Zwei gute Aufnahmen, aber für mich ist die Orchesterfassung hier eindeutig die schlechtere der beiden CDs, woran aber v.a. der Komponist selbst 'schuld' ist. Denn für meinen Geschmack hat Brahms zwar leider - wie so manch anderer Komponist des 19. Jahrhunderts - durch einen (von damaliger Militärmusik beeinflussten und offenbar damals populären) inflationären Einsatz der Becken (etwas flapsig gesagt: diese 2 'Metallteller', die aufeinandergeschlagen werden und bei wohldosierter Anwendung durchaus reizvoll sein können) seine wunderbaren Kompositionen, um es vorsichtig zu sagen, ein wenig in ihrem musikalischen Wert gemindert und zu sehr trivialer Militärmarschmusik angenähert (gilt leider leider auch für manche Werke von A. Dvorak und andere). Das ist sehr schade, denn natürlich sind die verschiedenen Klangfarben etc. eines Sinfonieorchesters sehr eindrucksvoll.
Wirklich innovativ wäre es gewesn, wenn Kurt Masur die Becken zumeist nur im Piano oder Pianissimo hätte spielen lassen. Eine solche Aufnahme gibt es aber meines Wissens bis heute nicht, auch nicht mit anderen Dirigenten.
Aber als Trost gibt es hierzu ja auch Klavier-Fassungen, die gewissermaßen sogar als eigenständige Werke gelten können, z.B. wie hier auf CD Nr. 2 zu hören.
Diese Doppel-CD ist eine gute Möglichkeit die Orchesterfassung dieser Stücke mit der 4-händigen Klavierfassung zu vergleichen oder sich je nach Laune und Geschmack die jeweiligen eigenen Favoriten herauszupicken. Tipp: Bei CD-Spielern, in die mehrere CD.s passen, ist auch ein Wechsel zwischen Orchester- und Klavierfassung nach jedem Stück reizvoll.