- Plattform: Windows 98 / Me / 2000 / XP
- Medium: CD-ROM
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Jetzt hat der Münchner Systhema Verlag, in dem 1995 unter anderem auch die gut gemachte interaktive Thomas-Mann-Biographie Rollende Sphärenerschien, Kindlers Neues Literaturlexikon (1988-1992) auf CD-ROM herausgebracht. Versammelt sind Informationen zu mehr als 8000 Autoren sowie 120 Essays zu den Nationalliteraturen der Welt. Die übersichtliche Oberfläche und die einfach zu handhabende, überaus differenzierte Suchfunktion (z.B. nach Autorennamen, Titel, Gattung, Geburtsort oder Lebensdaten) machen selbst zerstreuten Professoren die Recherche leicht. Daß man nun auch nach Schlagworten im Fließtext fahnden und auf diese Weise Informationen erhaschen kann, die im Druckwerk kaum zu finden waren, zeigt einmal mehr den Nutzen des Computers auch -- und gerade -- für den enzyklopädisch interessierten Bücherwurm.
Alles in allem eröffnet die CD-ROM-Ausgabe derart viele Zusatzmöglichkeiten, daß sich der stöbernde Nutzer nun verwundert fragt, wie er bisher ohne den "digitalen Kindler" überhaupt hat studieren, lehren, rezensieren oder lesen können. Etwas ärgerlich ist nur, daß sich die Herausgeber auf die inzwischen auch schon wieder drei Jahre alte Studienausgabe stützen: So wird der, der sich über bedeutende Romane wie T.C. Boyles' World's End (1987) oder abgelegene Geheimtips wie Robert Müllers expressionistisches Meisterwerk Tropen (1915) informieren will, weiterhin zum 1999 erschienenen Ergänzungsband der Druckfassung greifen müssen. --Thomas Köster
Mehr aber auch nicht. Bei der Masse und Menge des erfassten Materials bleibt es zwangsläufig bei den Verweisen - Zusammenfassungen etc. bleiben notgedrungen verständlicherweise oberflächlich. Mehr als ein Ideengeber WO man nachschlagen KANN ist das KnLL nicht.
Hier sollte gerade die kostengünstigere CD-ROM Variante Vorteile bei der Suche bieten, die einige Vorteile, aber auch leider etliche Nachteile hat:
Positiv:
Wirklich sehr schnelle Suche, geringer Platzbedarf verglichen mit der Buchausgabe.
Negativ:
Der Kopierschutz erfordert ständige Präsenz der CD im Laufwerk. Leider hängt er auch bei nahezu jedem vierten Start das Programm auf, hier hilft nur der Taskmanager, abbrechen und nochmal starten. Die Fenstergröße ist frei wählbar, aufgrund eines recht breiten Rahmens empfiehlt sich jedoch eine Vollbild-Darstellung. Minimieren, Maximieren - diese Standard-Windowssymbole fehlen leider, man kann nur "schließen". Die Suchmaske erzwingt ständig die Verwendung der "Recherche" Funktion, tippen in einem Suchfeld unter den Kategorien "Werk" oder "Autor" geht nicht immer, in manchen Dialogen ironischerweise dann doch. Bei der Volltextsucht fehlen außerdem heute übliche und sinnvolle Verknüpfungen wie UND, ODER und ausschließendes NICHT. Meine glorreiche Idee, die Datenbank auf die Festplatte zu kopieren und als Access-Datenbank zu verwenden, scheiterte an einem Passwort, welches die Verwendung der eher umständlichen Benutzeroberfläche erzwingt. Hier hilft nur ein Tool um den Kopierschutz auszuhebeln, was aber nicht Sinn der Sache sein kann. Die Exportfunktionen könnten besser sein, aber .txt, .rtf und .html stehen zur Verfügung und funktionieren auch problemlos. Direkt ausdrucken ist auch möglich.
Insgesamt ein sehr hilfreiches Nachschlagewerk, der Preis ist dennoch zu hoch, ich rate zum Gebrauchtkauf. Die Benutzeroberfläche ist simpel, aber unintuitiv, geradezu primitiv und steinzeitlich. Ein besseres Interface würde das ganze Lexikon gehörig aufwerten.
Alles in allem sehe ich die CD-ROM zwiespältig: Die Möglichkeit des Exports der Titel und der anschließenden sofortigen Recherche im Internet z.B. ist sehr hilfreich. Aber den Gang in die Bibliothek erspart es nicht. Hier könnte man auch kurz leihweise einen Blick ins KnLL werfen, die restliche Recherche findet wahrscheinlich sowieso in der Bibliothek statt. Will man nur kurz einen Überblick oder eine Biographie, bietet sich die Wikipedia an.
Die CD-ROM-Ausgabe verspielt viele Chancen durch ihr schlechtes Interface und den restriktiven Kopierschutz. Der immer noch relativ hohe Preis sollte hier für mehr Qualität und Leistung bürgen. Als Nachschlagewerk an sich ist der Kindler nach wie vor sehr nützlich.
Negativ anzumerken ist lediglich der nervige Kopierschutz, der in Ladezeiten von 5-10 Minuten pro Neustart der Software resultiert, die Suche an sich geschieht aber recht fix.
Wegen sehr langer Ladezeit, dem hohen Preis, leichten Lücken und dem Umstand, dass auch das kostenlose Internet teilweise hervorragende Suchergebnisse bringt, nur 4 Sterne.
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