Ich habe dieses Buch gekauft, da ich mich wissenschaftlich mit Interkulturalität auseinander setze und Edward T. Hall sich in seinen bisherigen Arbeiten in renommierter Weise grundlegend mit diesem Thema beschäftigt hat.
Das Buch ist aufgeteilt in eine kurze Einleitung, je ein Kapitel zu "The Germans", "The French" und "The Americans" sowie eine dreiseitigen Zusammenfassung.
Bei diesem Buch handelt es sich um eine schwer zu ertragende Zusammenstellung von Pauschalisierungen und Generalisierungen über die o.g. drei Nationen. Woher der Autor die Erkenntnisse hat, bleibt vollkommen unklar, denn im ganzen Buch findet sich keine einzige Quellenangabe. Dies ist bei Sätzen, die beginnen mit "The French are...!" etc. allerdings dringend nötig.
"The Germans" beispielsweise nehmen es dem Autor zufolge mit Lieferfristen nicht so genau. Man fragt sich, woher diese Erkenntnis stammt, und muss erkennen, dass hier ein einziges Beispiel für ein unglücklich verlaufenes Zustellmanöver als Beleg für eine derartige Aburteilung eines ganzen Volkes herhalten darf.
"The Americans" sind dafür nicht besser wenn es um Arbeitszeugnisse geht und tendieren zur phantasievollen Auskleidung und Erweiterung der persönlichen Biografie. Eine "Tips und Tricks"-Rubrik rät deshalb dazu, bei Einstellung von Amerikanern besser mal etwas genauer hinzusehen.
Man erfährt so manches über sich und die anderen. Der Leser wird in diesem Traktat jedenfalls nicht mit unnötigen Belegen, Erläuterungen zu Vorgehensweise, Datenerhebung oder Forschungsdesign behelligt.
Hall hat mit Sicherheit seine Verdienste in der interkulturellen Forschung. Dieses Buch tritt aber die sensible Natur des Themas mit Füßen. Wer fundierte Aussagen haben möchte, ist besser beraten, sich an Hofstede oder Schwartz zu halten. Für den Stammtisch taugt dieses Buch vielleicht in Maßen, für wissenschaftliche Erkenntnisse nicht.
Mein Urteil: wer an die Barnum-Aussagen aus Horoskopen glaubt, wird auch mit diesem Buch glücklich.