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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Pseudo-intellektuelle Plattitüden, 21. Februar 2008
Eines der schlechtesten Bücher, das ich kenne. Mich überkam bereits nach wenigen Seiten Lektüre der zielgerichtete Drang, daß soeben erstandene Exemplar in den nächsten Mülleimer zu befördern.
Michael J. Hartung schwadroniert in einem unerträglich manirierten Stil über abgegriffene Klischees des Universitätsalltags und zementiert Allgemeinplätze, die einfallsloser nicht sein könnten. Man fühlt sich mit Gewalt an jene WG-Partys erinnert, bei denen derartige Belanglosigkeiten ihre eloquenten Besitzer wechseln. Oder an jene selbstbewußten Worthülsengefechte, die sich der Oberschlaumeier des Seminars mit dem Herrn Professor liefert. Zwischen augenzwinkernd-kumpelhaft und geistreich-schwülstig schwankt das Sprachexperiment, das in beiden Fällen gründlich mißlungen ist. Der fahle Nachgeschmack von schiefen Bildern, bemühtem Witz und leeren Phrasen macht dem Leser bald die Zunge taub und läßt die Galle bitter aufschäumen. Bepackt mit so viel sprachlichem Bombast, hat man Mühe die eigentliche Geschichte aus den selbstverliebten Schnörkelschichten herauszuschälen. Hat man endlich den Inhaltlichen Kern freigelegt, wird die Entäuschung um so größer. Das Niveau der Handlung gibt dem miesen Stil die Hand. Für diese Erkenntnis braucht man das Werk jedoch nicht durchzuarbeiten. Eine kurzer Heimweg mit der Straßenbahn reicht dazu aus: Endstation. Mülleimer.
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Willkommen im Garten der knospenden Stilblüten., 30. August 2007
Schade. Wirklich schade. Vielleicht ist die Geschichte gar nicht schlecht, die Manuel Hartung da erzählt. Vielleicht sind auch viele der beschriebenen Uni-Klischees treffend und witzig. Könnte sein. Ich werde es aber nie erfahren - denn weiter als bis zur Seite 40 konnte ich den Roman auch mit viel gutem Willen nicht lesen.
Manuel Hartung versucht offenbar literarisch zu schreiben - obwohl, soll es wirklich Literatur sein? Sein Roman liest sich eher wie ein komplett überzogenes Beispiel der Texte, die man für Bewerbungen an Journalistenschulen schreibt. Er nimmt alle Ratschläge beim Wort, die da in diversen Ratgebern für eine gute Reportage gegeben werden: Beobachten Sie ihre Umgebung! Achten Sie auf Details! Beschreiben Sie, was Sie sehen!
Und das tut Manuel Hartung. Jedes Staubkorn auf irgendeinem Türstock wird bis zum letzten Molekül charakterisiert, metaphorisiert, und - ganz wichtig! - mit einer Farbbeschreibung versehen. Das nervt nicht nur, weil die ganzen unwesentlichen Details von der Handlung ablenken, es ist auch noch in den meisten Fällen so misslungen, dass man sich beim Lesen vor lauter unfreiwilliger Komik ständig mitschämen muss. (Wenn ein Putzlumpen irgendwo runterfällt, dann natürlich nur so: "Kreide, Staub und Dreck steigen als winzige Kumuluswolken nach oben wie der Weihrauch bei einer Papstmesse." Ahhh ja. Und der Prof ist nicht einfach nur faltig, nein: "Die Zeit hat Falten in sein Gesicht geschliffen, so als ob man mit einem schmalen Kiesel Linien durch noch feuchten Sand zieht.")
Vielleicht möchte sich ja irgendjemand mal die Mühe machen, die Adjektive in diesem Roman zu zählen, mit besonderer Berücksichtigung der Farben. Man hätte viel zu tun, allein mit dem Wörtchen "dottergelb".
Ebenso großen Wert legt Hartung auf die Physiognomie aller auftauchenden Personen. Selbst wenn sie dem Protagonisten nur einmal im Vorbeigehen auf dem Campus begegnen - ohne detaillierte Beschreibung der Nasenlänge, der Höhe der Wangenknochen und der Position des Haaransatzes (bei Männern in der Regel schon sehr weit oben) macht es Hartung nicht.
Leider passt der verquaste, von Stilblüten durchzogene Schreibstil des Autors auch so gar nicht zu seiner netten Boy-meets-Girl-Geschichte. Die war ihm allerdings ohne all dies wohl zu platt. Und falls man am Ende des Buches immer noch nicht verstanden hat, was für ein schlaues Kerlchen doch der Autor ist, kann man das ja zum Glück im Nachwort nochmal bestätigt bekommen, wo dann mit schönem Dünkel das Bildungsbürgertum ausgepackt und J.M.R. Lenz und Martin Walser zitiert werden.
Wie gesagt, es ist schade: Aber dieser Roman ist machmal wirklich wie die Uni - nervig, voller Klugscheißer und vor allem gewollt und nicht gekonnt. Dabei hat man doch mit so vielen Erwartungen angefangen!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
"Brutalstmögliches" Fremdschämen, 12. Oktober 2007
Manuel Hartungs "Uni-Roman" liest sich wie der verzweifelte Versuch "Generation Golf" zu imitieren. Auch hier wird eine "Generation" heraufbeschworen, die die Universitäten (in diesem Fall die Uni Bonn) bevölkert. Angeblich weiß eine ganze Generation auch nicht, warum sie sich eigentlich eingeschrieben hat und ist so phlegmatisch, daß sie stets den Weg des geringsten Widerstandes wählt. Ob dem wirklich so ist und ob Studenten wirklich repräsentativ für eine ganze "Generation" sein können, bleibt offen, fest steht aber, daß Hartungs Roman über die Formulierung langweiliger Stereotype nicht hinaus kommt.
Sprachlich ist der Roman irgendwo zwischen "pseudo-intellektuell" und möchtegern Wortwitz anzusiedeln. Der Autor scheint der Meinung zu sein, daß man fehlende Handlung durch lange und langweilige Beschreibungen von Putzlappen, Bierlachen auf dem Boden und extensive, aber völlig sinnentleerte Beschreibungen von Gefühlsregungen wettmachen kann. Da wird auf Seite 121 z.B. von "fortbestehende[m] Seelenstigma, als Dauerzustand eines Verlusts" schwadroniert oder der ich-Erzähler lamentiert auf jeder dritten Seite über seinen Haarausfall. "Brutalstmöglich" gehört scheinbar genauso zu den Lieblingswörtern des Autors wie "dottergelb". Diese wenig originellen Wortschöpfungen können auch nicht darüber hinweg täuschen, daß die Story des Romans sehr dünn ist und alles andere als interessant.
Wenn man dann den Roman mühsam beendet hat, darf man sich beim Lesen des Nachwortes noch einmal peinlich berührt fühlen. So meint der Autor den Leser wissen lassen zu müssen, daß der "Uni-Roman" kein autobiographischer Text sei und schließt das Nachwort mit einem Zitat von Martin Walser. Beides ist nicht nur ungewollt komisch, sondern ist auch eine unerträgliche Glorifizierung des Bildungsbürgertums.
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