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Ungeduld des Herzens.
 
 
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Ungeduld des Herzens. [Sondereinband]

Stefan Zweig
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Produktinformation

  • Sondereinband: 464 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 33 (1. Dezember 1995)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596216796
  • ISBN-13: 978-3596216796
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,7 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 35.336 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Ungeduld des Herzens
OA 1939 Form Roman Epoche Moderne
Ungeduld des Herzens ist Stefan Zweigs einziger Roman. Sein Titel weist auf das zentrale Thema der Erzählung hin, das falsche Mitleid, das dem anderen nicht hilft, sondern schadet. Der Roman spielt unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs im österreichisch-ungarischen Grenzgebiet.
Inhalt: Der in einem langweiligen ungarischen Garnisonsstädtchen stationierte Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung in das Schloss des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva. Dessen gelähmte Tochter Edith verliebt sich in den jungen Offizier, Hofmiller aber empfindet nur Mitleid für das »kranke Kind«. Darum und aus Feigheit verschweigt er Edith seine wahren Gefühle, macht der Unheilbaren Hoffnung auf eine baldige Genesung, verlobt sich sogar mit ihr, steht aber in der Öffentlichkeit aus Angst vor Spott und Verachtung nicht zu seiner Verbindung mit der Gelähmten. Als diese seinen Verrat durchschaut, nimmt sie sich das Leben. Hofmiller flüchtet in den kurz darauf ausbrechenden Weltkrieg »wie ein Verbrecher ins Dunkel« und kehrt als »Held« zurück.
Aufbau: Ungeduld des Herzens trägt zwar die Gattungsbezeichnung Roman, ist aber eigentlich eher eine umfangreiche Novelle. Die Erzählung beschränkt sich im Wesentlichen auf wenige, aber prägende Monate im Leben des Protagonisten, dessen psychische Befindlichkeiten bis in die kleinsten Regungen von ihm selbst geschildert werden.
Aufgezeichnet wird seine Geschichte aber von einem Schriftsteller, dem er sie 1938 – ein Vierteljahrhundert nach der Romanhandlung – während mehrerer Tage erzählt und der in seiner Einleitung berichtet, wie er den alten Hofmiller kennen gelernt hatte. Der Leser soll hierdurch den Schriftsteller, der betont, im Bericht Hofmillers »nur weniges verändert« und nichts Wesentliches hinzuerfunden zu haben, mit Zweig selbst gleichsetzen.
Wirkung: Wie seine Novellen und Romanbiografien lebt auch Zweigs einziger Roman vor allem von der minutiösen Beschreibung des Denkens und der Gefühle seines Protagonisten. Diesem Stil und dem Eintauchen in die vergangene Welt des habsburgischen Kaiserreichs, dem Zweig im brasilianischen Exil nachtrauerte und dessen Untergang er letztlich nicht verwinden konnte, verdankt die Erzählung bis heute ihre große Leserschaft. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Der in einem langweiligen ungarischen Garnisonsstädtchen stationierte Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung in das Schloss des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva. Dessen gelähmte Tochter Edith verliebt sich in den jungen Offizier, Hofmiller aber empfindet nur Mitleid für das >>kranke Kind<<. Darum und aus Feigheit verschweigt er Edith seine wahren Gefühle, macht der Unheilbaren Hoffnung auf eine baldige Genesung, verlobt sich sogar mit ihr, steht aber in der Öffentlichkeit aus Angst vor Spott und Verachtung nicht zu seiner Verbindung mit der Gelähmten. Als diese seinen Verrat durchschaut, nimmt sie sich das Leben. Hofmiller flüchtet in den kurz darauf ausbrechenden Weltkrieg >>wie ein Verbrecher ins Dunkel<< und kehrt als >>Held<< zurück. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Colin Wood TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Sondereinband
Die Handlung umfasst wenige Monate im Frühjahr/Sommer 1914. Ort des Geschehens ist ein kleines Garnisonsstädtchen an der österr.-ungarischen Grenze. Anton Hofmiller, 25jähriger Leutnant, begeht bei einem gesellschaftlichen Ereignis aus Unwissenheit den Fauxpas, die gelähmte Tochter des Gastgebers zum Tanz aufzufordern. Am nächsten Tag entschuldigt er sich in aller Form schriftlich mit einem Rosenstrauß. Edith von Kekesfalva , das junge Mädchen, 17 oder 18 Jahre alt, bedankt sich herzlich und lädt ihn ein, in den nächsten Tagen ihr Gast zu sein. Hofmiller nimmt die Einladung an und besucht Edith von da ab täglich. Sie tut ihm Leid in ihrer Unbeweglichkeit und Abgeschlossenheit der Familie, doch das ist es nicht allein. Er fühlt sich auch wohl dabei, mit seinen Besuchen ein gutes Werk an ihr zu tun und genießt schnell eine Art Familienanschluß. Es ist ein durchaus angenehmer Zeitvertreib für ihn, anregender und unterhaltsamer als das immer gleiche Tarockspiel mit den Kameraden und als die Unterhaltung mit ihnen, die sich immer um das Regiment oder die Dorfbewohner dreht. Unter den Kameraden ist er einer unter vielen, bei Kekesfalvas ist er der umschwärmte Mittelpunkt, dem man gern zuhört. Er genießt dort die konkurrenzlose ungeteilte Aufmerksamkeit Ediths und ihrer Cousine und lässt sich mit gutem Essen verwöhnen. Hofmiller gefällt das alles durchaus, da es so anders ist als sein gewohntes Leben. Aus relativ einfachen Verhältnissen stammend, kam er bereits mit 13 Jahren in die Kadettenschule zur militärischen Ausbildung. Edith gewöhnt sich schnell an diese täglichen Besuche und fordert sie ein. Hofmiller bemerkt nicht, dass die junge Frau sich in ihn verliebt hat, weil ihm gar nicht in den Sinn kommt, das auch ein behinderter Mensch Liebe und Sexualität empfinden kann. Allerdings befindet er sich damit durchaus im gesellschaftlichen Konsens. Konsequent wird Edtih als Kind bezeichnet, was ihre körperliche, grazile Statur möglich macht. Bei einem Kind braucht man Sexualität und erotische Liebe nicht zu fürchten. Auch fällt es leichter, einem Kind zu helfen als einem behinderten Erwachsenen. Umso erschrockener ist er, als sie ihm ihre Gefühle gesteht. Er will diese Art der Zuneigung nicht, da er sie nicht erwidern kann, ist aber nicht in der Lage, ihr das ehrlich zu sagen, weil er befürchtet, die ohnehin labile Frau damit sehr zu verletzen. Hofmiller ist konfliktscheu. Er hat zwar Meinungen, kann diese aber nicht vertreten, und deshalb ändert er sie nach außen hin oft. Vorwerfen kann man ihm das kaum, wenn man seine militärische Laufbahn von Kindesbeinen an bedenkt. Diese innere Zerrissenheit Hofmillers, im Grunde zu wissen, was richtig ist, aber nicht in der Lage zu sein, danach zu handeln und deshalb immer wieder umzuschwenken, hat Zweig meisterlich dargestellt. Auf den ersten Blick denkt man zuweilen, er wiederholt sich jetzt, doch dabei handelt es sich genau um dieses geistige sich im Kreise drehen und doch zu keinem Ergebnis zu kommen, das solchen Situationen eigen ist.

Aber auch Edith ist sehr ambivalent. Auf der einen Seite durchschaut sie Hofmillers Motive und ist sich seines reinen Mitleids mit ihr bewusst, auf der anderen Seite redet sie sich ein, dass sie seine Aufmerksamkeit doch nicht so falsch verstehen kann, da muss doch mehr sein als nur Mitleid. Ihre regelmäßigen Zornesausbrüche auch gegenüber ihren Familienangehörigen zeugen davon, wie zerrissen sie innerlich ist.

Eine wichtige Figur in diesem Roman ist Dr. Condor, Ediths Arzt, der einzige seiner Zunft, der sie nicht aufgegeben hat und ihr immer wieder gut zuredet, Geduld zu haben, obwohl er keineswegs weiß, ob seine Heilmethoden jemals zur Besserung ihrer Lähmung führen werden. Er macht ihr keine Hoffnungen, aber er nimmt sie ihr auch nicht. Damit steht er im Gegensatz zu Hofmiller, der völlig unbegründete Hoffnungen in ihr weckt und nicht den Mut hat, diese zurückzunehmen, obwohl ihm klar ist, dass er ihr langfristig damit schadet. Schließlich kommt es zum Verlöbnis der beiden, doch als Hofmiller in der Öffentlichkeit nicht dazu steht und Edith davon erfährt, nimmt die Katastrophe ihren Lauf.

Die Erzählperspektive ist durchgängig die Hofmillers, wobei er zuweilen die Position eines allwissenden Erzählers einnimmt, wenn er die Biografien Kekesfalvas und Condors schildert. Hofmiller erzählt seine Geschichte 25 Jahre später. Es ist seine Lebensbeichte, er empfindet noch immer Schuld.

Die Sprache ist in gewohnter Zweigscher Manier vortrefflich. Zuweilen verwendet er Begriffe, die heute ein wenig veraltet anmuten und nicht mehr gebräuchlich sind, was aber nicht stört, sondern im Gegenteil sehr authentisch ist. Jede der Figuren ist vollendet charakterisiert und hat psychologischen Tiefgang. Mitleid ist mehr als das zentrale Thema, denn als Leser leidet man mit jeder einzelnen Figur: Edith, Hofmiller, dem Vater, Dr. Condor. Interessant ist auch die Metapher des Dschinns, die Zweig ' unter anderen einfügt. Aus Mitleid oder auch Hilfsbereitschaft schultert man die Last eines anderen, die man nie mehr los wird.

Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen!
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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Meisterwerk! 16. August 2005
Format:Sondereinband
Stefan Zweig sucht seinesgleichen!
In seinem einzigen größeren Roman beweist er seine einzigartige Sensibilität sowie ein Talent, Sprache zu beherrschen und zu leben, wie es meines Erachtens in dieser hohen Qualität nur eine Handvoll andere große Literaten können. Das Buch zeigt - nicht zuletzt mit einem Hauch von Psychoanalyse, aber vor allem mit sehr viel Pathos - die Tücken und Abgründe der menschlichen Seele, vor allem die Auswirkungen der zwei verschiedenen Arten des Mitleids - wichtige Stützpfeiler des Wesens Mensch.
Der österreichische Leutnant erreicht mit seinem unaufrichtigen Mitleid - jenes, sich möglichst rasch frei zu machen von der Last fremden Leidens - letztlich genau das Gegenteil von dem, was er beabsichtigte. Damit illustriert Zweig sehr genau, dass in der Quintessenz das Mitfühlen, das Mit-leiden eine große Macht, vielleicht schon eine Waffe ist, wenn es nicht richtig eingesetzt wird.
Alles in allem würde ich jenes Buch - alleine schon wegen der grandiosen sprachlichen und leitmotivischen Umsetzung - zu den zehn besten aus der riesigen Menge von Büchern zählen, die ich jemals gelesen habe.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Packend 1. September 2007
Format:Sondereinband
Eigentlich wollte ich das Buch nur in die Hand nehmen und oberflächlich betrachten. Der Titel sagte mir irgendwie: "Das ist wahrscheinlich nichts für dich!" Trotzdem begann ich ein paar Seiten zu lesen. Das Buch fesselte mich so, dass ich es relativ rasch zu Ende las und mir nach und nach ein Werk Zweigs nach dem anderen besorgte.
... Der in einem langweiligen ungarischen Garnisonsstädtchen stationierte Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung in das Schloss des ungarischen Magnaten Lajos von Kekesfalva ... Auf dem Fest wird gefeiert und getanzt. Der Leutnant amüsiert sich blendend und tanzt mit einem Mädchen nach dem anderen. Plötzlich fährt ihm durch den Sinn, dass er die Tochter des Gastgebers (Edith) noch nicht zum Tanz aufgefordert hat. Er sucht sie. Sie sitzt gerade an einem Tisch mit anderen. Er wundert sich zwar, warum er sie den ganzen Abend nicht tanzen gesehen hat, aber er denkt nicht lange darüber nach und fordert sie zum Tanz auf. Diesen Moment beschreibt Zweig wie kein anderer. Die Zeit scheint stillzustehen, alle befinden sich in einem Schockzustand. Das Mädchen ist nämlich gelähmt. Der Leser kann sich auf den folgenden Seiten mit allen Details in jede der anwesenden Personen hineinversetzen. Er empfindet Scham, Unbehagen, ein in den Erdboden versinken wollen. Wie Zeig das aufs Papier knallt ist einfach unbeschreiblich. Jedes Wort, ja die Position jedes Wortes, packt den Leser und würgt ihn wie ein Verhör.
Und dann erinnere ich mich noch daran, wie Zweig eine Ausfahrt mit einem Pferdegespann schildert, eine ganz unspektakuläre Begebenheit, aber mit so einer Dramatik, dass einem alle freudigen Erinnerungen an die Kindheit als gesammelte Werke in den Sinn kommen.
Also Kaufempfehlung! Was sonst?
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Leutnant Hofmiller, ein junger Mann aus dem Kleinbürgertum ohne nennenswerte finanzielle Mittel, ist kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit seiner Einheit in einer kleinen... Lesen Sie weiter...
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Gelungenes Hörspiel
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Zweigs einziger Roman
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Ungeduld des Herzens
Erstausgabe 1939, Zweimal verfilmt. Aktueller denn jeh.
Die Geschichte geht um das missverstandene Gefühl von Mitleid mit der siebzehnjährigen Edith... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von KA.W veröffentlicht
Chaos der Gefühle
Es ist wunderbar, wenn wahre Radioschätze auf CD veröffentlicht werden. Der Audio Verlag hat mit der Geschichte "Ungeduld des Herzens" aus der Feder von Stefan Zweig eine... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Anke B. "Hoerzentrale.de" veröffentlicht
Genial - Kunst
Dieses Buch von Stefan Zweig ist eines meiner Lieblingsbücher, das ich immer wieder lese.

Die Sprache ist einfach wunderschön. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Monaten von Buchfreak veröffentlicht
Ungeduld des Herzens (Hörspiel)
Erster Eindruck: Liebe aus Mitleid

Leutnant Anton Hofmiller erhält eine Einladung an der ungarischen Hof und lernt dort die Tochter des Magnaten Kekesfalva kennen,... Lesen Sie weiter...
Vor 9 Monaten von Poldis Hörspielseite veröffentlicht
Begeisternd
Stefan Zweig zählt zu meinen Lieblingsautoren.

Er hat einen Schreibstil, den es leider heute nicht mehr gibt. Zumindest habe ich ihn nirgends mehr gefunden. Lesen Sie weiter...
Vor 22 Monaten von Montechristo veröffentlicht
Klassiker der Moderne
Stefan Zweigs "Ungeduld des Herzens" ist eine tragische Liebesgeschichte in der Zeit der K.und K.-Monarchie. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Juni 2009 von Reglindis
Sehr gut! Psychologisch raffiniert
Stefan Zweig schreibt trotz der langen Sätze sehr fliessend und verständlich. Sein Schreibstil ist sehr detailliert und von einfühlsamer Treffsicherheit. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2008 von albatros
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