Da stöbere ich bei Amazon, wann denn der nächste Teil der Nightside Reihe von Simon R. Green veröffentlicht wird und stoße dabei auf ein mir bis dato unbekanntes Buch dieses Autoren.
Ghosthunters: Unheil aus der Tiefe. Da ich zur Zeit außer der Tageszeitung nichts zum Lesen habe und die Nightside wohl bis 2012 auf sich warten lässt, bestelle ich kurzerhand dieses Buch und harre der Dinge, die der Postbote denn da bringen möge.
Wie immer liegt das Buch nach kürzester Zeit in unserem Briefkasten und ich fange an zu schmökern. Nach den ersten Seiten denke ich: Aha, eine Organisation, deren Agenten paranormale Erscheinungen im heutigen London untersuchen. Das kenne ich doch irgendwoher, achja die Familie Drood lässt grüßen.
Die Story und das Setting erinnert doch ziemlich an diese Reihe und hält sich auch grob an bewährte Strickmuster.
Etwas großes, uraltes Böses, wahlweise aus höheren oder niedrigeren Dimensionen als der unseren, versucht sich vorzugsweise mit Gewalt in unserer Welt zu manifestieren. Die Agenten der guten Seite, die die eine oder auch andere exzentrische Macke pflegen, werden zum Ort der Hölle auf Erden geschickt, um nach dem Rechten zu schauen und treffen dort natürlich auf ihre Gegenstücke der bösen Seite, die hier auch im Außeneinsatz sind, nur aus anderen Beweggründen.
Dann kommt alles wie es kommen muss und Green beschreibt in seiner typischen schwarzhumorigen Art, was da alles für schlimme Dinge geschehen und welche unschönen Auswirkungen das auf die Umwelt hat.
Durch teils sehr detaillierte Beschreibungen der Charaktere und deren Unzulänglichkeiten, schafft es der Autor immer wieder, seine Akteure und die damit einhergehende Geschichte dem Leser in seiner Phantasie zu verbildlichen oder wie es ein anderer Rezensent einmal beschrieben hat, Green ist ein Paradebeispiel für Kino im Kopf.
Das Buch ist wie immer unterhaltsam, nur so langsam ist das paranormale Setting im heutigen London ein wenig ausgereizt, denn immerhin spielen dort -mehr oder weniger- noch zwei andere Reihen des selben Autors, darüber hinaus fallen meines Erachtens Unzulänglichkeiten in der deutschen Übersetzung negativ auf, oder weiß jemand, was Gedanken wie NATO-Draht bedeuten soll?