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Unendlichkeiten
 
 
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Unendlichkeiten [Gebundene Ausgabe]

John Banville , Christa Schuenke
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1., Auflage (16. Februar 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 346204379X
  • ISBN-13: 978-3462043792
  • Originaltitel: The Infinities
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 32.152 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Der Roman enthält alle Markenzeichen, die Banville groß gemacht haben präzise Sprache, flüssige Erzählweise und einen hintergründigen Humor." (Sunday Times)

"Sein bestes Buch" (Colum McCann)

"Banville überrascht erneut mit wohldosiertem Übermaß." (Seamus Heaney)

Kurzbeschreibung

Ein langer Sommertag in einem Herrenhaus in Irland: Adam Godley liegt im Sterben, Grund genug für seinen Sohn Adam jun. und seine Tochter Petra, Ressentiments über Bord zu werfen und ihren Vater und ihre erheblich jüngere Mutter Ursula noch einmal zu besuchen. Was die Godleys nicht wissen: Ihr Familientreffen wird von den Göttern beobachtet, die sich nicht scheuen, korrigierend und bisweilen boshaft einzugreifen. Adam Godley, ein bekannter Mathematiker, der sich mit dem Konzept der Unendlichkeit einen Namen gemacht hat, scheint am Ende seines Lebens angekommen zu sein. Während er stumm und dennoch wach in seinem Bett liegt, treffen seine Kinder ein, um ihn noch einmal zu sehen. Da ist sein Sohn Adam, der ihm nie das Wasser reichen konnte und bis heute an der Ablehnung durch seinen Vater leidet, sowie die unglückliche und verstörte Tochter Petra, die die Namen von Krankheiten sammelt, um daraus einen Almanach zu erstellen. Erzählt wird der Roman von niemand Geringerem als Hermes, doch auch Zeus und Pan sind mit von der Partie. Sie lassen es sich nicht nehmen, in das Leben der Sterblichen einzugreifen, mal unterstützend, mal verwirrend und spöttisch. John Banville hat einen Roman geschrieben, in dem lyrische Passagen auf profane treffen und die Götter auf die Menschen. Ein tiefer Einblick in die Schwächen des menschlichen Daseins.

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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Dieser tiefsinnige Roman John Banvilles spielt mit allen Registern der Unendlichkeit und des zum Sterben verdammten Seins.
Die griechische Götterwelt spielt den verbindenden Part in dem Drama um Liebe, Tod und Sterben.

Der Familienvater Adam Godley ist schwer krank. Er liegt nach einem Schlaganfall im Koma. Einst war er ein berühmter Mathematiker, der sich mit den Konzepten der Unendlichkeit befasste. Sein Tod ist absehbar, und in seinen komatösen Fantasien ist er gepeinigt von der Angst, lebendig begraben zu werden; Friederike Kempner lässt grüßen! Auch sie dachte sich in ihren Gedichten Signale aus, mit denen sie sich als Scheintote möglicherweise wieder Zugang zu den Lebenden verschaffen könnte.

Der Gott Hermes gibt sich als Erzähler der Familiengeschichte der Godleys aus und pfuscht in deren Überlebensstrategien und Sterbensängste hinein.

Zum kranken Vater ist der Sohn Adam mit seiner Gemahlin Helen angereist. Er ist ein furchtsamer und argwöhnischer Mensch. Petra, die jüngere Schwester von Adam, wirkt geradezu wie ein verschrecktes Hühnchen mit ihrer schmächtigen Gestalt und Ängstlichkeit. Ursula, Adams Frau, bestreitet den Alltag und realisiert am ehesten den nahenden Tod ihres Mannes.

In der Erzählung geht es um Erinnerungen, um eine freche Götterwelt, um Fantasien, Furcht und Lebensangst. Von den Familienmitgliedern trägt jeder sein eigenes Schicksal mit Unzulänglichkeiten, Versagensängsten, Lebenslust- und Frust zugleich.

Mitten hinein agieren die alt bekannten Götter aus der griechischen Mythologie, die den Lebenden die echte Liebe und das Sterben missgönnen, da dieses "echte" Leben ihnen selbstredend versagt ist.
So wird Helen zum Opfer von Zeus, der ihr im Beischlaf vorgaukelt, ihr Mann zu sein, jedoch mit der Hoffnung, dass sie in ihm den unvergesslichen Liebhaber sehen möge.

In dieser Weise führen die Götter so manchen Schabernack im Schilde,mit denen sie den Ernst der Lage aufmischen.

Nicht zuletzt gleicht die Geschichte der Aufführung einer Commedia dell'arte oder einem Tanz auf dem Vulkan: ein Tag nur im Leben der Familie spiegelt dichte und groteske Ereignisse im Wechsel mit den göttlichen Funken, die in das irdische Leben hineinspuken.

John Banville ist ein großer Erzähler, dem hier die Synthese von Ernst und Komik grandios gelingt.
Er ist ein mit zahlreichen Preisen ausgezeichneter irischer Dichter der Gegenwart.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von K. Siemer
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Ein grandioses Buch, das mit seiner Sprachgewalt, seinem Detail- und Bilderreichtum, seinem Witz, seiner Verspieltheit und Vielschichtigkeit meiner Meinung nach ganz große Kunst darstellt.
Ich kenne den englischen Originaltext nicht, aber die Übersetzung von Christa Schuenke scheint mir am Sprachwitz und an der Treffsicherheit des deutschen Textes einen großen Anteil zu haben. Beeindruckend.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Sommerwind TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Nein, ein literarisches Meisterwerk ist dieser Roman keineswegs. Da mag der Verlag noch so berühmte Gewährsleute zitieren. Vom meisterhaften Vorgänger "Die See" (2006) ist dieses Werk des irischen Romanciers meilenweit entfernt. Sein Faible für die antiken Götter, in "Athena" (1996) oder auch in "Die See" gekonnt eingesetzt, gerät hier zur grotesken Lächerlichkeit.

Die Verschränkung von Herrenhausmorbidität und olympischer Lüsternheit wirkt völlig unmotiviert, uninspiriert und blutleer. Die Handlungsarmut des Romans und die küchentischphilosophischen Spekulationen darin lassen das Ganze zu einem veritablen Langweiler werden.

Ganz selten scheint die schriftstellerische Brillanz von Banville durch: Dann produziert er eine unterkühlte, direkte, metallische Prosa, eine, die an Franz Kafka und/oder Virginia Woolf erinnert. Doch davon liefert Banville insgesamt viel zu wenig.

Immerhin lässt der Text erkennen, wie virtuos Banville mit moderner Sprache umzugehen vermag. Die treffliche Übersetzung von Christa Schuenke leistet gute Dienste.

Ansonsten aber von allem zu wenig: Keine Phantasie, kein Esprit, keine Lust am Fabulieren. Ein selbstgefälliges, streckenweise dümmliches, ja überflüssiges Buch. Schade!
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