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Das Undenkbare tun, Juden in Deutschland nach 1945
 
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Das Undenkbare tun, Juden in Deutschland nach 1945 [Gebundene Ausgabe]

Ruth Gay


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Aus der Amazon.de-Redaktion

Was hat hunderttausende osteuropäische Juden nach dem Zweiten Weltkrieg dazu bewogen, sich in Deutschland niederzulassen? Wieso blieben die deutschen Juden, die den Holocaust überlebt hatten, im Land ihrer Henker? Warum kehrten zahlreiche vor dem Nazi-Terror geflüchtete Juden in ihre Heimat Deutschland zurück? Die in New York lebende Schriftstellerin Ruth Gay hat sich mit diesen Fragen auseinander gesetzt und präsentiert ein bisher wenig bekanntes Bild der Geschichte der Juden in Deutschland nach der Stunde Null.

Es gehört zu den größten Ironien der Nachkriegsgeschichte, dass ausgerechnet Deutschland zum sichersten Zufluchtsort der überlebenden Juden wurde. Nur wenige wissen, dass die Juden aus Osteuropa in ihren Heimatländern einem wachsenden Antisemitismus ausgesetzt waren -- die Autorin verweist beispielsweise auf 2.000 Juden, die in den ersten beiden Jahren nach Kriegsende in Polen Opfer von Pogromen wurden. Da der Weg nach Palästina versperrt war und nur wenige Staaten Flüchtlinge aufnahmen, blieb nichts anderes übrig, als die Flucht in das von den Alliierten kontrollierte Deutschland. Eine Entscheidung also, die weniger auf rationalen Beweggründen beruhte, sondern vielmehr aus Mangel an Alternativen getroffen wurde. Gay beschreibt, wie sich in den Lagern für "displaced persons" eine eigene osteuropäische jüdische Kultur entwickelte, die aber nur von kurzer Dauer war. Bereits 1948 hatten die meisten Juden Deutschland wieder verlassen, da endlich Ausreisemöglichkeiten bestanden. Die verbliebenen knapp 12.000 osteuropäischen Juden gründeten zusammen mit den deutschen Juden die neuen jüdischen Gemeinden. Hier setzt die Autorin an und schildert den Neuaufbau, das Leben der Überlebenden in beiden Teilen Nachkriegsdeutschlands und die heutige Situation der neuen jüdischen Generation in Deutschland.

Das Undenkbare tun ist ein beeindruckendes Zeitdokument über den Neubeginn der Opfer im Land der Täter. Die jüdische Kultur in Deutschland endete nicht 1945, sie wurde fortgeführt bis zum heutigen Tag. Zum Verständnis dieses besonderen Kapitels der jüdischen Geschichte hat Ruth Gay mit diesem Buch einen wichtigen Beitrag geleistet. --Christoph Reudenbach

Kurzbeschreibung

Ruth Gay bietet einen eindrucksvollen Überblick über die Entstehung einer neuen jüdischen Welt in Deutschland nach 1945. Im Mittelpunkt stehen das jüdische Leben in den Lagern für displaced persons in den Jahren 1945-1948 und die Gründung sowie die unterschiedliche Entwicklung der neuen jüdischen Gemeinden in West- und Ostberlin. Nur wenig bekannt bis heute ist, daß in den ersten Jahren nach Beendigung des II. Weltkriegs Deutschland der sicherste Platz für Juden aus Osteuropa war. Aber die Menschen, die die Konzentrationslager und Deportationen überlebt hatten und nun vor Pogromen und einem wachsenden Antisemitismus in ihren Heimatländern flüchten mußten, wußten das. Mehr als eine Viertelmillion Juden suchte zwischen 1945 und 1948 Schutz in den von den USA und den Alliierten Siegermächten eingerichteten Lagern für displaced persons, und hier entwickelte sich in kurzer Zeit eine blühende osteuropäische jiddische Kultur - mit Theater- und Musikgruppen, Zeitungen und Zeitschriften und einem wiedererwachenden politischen Leben. Als 1948 die meisten Juden in andere Länder emigriert waren, bedeutete das zu-gleich das Ende einer fast tausendjährigen osteuropäischen jüdischen Kultur. Nur 12000 osteuropäische Juden blieben in Deutschland und gründeten zusammen mit den wenigen überlebenden deutschen Juden die neuen jüdischen Gemeinden. Ruth Gay erklärt, warum die Menschen blieben, warum sie zurückkehrten, wie sie lebten, wie sie sich in der ihnen neuen Welt zurechtfanden und wie die in Deutschland geborene und erzogene zweite Generation mit der Vergangenheit ihrer Eltern und der Gegenwart, in der sie aufwachsen, umgeht. - Ein wichtiges und grundlegendes Buch zum Verständnis der jüdischen Welt in Deutschland nach 1945.

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