Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Magisch, 28. Oktober 2003
"Under the pink" war meine erste Tori-CD, aufmerksam wurde ich auf sie durch den 94er Hit "Cornflake Girl", natürlich auch auf dem Album zu finden. Und auch nach nun rund 10 Jahren und unzähligem Hören hat die Musik auf dieser Platte immer noch einen ganz bestimmten Zauber für mich und gehört zu den besten Singer/Songwriter-Werken überhaupt. Toris Gesang und natürlich ihr außergewöhnliches Klavierspiel lassen klar erkennen, wie viel Talent in dieser Frau stecken. Super-Songs auf dem Album: "Pretty good year", "Cornflake girl", "God", "Baker, Baker", "Past the mission" und "Yes, Anastasia". Von beruhigend-leisen Songs bis hin zu kraftvollen Titeln ist wirklich alles dabei. Einfach ein Klassiker.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wie Schneegestöber, 31. Oktober 2002
"Kunden, die CDs von Kate Bush gekauft haben, haben auch CDs von Tori Amos gekauft" hieß es. Nun ja, von Kate Bush wird man wohl nichts mehr hören, also suchte ich nach Ähnlichem, Verwandtem. Zunächst: Mit Kate Bush hat Tori Amos nicht mehr zu tun, als daß sie auch vom Klavier her denkt. Technisch ist sie besser als Kate Bush, sie singt und spielt virtuoser. Aber sie hat im Gegensatz zu Kate Bush keine Tendenz zur geschlossenen Songerzählung, zum Mythos. Statt grausiger Märchen erzählt Tori Amos direkt aus ihrer Gefühlswelt heraus. Ihre Lieder sind offener, weniger scharf voneinander unterschieden als die von Kate Bush. Oder anders: Kate Bush legt durch die Stilisierungen ihrer Musik Distanz zwischen sich und den Hörer, Tori Amos dagegen sucht Unmittelbarkeit. Viele Stücke sind gar nicht so einfach zu verstehen, nicht nur von den berüchtigten Texten, sondern auch vom musikalischen Aufbau, kaum gibt es mal eine klare strophische Gliederung etwa. Auf diese Weise geht ihr das eine oder andere Lied auch daneben,auf dieser CD etwa finde ich "Waitress" oder auch "God" ziemlich entbehrlich. Dann aber gibt es Stücke, die lassen einen überhaupt nicht wieder los, Musik, die einen wie mit Schnee überstäubt. Wie oft habe ich mir den Schluss von "Cloud on my tongue" angehört, dieses Sich-Auflösen in Kreisen und Wolken, auf eine Art und Weise gesungen, daß man gar nicht anders kann, als sich in Tori Amos verlieben! Und das erste Lied, "Pretty good year", mit seiner lächelnden Verzweiflung, seiner Perspektivenverschiebung zwischen "Greggie, Lucy" und "let me tell you something about America", die das Stück musikalisch so gewaltig aufbricht, verdient allein schon fünf Sterne.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine ganz persönliche Rezension, 6. September 2002
Im Frühjahr 1994 war ich ein 18jähriger junger Mann, der glaubte, mit dem Verlust seiner damaligen Freundin die Liebe seines Lebens verloren zu haben. Ich litt furchtbar. Deshalb hatte ich wohl gerade eine Vorliebe für das Traurige, das Melancholische, das Leiden entwickelt. Ich hielt mich für den kränksten, ärmsten, bemitleidenswertesten Menschen der Erde und entdeckte zu dieser Zeit (in der ich ein unerträglicher Mensch gewesen sein muss) immer wieder Neues, das mir die Kraft gab, traurig zu sein. Beethoven hatte es mir angetan. Sein Aufbäumen gegen das schier übermächtige Schicksal, seine Taubheit, seine vermeintliche Misanthropie übten eine magische Faszination auf mich aus. Ich entwickelte elitäre Gedanken, die wirklich menschenfeindlich waren und von denen ich glücklicherweise schon lange Abstand genommen habe. Radiohead hatten vor einiger Zeit ihr Debütalbum "Pablo Honey" auf den Markt gebracht, in dem mich wiederzufinden glaubte. Und ich scheute sogar nicht davor, mit Selbstmordgedanken zu kokettieren. Ich inszenierte mich auf sehr eindrucksvolle Art und Weise. Irgendwie machte das Leiden ja auch Spaß. Genau zu dieser Zeit bekam ich immer wieder ein Video auf dem damals noch englischsprachigen Musiksender MTV zu sehen, welches ich sehr aufmerksam verfolgte - vor allem, weil ich die melancholische Melodie des dazugehörigen Liedes mochte. Das Lied hieß "Cornflake Girl", die Interpretin hieß Tori Amos, und sie hob sich eindeutig von dem üblichen Einheitsbrei ab ("Genau wie ich!" dachte ich). Also kaufte ich mir das Album "Under The Pink", und schon hatte ich wieder ein reichhaltiges Futter für meine hungrige, alles verschlingende, alles zerstörende Eitelkeit. Denn die Platte gab mir genau das, was ich brauchte: Melancholie, düstere Szenen, Verzweiflung und Weltschmerz. Ich liebte Tori Amos! Ich liebte "Under The Pink"! Ich dankte ihr für die Bestätigung meiner Gefühle. Das ist jetzt acht Jahre her. Gott sei dank entwickelt man sich, und so bin ich heute doch nicht mehr ganz der, der ich damals war. Was bleibt? Mit zunehmendem Alter sieht man die Dinge oft anders - auch erfährt man Musik auf andere Weise, gewinnt neue Ansichten und entwickelte neue Aspekte. Und trotzdem, oder gerade deshalb, danke ich Tori Amos immer noch. Denn sie hat mit diesem Album meinen musikalischen Horizont erweitert. Und vor allem hat sie mich, genau wie Ludwig van Beethoven, Radiohead und all die anderen, vor Schlimmerem bewahrt. Denn sie alle haben mir gezeigt, wie schön das Leben sein kann. Im Hören von geliebter Musik liegen nämlich vielleicht die schönsten Augenblicke eines Menschenlebens. Musik heilt. Das ist eine Erfahrung, die ich machen musste, ohne es zunächst zu bemerken. Komisch, nicht wahr? Tori Amos hat mich nicht ganz so lange begleitet wie beispielsweise die beiden anderen von mir erwähnten musikalischen Phänomene. Dennoch bedeutet mir vor allem ihr Album "Under The Pink" bis heute sehr viel - und vielleicht würde ich das intensive Klavierspiel, die mehr als interessante Stimme und die zarten, zerbrechlichen Lieder dieses Albums auch auf eine einsame Insel mitnehmen wollen. Ja, das würde ich wohl wollen...
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