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Produktinformation
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Sudhir Venkatesh, im Alter von vier Jahren mit seinen Eltern aus Indien in die USA gekommen, bekennt, dass er als Außenstehender versucht hat, "das Leben im Ghetto von innen heraus zu ergründen". Niemand hat ihn an der Universität auf diese Situationen vorbereitet. Mit verblüffender Ehrlichkeit und wissenschaftlicher Neugier erreichte er so Zugang zu "J. T.", Chef der Gang "Black Kings", die Kokain zu Crack aufkocht und militärisch organisiert verkauft. Und es geht in dieser Beschreibung so zu, wie wir es alle aus amerikanischen Filmen kennen. Aufgemotzte Autos, brutale Kerle und leichte Mädchen, korrupte Polizisten und Beamte, eine hierarchische Ordnung, die mit drakonischen Mitteln unter Gangstern und Bewohnern dieses Ghettos durchgesetzt wird, in der die Mehrzahl Farbige sind und 90 Prozent von Sozialhilfe leben.
Natürlich gibt es auch die Guten. Unterdrückte, die Gestrauchelten helfen. Selbst Boss "J. T." legt Wert darauf, Gutes zu tun und darüber zu reden. Er gibt Jugendzentren Geld für Computer und Sportgeräte, ordnet Gang-Mitglieder dazu ab, alten Menschen beim Einkauf zu helfen, sorgt aber auch dafür, dass am Wahltag der aus seiner Sicht Richtige das Kreuz erhält.
Es ist eine verrückte, aber reale Geschichte über dieses Viertel, das der Autor hier als Ghetto beschreibt. Es ist eine spannende Reportage aus den 90er-Jahren, die Venkatesh vorlegt; sein Mut und seine Offenheit, auch die seiner Gesprächspartner, nötigen Respekt ab. Seine Professoren hatten ihn übrigens davor gewarnt, "zu nahe an die Quelle zu kommen", der er sich dann verpflichtet fühlen könnte - die wissenschaftliche Neutralität könnte darunter leiden.
"Alle Menschen, Orte und Institutionen sind real", schreibt der Autor im Nachwort. Er habe jedoch einige Namen geändert und einige Schauplätze hinter verschleierten Umschreibungen verborgen. Warum "J. T.", der Boss, den Doktoranden der Soziologie so nahe an sich herankommen ließ? Er hoffte, dass Venkatesh seine Biografie schreiben würde... --Hans Jürgensen, Literaturtest
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