Musik kann etwas schönes sein. Sie kann befreien, inspirieren, zum Nachdenken anregen oder einfach nur unterhalten. Folgt man dieser Definition wäre dieses Album theoretisch nicht dem Genre der Musik, weder als Kunst noch als Entertainment, zuzuordnen. Was haben wir also? Ein weiteres schnelllebiges und belangloses Konsumprodukt, welches einzig und allein aus Gewinnstreben produziert wurde. Und ich meine nicht produziert im Sinne von Studioarbeit, sondern als Beschreibung der mechanischen, verkaufsproduktorientierten Anfertigung, welche sich theoretisch nicht im Geringsten von der Fabrikation von Aldi Tütensuppen unterscheidet. Es gibt hier keine Kreativität, keine Seele, keine Ehrlichkeit oder gar Glaubwürdigkeit, sondern nur industrielles Kalkül. Musik ist mehr als die Summe der Einzelteile? Hier definitiv nicht. Begleitung, Melodien, Lyrics und Vocals werden mit mäßiger technischer Versiertheit mechanisch zusammengerührt und unter dem "Gütesiegel" Bohlen auf CD gepresst. Ein wenig Psychologie ist auch dabei: Eine ausgefeilte Maschinerie aus aggressivem Marketing und überlegtem Recycling ausgewählter, bereits erfolgsbestätigter Melodien ließ dieses Album zum Charthit werden.
Klingt hart, aber sein wir doch mal auch nur für einen Moment ehrlich: Ich kann in dieser Rezension schreiben was ich will, da dieser Artikel sowieso nach 6 Monaten aus dem Inventar verschwindet. Warum? Bei diesem Ableger dieterscher Vermarktung handelt es sich schlicht und ergreifend um Wegwerfmusik. Dies ist nicht Ausdruck meiner persönlichen Abneigung (mit diesen Mechanismen habe ich mich längst abgefunden), sondern objektive Gesetzmäßigkeit. Jedes Jahr gibt es aufs Neue irgendeinen musikalischen Hype der "die Nation spaltet" (wer erinnert sich an Big Brother?). Die Ergebnisse im Allgemeinen und DSDS im Besonderen sind Wertlos. Dieses Wort umschreibt diese Musik mit Abstand am besten.
Was haben wir auf der technischen Seite? Simpelste Kombinationen von Standartsamples, welche man auch in jeder "Music Maker"-Datenbank findet, werden kombiniert mit instrumentalen Arrangements, die aus bestenfalls 3 oder 4 nah beieinander liegenden Tönen oder 2 Akkorden bestehen. Die Stimmen der gesanglichen Vertreter sind allesamt austauschbar. So sympathisch uns doch einige Kandidaten waren, realistisch betrachtet bietet jeder Schulchor vergleichbare Stimmen. Die Songs an sich gab es alle schon mal. Ob nun unter den Pseudonymen "Modern Talking", "Blue System" oder wie auch immer sie alle hießen.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich jeder Käufer darüber im Klaren sein sollte, dass er sich hier ein anspruchsloses Musikerzeugnis kauft und einzig und allein der kalkulierten Ausbeutung bzw. Massenverdummung Tribut zollt. Wem die Musik etwas gibt, der soll ruhig zugreifen, denn dann hat "United" wenigstens eine minimale Existenzberechtigung, auch wenn das Berühren der Menschen bestenfalls als ungewollter Nebeneffekt betrachtet werden kann.