Auch ich habe das Buch gekauft, weil ich gehofft hatte, dort viel über Morihei Ueshiba zu erfahren - vor allem darüber, wie er wirklich war. Nach de ersten Durchlesen war ich enttäuscht. Stevens beschreibt Ueshiba als Schamanen, Heiligen, beinahe als Gott, als jemanden, den nicht einmal seine engsten Schüler verstehen konnten. Als einen Menschen, der in nahezu allen Disziplinen genial und unermesslich übermenschlich war.
Die Geschichten über Morihei Ueshibas beinahe unglaubliche Kraft und über unfassbaren Fähigkeiten erscheinen mir nach wie vor völlig verklärt und idealisiert. Ich bin selbst Aikidoka, trotzdem halte ich es - gelinde gesagt - für Vermessen einen einzigen Mensche als den absolut größten Kampfkünstler aller Zeiten darzustellen...
ABER: Sieht man von den unfassbaren Übertreibungen ab, hat das Buch durchaus auch lesenswerte Seiten. In vielen Geschichten steckt zumindest ein Teil Wahrheit und immer wieder ist Neues zu lesen. Es ist extrem schwierig, halbwegs zuverlässige Informationen über Ueshibas Leben zu bekommen, fast alle Darstellungen sind in irgendeiner Form ideologisiert.
FAZIT: Wer eine Biografie sucht, der ist hier sicherlich nicht beim richtigen Buch angelangt. Wer mehr über Ueshiba erfahren will, der findet trotzdem etwas - vorausgesetzt, der geneigte Leser ist in der Lage, ein gerüttelt Maß Skepsis an den Tag zu legen.