Die Hörspielproduktion „Ungelduld des Herzens" nach dem Roman Stefan Zweigs wurde 1961 von Gert Westphal für das Radio in Szene gesetzt - auf eine wundervolle Art und Weise, die dem Roman in jeder Phase gerecht wird. Lange Zeit war dieses Hörspiel, seinerzeit noch verlegt von der „Klett-Cotta-Hörbühne", nicht mehr erhältlich; um so mehr freut es, daß sich der Audio-Verlag dessen angenommen hat.
Die Geschichte ist schnell erzählt: Kurz vor dem I. Weltkrieg. Leutnant Anton Hofmiller lernt die Behinderte Edith von Kekesfalva kennen, Tochter eines ungarischen Magnaten. Hofmiller, der allein Mitleid mit der Gelähmten empfindet, verlobt sich dennoch mit ihr, verbirgt jedoch seine Verbindung vor der Gesellschaft. Als Edith seinen Schwindel aufdeckt, nimmt sie sich das Leben; Hofmiller ist der aufziehende Krieg eine Möglichkeit zur Flucht.
Gerd Westphal, mehr noch durch seine Lesungen bekannt geworden, hat eine grandiose Regiearbeit abgegeben, die die Sprecher zu Höchleistungen verführt. Herauszuheben ist die Komposition von Peter Zwetkoff: Ein eindringlicher Walzer, der im Verlauf des Stückes an Dramatik zunimmt. Diese Arbeit wurde 1961 mit dem Karl-Sczuka-Preis für Hörspielmusiken ausgezeichnet.
Wer an den doch recht umfangreichen Produktionen „Der Zauberberg" oder „Die Buddenbrocks" gefallen gefunden hat, wird mit „Ungeduld des Herzens" einen weiteren Schatz für sich heben können!