätigen Menschen, als ein Symbol seiner sittlichen Vollkommenheit" [erhält]). Die Kantsche Pflichterfüllung soll zur schönen Seele (gem. urschöpferischen Eros) werden, einen Zustand des Gemüts, wo "Vernunft und Sinnlichkeit, Pflicht und Neigung zusammen stimmen".

"Ich nenne Schönheit eine Pflicht der Erscheinungen, weil das ihr entsprechende Bedürfnis im Subjekte in der Vernunft selbst gegründet und daher allgemein und gültig ist. Ich nenne sie eine frühere Pflicht, weil der Sinn schon geurteilt hat, ehe der Verstand sein Geschäft beginnt".

In dieser Sequenz findet man den Grund aller Überlegung. Schiller spricht von der Pflicht, der Erscheinung im Sinne der praktischen Vernunft, einer Schönheit, die dem Vernunftgesetz entspricht, weil sie dort gegründet ist und doch als Erscheinung vor dem Verstand eine Sinneshoheit ist.

Anmut erzeugt für die Schönheit die höchste Freiheit, weil sie in der Beweglichkeit der Schönheit letztendlich in eine Bezauberung führt. Anmut ist Schönheit unter der Ägide von Freiheit, nämlich der Freiheit, die die Person, das Subjekt sich nimmt, um anmutig zu erscheinen. Wirkt das Subjekt willkürlich, lässt es eine vorgestellte Wirkung in der Sinnenwelt erscheinen. Dieses gelingt nur für die Anmut. Schönheit ist an sich willenlos, denn sie gilt nach dem Gesetz der Notwendigkeit und letztendlich auf Veranlassung einer Empfindung. Dieses sind sympathetische Bewegungen (griechische Mythenanalogie des Venusgürtels), die in ihrer Gleichzeitigkeit zur moralischen Gesinnung dieser als Begleitung dienen. Solange Bewegung und Gesinnung zeitgleich laufen, sind sie unwillkürlich, also sympathetisch. Nicht gleichzeitig kann man sie nennen, wenn die Bewegungen nur einem Zweck unterliegen, dann wird zum Beispiel in einer Rede Wort und Bewegung als nachgelagert auffallen und damit als unecht interpretiert. Wahr ist ein Subjekt in seiner Anmut, wenn es von seiner Anmut nichts weiß. Damit liegt das vollendete Wesen der Anmut in der Sinneswelt und ist nicht von der Vernunft beeinflusst.

Neben der Analytik des Schönen und der Verbindung zur Anmut lässt sich Schiller auch als Anti-Kant lesen. Deutlich wird es in den Überlegungen zur menschlichen Natur als ein "verbundenes Ganzes in der Wirklichkeit". Dem Philosophen gelingt nur ein Etwas erscheinen lassen durch Trennen. "Nimmermehr kann die Vernunft Affekte als ihrer unwert verwerfen, die das Herz mit Freudigkeit bekennt". Sinnliche Natur und analytische Vernunft ist harmonisiert in Eins und kann "ohne Gewalttätigkeit" nicht mehr getrennt werden. Der Wille rückt somit näher der Empfindung als der Erkenntnis, "und schlimm wäre es, sich erst bei der reinen Vernunft zu orientieren".

"Beiden (Natur und Vernunft) gleichermaßen vertrauen, ist Zeichen einer Übereinstimmung, die ihrerseits Siegel der vollendeten Menschheit und gleichzeitig das, was unter der schönen Seele zu verstehen ist". In einer schönen Seele gilt eben höchste Harmonie. Sinnlichkeit und Vernunft, Pflicht und Neigung lösen sich auf unter der Ägide der Grazie, Anmut ist ihr Ausdruck in der Erscheinung.

Gelingt der Ausdruck als eine Übertragung in eine erhabene Gesinnung, dann kann der Mensch würdevoll im Sinne einer "vollstimmigen ganzen Menschheit" handeln. Die "reifste Frucht der Humanität" ist nach Schiller eine Idee, nach der es zu handeln gilt, deren erreichen jedoch unmöglich ist. Die Natur hat dem Menschen die Selbstsorge auferlegt, damit liegt seine Aufgabe in der Sorge um sich (vgl. Foucault, Ästhetik der Existenz). Mit dem Wissen um Freiheit und Willen kann er entscheiden zwischen Natur und Moral, doch immer im Sinne der Vernunftgesetze und erst mit der Vernunft kann der Mensch seinen Endzweck erkennen. (Schiller=Kant). Diese unterliegt der Moral, so dass das menschliche Handeln immer sittlich sein wird, aber eben auch integrierend von Vernunft und Affekt. So wird die schöne Seele im Affekt zur erhabenen. Doch unter der Maxime der Würde muss der Geist über den Körper herrschen, tut er dieses in einem vollendeten Maße, wird die Würde majestätisch. So wie Anmut in der höchsten Form ins Bezaubernde mutiert, wird Würde zur Majestät, Freiheit als höchste Freiheit verzerrt sich in sich selbst. Liebe gelingt in der Unzertrennlichkeit von Anmut und Schönheit.

Allem Guten nachzuahmen, nicht nachzuäffen ist letzte Empfehlung eines moderat kantkritischen Essays, der in dem Versuch, Gegensätzliches zu Harmonisieren unter der Führung von Schönem und Erhabenen den Geist des Autors ins rechte Licht rückt. Schillersche Eloquenz auf die Philosophie angewandt zeigt ihn als Dichter der Freiheit, Freiheit, die nur zu erreichen ist in einer Balance von Einheit wie der Mannigfaltigkeit, also Natur und Vernunft. Oder anders: er muss sich von beiden gleichweit entfernt halten. Sinnlichkeit und Vernunft zu vereinen gelingt nur in einem dritten Trieb, das ist der Spieltrieb, wie er in den Kallias-Briefen schreibt. Als HOMO LUDENS die Kunst zu leben als Lebenskunst zu sehen, heißt den zwei Genien zu folgen.

DIE FÜHRER DES LEBENS (1795)

Schön und Erhaben

Zweierlei Genien sinds, die dich durchs Leben geleiten,
Wohl dir, wenn sie vereint helfend zur Seite dir stehn!
Mit erheiterndem Spiel verkürzt dir der eine die Reise,
Leichter an seinem Arm werden dir Schicksal und Pflicht.
Unter Scherz und Gespräch begleitet er bis an die Kluft dich,
Wo an der Ewigkeit Meer schaudernd der Sterbliche steht.
Hier empfängt dich entschlossen und ernst und schweigend der andre,
Trägt mit gigantischem Arm über die Tiefe dich hin.
Nimmer widme dich e i n e m allein. Vertraue dem ersteren
Deine W ü r d e nicht an, nimmer dem andern dein G l ü c k.
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