Die Lesermeinung ist ja sehr polarisiert - entweder totale Zustimmung oder radikale Ablehnung. Ich möchte einen Mittelweg vorschlagen. Grundsätzlich stimme ich mit Joshuas Anliegen überein: Häufiger Wechsel der Paarbeziehungen im Jugendalter taugt nichts, und Sex hat seinen Platz in der Ehe. Beziehungen sollten mit Ernsthaftigkeit, Respekt vor dem Partner und Verantwortungsbereitschaft eingegangen werden.
Dennoch kann ich Joshua nicht in allem folgen, denn er ist sehr stark "vermeidungsorientiert" - Schmetterlinge im Bauch sind schon ein Alarmsignal, Küssen vor der Ehe lehnt er ab - , wodurch bei ihm letztlich die Tendenz zur "Vernunftehe" besteht. Seine Haltung zum Thema qualifiziert er oft leichtfertig als "biblisch", und er meint oft verblüffend genau zu wissen, was Gottes Plan ist.
Seine 4 Punkte, dass es "grünes Licht" für eine Eheschließung gibt (S. 199f.), hätten bei uns wohl nicht gepasst, und Josh hätte uns gewarnt: "Hey, Leute, Heiraten ist bei euch garantiert nicht dran!" Gut, dass wir ihm nicht begegnet sind - denn wir sind seit über 8 Jahren glücklich verheiratet, haben 4 Kinder, und Sex vor der Ehe gab's auch nicht (es reicht eben doch zu wissen, wo die Grenze ist - da braucht man nicht gleich jeden Spaziergang zu zweit vermeiden). Also: Ein Lob, dass das Thema überhaupt mal unkonventionell angepackt wird, und auch für das viele Richtige, was er schreibt. Aber statt des starken Fokus auf Vermeidung hätte vielleicht mehr Gewicht auf Überzeugung und Ressourcenstärkung gelegt werden sollen.
Tja, da kann ich Dir nur 3 Sterne geben, Josh.