"The Unforgettable Fire" halte ich nach "Joshua Tree" und "Rattle And Hum" für eines der besten drei U2-Alben. Es ist zugegebenermaßen nicht einfach, sich nach dem eingängigen U2-Sound, wie er noch auf "War" zu hören war, in "Unforgettable Fire" einzufuchsen. Tip: Versuchen Sie es mit "Pride" und "Bad" und erschließen sie dann Stück für Stück die ganze Einmaligkeit des Albums. Schon der Opener gibt die Stimmung des Titelbildes wieder: Ruinenlandschaft, wundervolle Natur, Wind. "Pride" reicht den Hörer zu einer großartigen Nummer weiter, "Wire". Das hektische Gitarrenriff und der dagegen abgeklärte Gesang Bonos überzeugen. Der darauf folgende Titeltrack ist etwas kommerziell, dennoch kein schlechter Song, die kurzen "Promenade" und "4th of July"(Instrumental) halten die stille Atmosphäre des Feuers aufrecht, bevor "Bad" den Vogel abschießt. Kompliment, The Edge, einfaches Gitarrenriff, einfach genial. Dieser Song erinnert mich ein wenig an "Black" vom Pearl Jam-Debütalbum "Ten"(91); eine ähnliche Atmosphäre, ähnliche Art des Singens, natürlich eine völlig andere Botschaft... "Indian Summer Sky" erinnert an "Sit Down By The Fire" von den Pogues - ähnlich hektisch, ähnlich eingesungen, ein guter Rocker. Darauf folgt die meiner Meinung nach einzige Schwachstelle des Albums - mit dem langweiligen "Elvis Presley and America" konnte ich mich bis heute nicht anfreunden. "MLK" entläßt den Hörer dann wieder mit viel Sphäre und wenig Akkorden aus der U2-Welt ins reale Leben - oder eben in die süßen Träume, sofern man "Fire" zum Einschlafen genießt. Prädikat: sehr gutes Album für U2-Einsteiger(wenn auch schwer erschließbar), eines der besten in der U2-Discographie.