Als jemand, der Justin Bieber schon vor seinem großen Durchbruch auf jener Videoplattform, die ihn zum Weltstar machte, entdeckt hatte, ist es mir sehr unangenehm, zugeben zu müssen: Jetzt ist es endgültig um ihn geschehen. Eine grässlichere Weihnachts-CD ist nur noch schwer vorstellbar. Nicht nur, dass Justin Biebers eigene Stimme (die sich zu seinem finanziellen Vorteil mit 16 noch nach Kinderstimme anhörte) inzwischen zur austauschbaren, nichtssagenden 08/15-Pop-Jammerstimme verkümmert ist und er sich deswegen andauernd mit bedeutungslosen Gaststimmen umgibt - nein, auch die Neuinterpretationen klassischer Weihnachtslieder lassen mir die Haare zu Berge stehen. Ich bin ja bereit zu akzeptieren, dass die Musikindustrie gerade in Zeiten der Finanzkrise mit allen Mitteln versuchen muss, Geld an Land zu schaufeln. Aber ich erwarte zumindest noch ein bisschen Rücksicht auf Menschen, denen der wahre Geist der Weihnacht noch immer etwas bedeutet. Mir kommt es beim Hören des lieblos zusammengeschusterten "Under The Mistletoe"-Albums vor, als wollte man mir mit Gewalt die Vorfreude aufs Fest vermiesen. Wenn dieser "Yeah Yeah"-Käse der Soundtrack zur Heiligen Nacht 2011 sein soll, na dann gute Nacht, Jesuskind. Oder irre ich mich und gibt es wahrhaftig jemanden, der sich nach dieser CD in Weihnachtsstimmung versetzt fühlt?
Fazit: Das optimale Weihnachtspräsent für alle, die man nicht leiden kann und denen man nur pflichtschuldig etwas schenken muss.