Irgendwo hatte ich bereits eine Kurzbesprechung dieses Buches gelesen und war daraufhin begierig auf die Lektüre des Romans.
Da ich selbst arbeitslose Akademikerin bin und auch nicht zum ersten Mal ohne Arbeit oder Anstellung, wollte ich diesen Roman unbedingt lesen.
Tatsächlich habe ich ihn auch ausgelesen, musste mich aber zum Ende hin regelrecht dazu zwingen, wirklich alle Seiten noch "mitzunehmen".
Dobellis Art der Beschreibung spricht mich sehr an, er versteht es, das Innenleben des Protagonisten in Gedankenfetzen "sichtbar" zu machen. Auch kann ich dem Innenleben und dem Trotz des "Helden" über weite Strecken folgen und seine Gefühle nachvollziehen, obwohl ich eine Frau und Single bin.
Aber, was mich am Roman und auch an der Figur des Gehrer extrem stört, ist sein nicht enden wollendes Selbstmitleid, in dem er zum Schluss tatsächlich "ertrinkt".
Ich kann sehr gut verstehen, dass jemand - speziell jemand mit einer großen Fallhöhe - länger braucht, um wieder "auf die Beine zu kommen" oder sich einfach wieder zusammenzureissen, aber dieser Protagonist hier verliert völlig den Boden unter den Füßen und ist keinesfalls in der Lage, einmal aus seiner Situation "herauszutreten" und die Dinge wieder einigermassen realistisch oder wenigstens pragmatisch anzugehen.
Daher gibt es auch nur vier Punkte für diesen Roman, für mich ist der "Fall" des ehemaligen Marketingleiters einfach zu stark überzeichnet. Außerdem kann ich mir nicht vorstellen, dass es tatsächlich derartig "hohle" und im Grunde völlig interesselose Menschen geben könnte.