Die Geschichte von Flint Feuerschmied und Tanis, dem Halbelfen wird hier in seinen Anfängen von Mark Anthony und Ellen Porath erzählt. Auch wenn das Buch anfangs etwas schleppend anläuft, so ist es sicherlich interessant zu lesen, da es immer wieder interessante Wendungen nimmt.
Flint Feuerschmied bekommt eine 'Einladung' an den Hof der Stimme der Sonnen. Diese hat einige Gegenstände von ihm erworben und möchte nun exklusiv seine Dienste in Anspruch nehmen. Die beiden freunden sich an und auch Tanis freundet sich mit Flint an. Doch im Hintergrund brodelt es. Ein Tylor terrorisiert die Gegend und die Stimme muss einen Trupp Leute ausschicken, die ihn töten. Doch da endet das erste Buch.
Was mich an diesem Werk gestört hat, ist die Tatsache, dass Imke Brodersen es wohl zu Anfang ihrer Laufbahn als Fantasyübersetzerin ins Deutsche übertragen hat. Das ist klar erkennbar an dem Stil, den sie hat. Begriffe wie 'Overall, Ja Sir oder Hagel- und Puderzucker passen meines Erachtens nicht in eine Welt wie die der Drachenlanze. Wenn im Englischen 'Yes Sir' steht, muss das nicht notwendigerweise was militärisches an sich haben. 'Sir' ist dort eine ganz normale Anrede, im Deutschen eher mit 'Herr' zu übersetzen.
Aber auch die Autoren selber scheinen sich noch nicht ganz in die Welt der Fantasy versetzen zu können. So wird Quith Pa wie eine Art Rundumgebäck verwendet. Gebacken, getoastet, mit allem möglichen belegt. Ich war immer der Meinung, dass das eine Art Reiseproviant war, wie bei den Elben in Mittelerde das Lembas. Selten und kostbar!
Das andere, das mich gestört hat war Solostaran. Wer zuerst die Chroniken gelesen hat wird sich fragen, wie die Stimme der Sonnen in diesen, für Elfenbegriffe wenigen Jahren so hart geworden ist.
In 'Ungleiche Freunde', dem ersten Buch aus der Reihe 'Der Bund der Drachenlanze' ist Solostaran immer freundlich, Ausländern aufgeschlossen und auch Tanis gegenüber immer verständnisvoll. Er wirkt gar nicht so wie jemand, der seine Tochter später als Menschenhure bezeichnen würde. Und schon gar nicht würde man von einem Solostaran, wie man ihn aus den Chroniken kennt, erwarten, dass er eine rote Robe an seinem Hof beschäftigt oder gar Freundschaft mit einem Zwerg schließt, und sich dann kurze Zeit später, nämlich als Flint mit den Gefährten in Ergoth strandet, nicht mehr an den Zwergen erinnern kann.
Insgesamt ist dieses Buch eher schwach, da ich nie wirklich das Gefühl hatte Fantasy zu lesen. Immer tauchten neumodische Begriffe auf, die nicht in die Welt passten. Möglicherweise liegt das an der Übersetzung, jedoch kann ich das nicht nachprüfen.
Daher bekommt dieses Buch nur 2 Sterne von mir.