Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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55 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
(leider) ein Hohlbein wie eh und je, 7. April 2008
Wolfgang Hohlbein war DER Autor meiner Kindheit. Die "Enwor-Saga" habe ich verschlungen und darauf folgte weitere zahlreiche Bücher dieses Autors, jedoch machte sich bereits zu jener Zeit gelinde Verwunderung bei mir breit. Hohlbein schreibt im Grunde immer das gleiche, er spricht von "Schatten,die mehr sind als die Abwesenheit von Licht" oder "gefüllt mit Dingen, die dort nichts zu suchen haben" und und und... Das wäre soweit in Ordnung, wenn es Stilmittel in Form von Variationen wären... leider sind es teilweise exakt die gleichen Formulierungen. Wenn man 2-3 Bücher von Wolfgang Hohlbein gelesen hat, dann braucht man an und für sich keine weiteren zu lesen, denn sie ähneln sich stark in Schreibweise, Spannungskurve und "Überraschungsmomenten".
Vor ein paar Jahren habe ich Wolfgang Hohlbein dann für mich persönlich aufgegeben. Spätestens seit der Zeit, als er mit seiner Frau gemeinsam Bücher schrieb und ein Werk eben nicht mehr sein "alleiniges" war, hatte er eine Grenze für mich persönlich überschritten, wo ich ihn nicht mehr akzeptieren konnte.
Nun stand "Unheil" in den Regalen. Ein Buch, mit einem tollen, schön gestalteten Einband auf dem zu lesen ist, daß "Conny" (die Protagonistin) von "übernatürlichen Wesen" gejagt wird und dieses Buch Holbeins "düsterstes Werk" sein soll. Nun, die Vampirthematik ist per se schon einmal interessant und der Einband klang für mich so,als könne man dem Autor noch einmal eine Chance geben. Vielleicht hatte er ja eine Entwicklung durchlaufen, die seine Werke interessanter machte.
Ich habe dieses Buch in nur 1,5 Tagen ausgelesen. Nicht, weil es so spanndend und so toll gewesen wäre, sondern weil ich vielmehr fassungslos darauf gewartet habe, daß ein großer Knall kommt und dieses Buch vielleicht doch noch die Klasse erreicht, die man erwartet hat. Und ich wurde auf ganzer Linie enttäuscht.
Die Protagonistin verhält sich ausnehmend dämlich. Die Gelegenheiten, in denen man sie aus dem Buch herauszerren möchte um ihr etwas Verstand reinzuprügeln sind Legion. Und das hat wenig mit "Identifikation" oder "mitfiebern" zu tun, sondern mehr mit absoluter Langeweile und einem hohen Grad an genervt sein. Unzählige Gelegenheiten, in denen sie "es nicht über sich bringt, die Wahrheit zu sagen" oder "nicht ausspricht, was sie beschäftigt" oder "genau das falsche sagt, und die Situation für sie noch verschlimmert". Das erzeugt keineswegs Spannung, sondern erweckt ein tiefes Gefühl von Langeweile und "Konstruiertheit". Wer sich die Gespräche zwischen "Conny" und ihren Vorgesetzten einmal durch den Kopf gehen läßt, wird wissen, wovon ich spreche. Auch die ständigen Themenwechsel mit dem Vermerk "Das hat Zeit bis später" in den Gesprächen sind absolut lächerlich. Denn, der Leser weiß, daß ein kurzes Beharren auf das gerade gegenwärtige Thema durchaus der Klärung der Situation genutzt hätte. Aber nein, der Autor will es anders, wieder und wieder, um eine Spannung aufrechtzuerhalten, die nicht vorhanden ist. Jeder vernünftige Mensch weiß, daß man ein Thema anspricht und diskutiert, bis es geklärt ist. Nein, hier wird permanent alles auf "später" verschoben, nichts ist geklärt und der Leser weiß ganz genau, daß es nie geklärt werden wird.
Und selbst WENN die Hauptperson klare Fragen stellt, an Vlad zum Beispiel, bekommt sie nur "Du kennst die Antwort auf diese Frage" zu hören. Sehr einfallsreich, Herr Hohlbein. Spätestens hier hätte man ein paar klare Dialoge und Aktionen einbauen können. So bleiben die Charakter eindimensional und stolpern durch die Geschehnisse, nicht wissend, was sie tun, was das alles soll und wohin es führen wird. Einmal in einem Buch ist das ja vielleicht interessant,lustig oder spannend. Aber permanent? Man gewinnt den Eindruck, der Autor habe keine Lust gehabt, seine Figuren und seine Geschichte mit Leben zu füllen. Lieber hangelt er sich an Platitüden entlang, die nichts klären, nichts gestalten und der Geschichte keinerlei Wendung geben.
Auch die Tatsache, daß die "übernatürlichen WeseN" (man beachte den Plural), die ja angeblich (laut Einband) Jagd auf Conny machen, sich als Teenager aus der Gothic-Szene erweisen, die sich mit chemischen Substanzen hochgeputscht haben, macht einen eher wütend als erwartungsvoll. Insgesamt gibt es nur Zwei (+ ein halbes) übernatürliche Wesen im gesamten Buch, nämlich den eigentlichen Vampir "Aisler" und ihren Freund "Vlad". Also nix mit einer Hetzjagd von "übernatürlichen Wesen", welche durchaus sehr viel Potential gehabt hätte, diesem Buch einen ganz anderen Drive zu geben. Man stelle sich einfach einmal vor, die "Gothic-Teens" wären wirklich Vampire gewesen, oder Aspiranten mit schon rudimentären übernatürlichen Fähigkeiten oder vielleicht versklavte Werwölfe oder was weiß ich. Sehr viele Möglichkeiten wurden hier nicht genutzt und der Einband führt (meiner bescheidenen Meinung nach) den Kunden in eine falsche Richtung.
Wie oft kann ein Angreifer eigentlich mit einer Waffe, die an seiner Hand befestigt ist, sein Ziel verfehlen??? Die durchaus guten Action-Szenen (die zu den wenigen Höhepunkten im Buch gehören)sind derart in die Länge gezogen, daß es schon wieder lächerlich wirkt und langweilt. Wenn die Heldin zum wiederholten Male dem tödlichen Stoß entgeht, weil sie "instinktiv den Kopf zur Seite wirft" macht sich Gähnen breit und man sehnt das Ende der Szene herbei. Denn man weiß, daß sie an dieser Stelle noch nicht sterben wird, immerhin liegen noch gute 300, 200, 100 Seiten Buch vor einem. Auch, daß "Vlad" omnipräsent immer in letzter Sekunde erscheint überrascht wenig und reißt es auch nicht mehr heraus. Dennoch, die Action-Sequenzen sind recht gut gestaltet und gehören wohl wahrlich zum besseren, was Hohlbein bisher geschrieben hat. Aber auch hier stören die immer wieder, seit Jahren bekannten, exakt so genutzten Formulierungen und die Schilderung der Eindrücke.
ACHTUNG - Spoiler:
Meine Vorredner haben von Überraschungen und Wendungen am Ende der Geschichte gesprochen. Diese sind auch durchaus vorhanden, wecken beim Leser aber keineswegs das große "AHA"-Erlebnis welches alles erklärt, sondern allenfalls eine "zur Kenntnisnahme". Macht es irgendeinen Unterschied, wenn man eine Verbindung zwischen Eichholz und den Gothic-Teens erkennt, oder wenn man herausfindet, in welcher Beziehung Trausch und Vlad zueinander stehen, wenn er 5 Minuten später aus der Geschichte verschwindet? Man kann hier den Lektor/Agenten/Probeleser förmlich hören, der dem Autor sagt, er müsse noch einen "Knaller" einbauen, einen "Oho"-Effekt. Das ganze wirkt sehr nachträglich eingebaut und hat wahrlich Null Relevanz für das Buch. Auch die Veränderung der Hauptfigur in einen Vampir ist bereits nach wenigen 100 Seiten klar und wird dennoch bis zur letzten Sekunde hinausgezögert, obwohl auch hier vielfältige Möglichkeiten gewesen wäre, das Potential dieser Entwicklung wohltuend in die Geschichte einfließen zu lassen. Besonders ärgerlich (oder lachhaft) ist hier, daß das Buch in keiner Weise erklärt, wodurch die Veränderung in Gang gesetzt wurde. Gut, "Vlad" (was für ein einfallsreicher Name für einen Vampir) deutet an, sie habe "es schon immer in sich gehabt". Ok, verständlich. Aber das ist keine Erklärung für den "Ausbruch". Sie ist nicht gebissen worden, hatte keinen Sex mit ihm (zumindest nicht vor dem Auftreten der Veränderungen) und ist auch keinem "Zauber" erlegen. Also, was bitte hat die Veränderung ausgelöst, beziehungsweise was hat "es" geweckt? Diese Antwort bleibt das Buch absolut schuldig
ENDE - Spoiler
Vieles ärgert an diesem Buch. Am ärgerlichsten jedoch ist für mich die Tatsache, daß es genau die gleiche Soße ist, die Hohlbein seit Jahren seinen Lesern vorsetzt. Mit Erfolg, das will man ihm ja gar nicht absprechen. Aber selbst diese Vampir-Thematik hat er vor Jahren schon einmal fast 1:1 so herausgebracht. Er schrieb vor Jahren ein Buch, dessen Titel mir leider entfallen ist. Darin beschreibt er die Geschichte eines freien Fotografen, der in einem Kino nur mit knapper Not dem Angriff eines Vampirs entkommen, eine Streunerin bei sich aufnimmt (die sich als Vampir erweist) und dadurch immer tiefer verwickelt wird in einen Kampf zwischen 2(!) Vampiren. Kommt einem irgendwie bekannt vor, oder? Schlußendlich endet das Buch damit, daß er seine Freundin tötet, endgültig zum Vampir wird und als Partner der Vampirin (die Streunerin) an ihrer Seite verweilt. Erstaunliche Parrallelen zum Werk "unheil", wie ich finde. Und das zeigt sehr deutlich, die Schablonenmäßigkeit dieses Buches.
Alles schon (fast exakt so) gelesen, alles schon gehört, alles schon mal gehabt. Sehr schade
Für mich war "unheil" das letzte Buch von Hohlbein, welches ich lesen werde. Ich habe es gekauft, weil ich ihm nochmal eine Chance geben wollte, mich als Leser zurückzugewinnen und diese Gelegenheit hat das Buch samt und sonders verspielt. Es gibt mittlerweile genug brilliante Autoren aus Deutschland (man denke da an Schätzing oder Heitz) die beweisen, daß man spannende Themen und gut konstruierte Geschichten mit hervorragender Schreib-Technik durchaus zu einem schäumenden Thriller-Cocktail mixen kann. Hohbein hat diesen Anschluß verpasst, und für mich steht fest, daß er es auch nicht mehr schaffen wird.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Unheil für den Gehörgang, 14. Februar 2008
Die Story ist totaler Nonsens und viele Fragen werden offen gelassen.
Stilistisch ist die Erzählung ein Albtraum.
Immerwieder und wieder werden die gleichen Umschreibungen und adjektive benutzt. Besonders gefallen dem Autor die Worte "fast körperlich spüren" und "der Schmerz explodiert". Sie müssen mehrfach herhalten um Intensität zu erzeugen. Ein echter Aufreger wenn man beginnt darauf zu achten.
Die Sprecherin ist nicht schlecht, aber auch nicht richtig gut. Einige Charaktere werden sehr überzogen dargestellt. Die spärlichen Effekte helfen da auch nicht weiter.
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33 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein echter Keeper!, 5. August 2008
Nachdem ich von dem Roman Das Paulus Evangelium" restlos begeistert war, bin ich gleich auf die Suche nach einem weiteren Buch von W.H. gezogen. Als ich dann in einer Buchhandlung den Mysterythriller Unheil" entdeckt habe, konnte ich kaum erwarten es zu lesen. Ich kann zwar immer noch keinen Vergleich zu Holbein´s typischen Phantasiethrillern ziehen, da ich diese noch nicht kenne, aber nachdem ich diese zwei Bücher gelesen habe, habe ich keine Zweifel daran, dass mich seine anderen Romane nicht genauso fesseln würden und ich alles um mich herum vergessen könnte.
Der Schreibstil des Autors ist unverkennbar, kompakt und gerade genug detailliert ,dass man trotzdem noch einen gewissen Freiraum für die eigene Vorstellungskraft hat. Wie schon der Roman Das Paulus Evangelium" liest sich auch Unheil" sehr flott, man kommt gut voran. Allerdings ist Unheil" noch um einige Stufen nervenaufreibender und spannender. Man kommt nicht mehr los von dem Buch und wenn, zieht es einen mit einer magischen Kraft zu sich zurück, bis man es fertig gelesen hat.
Mit der Kommissarin Conny hat der Autor einen perfekten Charakter geschaffen. Sie ist auf eine groteske Art wie ein Steh-Auf-Männchen. Sie besitzt alles, was eine Heldin haben muss: Mut, Geist und einen überaus starken Überlebenswillen, besonders dann wenn sie schon tief in ihrer Seele fühlt, wie ihre klare, bisher überschaubare Welt zu zerfallen droht. Mir imponierte ihre Art, wie sie das Zwielicht ihrer inneren Gefühle, sei es Angst, Zorn oder Gewalt bewältigt, die dicht unter der Oberfläche ihrer Gedanken lauert. Ihre Selbstdialoge sowie die Gespräche, die sie mit ihrem Kollegen Trausch führt, fand ich sehr interessant. Und nicht zuletzt gewinnt sie mit ihrem Sarkasmus so manches Duell mit ihrem Chef, der sie liebend gerne suspendieren würde, nachdem Conny mit einer Vorliebe zum Alleingang den Ermittlungshinweisen nachgeht. Manchmal hat man das Gefühl, sie ist ein geborenes Bad Girl. Man hält ihr trotzdem die ganze Zeit die Daumen, besonders in aussichtslosen Situationen und hofft auf die rechtzeitige Unterstützung des Kollegen Trausch oder Vlad, die etwas mysteriöse Gestalt aus der Gothic-Szene. Er ist auch derjenige, der ihr den ersten Hinweis liefert, wo sie in der Gothic-Szene nach dem Serienmörder Vampir" zu suchen hat. Der Vampir wird gesucht von der SOKO, in welcher Conny bisher etwas erfolglos arbeitete.
Die Gothic-Szene kenne ich selber nicht, aber von Erzählungen meiner Tochter her. Sie hört auch gerne die Art Musik wie z.B. Unheilig", die auch typisch für die Gothic-Szene ist. Die Liedertexte sowie die Musik finde ich auch sehr schön und ich bin überzeugt, dass die Art Texte und Musik unseren Jugendlichen bei Kummer hinweg helfen oder auf der Suche nach sich selbst.
Der Autor hat im Buch die dunkle Seite der Gothic-Szene angesprochen. Ich bin der Meinung, dass er es gut in Szene gesetzt hat. Es gibt leider auch Jugendliche, die sich auf ihrer Suche nach Selbstfindung verirren, wie z.B. Michael, der Enkelsohn von Connys Chef Eichholz.
Keinesfalls störte mich, dass der Roman keinen echten Vampir zu haben scheint. Denn die unheimliche Düsternis, die das ganze Buch hindurch zu herrschen scheint, lässt sowieso ein Gefühl aufkommen, als ob Licht und Schatten die Plätze tauschen würden. Für mich ist die Handlung auch ohne den Vampir hart und authentisch genug. Man hat das Gefühl, die Geschichte spielt sich JETZT ab. Allein schon durch die Tatsache, dass das gesetzliche Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden zum 01.01.2008 eingeführt wurde. Ein harmloses Beispiel, wie Conny mit brennender Zigarette vor der Diskothek von der Security der Einlass verweigert wurde ...
Ein etwas schwer verdauliches, aber gelungenes Buch mit starken Figuren! Wer auf Mysterythriller/Krimi steht, soll hier zugreifen!
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