Da ich mit dem Drogenthema in Krimis nicht viel anfangen kann, habe ich ohne große Erwartungen angefangen, dieses Buch zu lesen. Aber ich muß sagen, dass es gar nicht lange dauerte, bis es mich ungemein fesselte. Das Spannende an Manuela Martinis Büchern ist, dass sie manchmal kurze Passagen einbaut, in denen der Täter denkt oder handelt, aber man eben nicht weiß, wer es ist. Das stärkt den Nervenkitzel. Auch der Prolog mutet zunächst seltsam an. Viel später, nachdem der Fall schon etliche merkwürdige Wendungen genommen hat, kommt etwas Licht in die Sache.
Wie auch in ihren bisherigen Büchern beschreibt die Autorin die Küste am südlichen Barrier Reef sehr detailgetreu und spart dabei sogar die Wetterumschwünge nicht aus. Als in Brisbane die drei Kollegen von Shane O'Connor erschossen werden und er dem Geschehen nur mit knapper Not entgeht, setzt er alles daran, den Mörder seiner Kollegen zu finden. Obwohl selbst ziemlich verletzt, macht er sich an der Sunshine Coast daran, die Hintergründe dieser Tat aufzudecken. Dabei gerät er immer tiefer in einen Strudel aus Korruption und Vergangenheitsgeheimnissen. Sogar seine Ex-Frau Kim und deren neuer Freund spielen in diesem Buch eine nicht unwichtige Rolle, so dass Shane auch privat eingebunden wird. Gleichzeitig verstricken sich der Gärtner Josh und die drogenabhängige Chrissy in den Fall, wenn auch ungewollt. Ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, wer der Mörder sein könnte, denn es werden immer neue Spuren in alle mögliche Richtungen gelegt. Daher hat mich die Auflösung maßlos überrascht, was doch das Schönste bei einem Krimi ist, wenn man bis zum Schluß rätselt, wer es denn nun gewesen sein könnte.
Fazit: Absolut lesenwert, da das Buch sehr spannende Stunden garantiert! Hoffentlich gibt es noch weitere Bücher mit Fällen von Shane O'Connor