Die wichtigste Aussage, die ich zunächst zu diesem Produkt treffen kann, ist jene,
dass es die Doppel-CD + die DVD mit dem Konzert aus dem Shoreline-Amphitheatre 1991,
plus eine weitere DVD mit den (nun dadurch offiziellen) Bootlegs der Konzerte in Pensacola
und Denver noch exklusiv bei der Firma Gonzo Multimedia als limitierte Box (über online-
direct-order) gibt (damit man nicht alles doppelt kauft, wenn man halt alles will).
Mit "Shock To The System", "Changes", "Lift Me Up" und "And You And I" fehlen im Film (und
echt nervender Weise auch hier auf der Doppel-CD) gleich vier der für mich wichtigsten Titel der
Show/Tour. Weniger schmerzhaft, aber ärgerlich, dass auf einem als Doppel-CD erschienenem Produkt
auch folgende Titel der Show fehlen: "Evensong", "Hold On", "Take The Water To The Mountain",
"Tony Kaye`s Solo".
Das Audio/der Klang dieser Doppel-CD ist alles andere als perfekt. Das Shoreline-audio ist leider oft
nicht besser als ein gutes bootleg (die Abmischung betreffend). Der Ton ist schlecht ausbalanciert;
insbesondere Trevor Rabin ist oft zu leise abgemischt (ob das wohl Steve Howe"organisiert hat? -
grins -), nämliches gilt für den Gesang von Jon Anderson; oder auch die Keyboards. Da habe ich auf
anderen Quellen oft Besseres vorgefunden. Was hätte ein auch nur halbwegs fähiger Tonmeister hier
für ein Klangbild aus acht Quellen zaubern können - aber nein, Fehlanzeige ... !
Ebenfalls ruiniert wird der Titel "I`ve Seen All Good People" von einer Art elektronischem
Gejauchze, dass von Tony Kayes keyboards kommt (es war das letzte Konzert der Union-Tour
überhaupt; vielleicht sollte dies seine Freude darüber illuminieren?). Es gibt ja Stimmen,
welche wissen wollen, dass seine Parts sowieso überwiegend von Roadies unter der Bühne
gespielt werden; er das ganze also über weite Strecken nur mimt ....
Um jedoch auch mal was positives zu sagen: Sehr gelungen ist für mich gleich der opener
"Yours Is No Disgrace" , - wo wir den Pfusch des Tonmeister gleich bei seinem ausbalancieren
des Mixes bei dern ersten Akkorden forever live erleben können -, aber auch zum ersten- und
letztenmal soetwas wie Interaktion zwischen Howe und Rabin erleben, eine richtige, grandiose
Gitarrenschlacht. Ich bin nun nicht gerade ein Fan der Rabin-Yes; aber wenn er sich auf seine
mclaughlinesken Qualitäten besinnt, wie hier; ist er mir durchaus erträglich. Beide Soli blähen
den Titel auf 20 Minuten auf, aber haben schon einiges an Explosivkraft in sich. Sich dies auch
von der DVD visuell untermalen zu lassen, ist für mich die bessere Variante. Überflüssig, weil
den Charakter des Songs entstellend, sind für mich hingegen Rabins prätentiöse Floskeln im
Instrumentalteil des ansonsten sehr gelungenen Monumentalwerkes "Awaken". Ansichtssache ...
Überhaupt ist es sehr erstaunlich, welche wirklich gut inszenierte, musikalisch teils sehr ergiebige
Komödie uns die acht, - nicht nur als Yes-East und Yes-West-verstrittene, sondern auch untereinander
zu dieser Zeit wirklich menschlich fundamental kommunikationslosen und einander verhassten Musiker
uns da vor-spielen; insbesondere die Feindeslager Howe/Anderson, Howe/Wakeman, Howe/Rabin,
Kaye/Wakeman, White/Bruford, Squire/Anderson.
Wer der Meinung ist, dass er die DVD('s) nicht braucht, für den stellt dieses Produkt eine Alternative
dar. Ich finde die Unvollständigkeit des Sets und die Soundbalance erbärmlich - nach 20 Jahren des Wartens!
Wer sich Ergänzungen dazu sucht, wird sie jedoch auch finden ... und staunen, wie gut die Titel klingen,
als die Tour noch jünger war, und wenn die Soundbalance stimmiger ist ...
CD 1:
01. Intro: Firebird Suite
02. Yours Is No Disgrace
03. Rhythm Of Love
04. Heart Of The Sunrise
05. Steve Howe Solo: Clap/Mood For A Day
06. Make It Easy/Owner Of A Lonely Heart
07. I've Seen All Good People
CD 2:
08. Trevor Rabin Solo: Solly's Beard
09. Saving My Heart For You
10. Chris Squire/Alan White Solo: "Whitefish"/Amazing Grace
11. Rick Wakeman Solo
12. Awaken
13. Roundabout