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Und vergib uns unsere Schulden: Die Finanzpolitik der katholischen Kirche und ihre Geheimnisse
 
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Und vergib uns unsere Schulden: Die Finanzpolitik der katholischen Kirche und ihre Geheimnisse [Broschiert]

Birgit-Sara Fabianek , Thomas Seiterich-Kreuzkamp
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Broschiert: 285 Seiten
  • Verlag: Publik-Forum; Auflage: 1., Aufl. (17. Mai 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3880951543
  • ISBN-13: 978-3880951549
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 14,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 800.865 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die katholische Kirche streicht in den kommenden Jahren zigtausend Arbeitsplätze. Die Bischöfe verweisen dabei auf die Finanznot der Kirche. Doch wie arm ist sie wirklich? Das vorliegende Buch stellt die Finanzpolitik aller Diözesen und ihre Zukunftspläne vor – in Zahlen und Worten. Und es stellt fest: Viele Bistümer sind reicher, als sie zugeben. Die Finanzkrise ist oft hausgemacht. Viele Arbeitsplätze sind nicht durch Finanznot, sondern durch Führungsschwäche bedroht.

Der katholischen Kirche fehlt es weniger an Geld als an Ideen. Mit Offenheit und der Beteiligung der Mitarbeiter an den Entscheidungen ließen sich viele Arbeitsplätze retten. Eine faire Finanzpolitik ist möglich – wenn sie erwünscht ist.

Dieses Buch weiht die Leser in die Geheimnisse der kirchlichen Finanzpolitik ein – und in mögliche Alternativen: Kenntnisreich, kritisch und – hoffentlich – folgenreich

Klappentext

Die katholische Kirche streicht in den kommenden Jahren zigtausend Arbeitsplätze. Die Bischöfe verweisen dabei auf die Finanznot der deutschen Diözesen. Doch wie arm sind sie wirklich?

Dieses Buch untersucht die angebliche Finanznot der Kirche und enthüllt, was niemand zu sagen wagt: Viele Bistümer sind reicher, als sie zugeben. Die Finanzkrise ist oft hausgemacht. Führungsschwäche bedroht Arbeitsplätze und Mitarbeiter. Leere Kassen werden benutzt, um missliebige Aktivitäten zu beerdigen. Der katholischen Kirche fehlt es weniger an Geld als an Ideen. Mit Offenheit und der Beteiligung der Mitarbeiter an den Entscheidungen ließen sich viele Arbeitsplätze retten.

Dieses Buch weiht die Leser in die Geheimnisse der kirchlichen Finanzpolitik ein: kenntnisreich, kritisch und – hoffentlich – folgenreich


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Die beiden bei Publik Forum beschäftigten Autoren thematisieren die gegenwärtige Praxis vieler kath. (Erz-)Bistümer, die kirchliche Landschaft neu zu gestalten und stellen vor diesem Hintergrund die wirkliche bzw. behauptete Finanznot der katholischen Kirche dar.

Das Buch informiert sehr umfassend (soweit man den veröffentlichen Haushalten glauben kann) über die faktische Finanzsituation der katholischen (Erz-) Bistümer und die beängstigend gleichlautenden Rückwärtsstrategien der Kirchenbehörden: Laientheologen werden ausgesondert, die alte Klerus-Kirche neu etabliert, Demokratieansätze zurückgedrängt und ungeliebte soziale / kulturelle Aktivitäten beendet . Den Spitzen der Kirchenverwaltung wird noch mehr Macht zuschanzt - die kirchliche Variante einer Umverteilung von unten nach oben. Aufgezeigt wird dies ausführlicher an den beiden Bistümern Aachen und Essen.
Merkwürdig ist, dass ein weiterer Fall/Typ des kirchlichen Finanzzusammenbruchs, der des Erzbistums Berlin, nicht gleichermaßen in die Analyse einbezogen wurde.

Aufgelockert wird das gut lesbare Buch durch mehrere Interviews auch mit Fachleuten, die die kirchliche Situation von außen beobachten (Carsten Frerk, Politologe und Publizist, Renate Richter, Fachreferentin bei ver.di, Gernot Mittler, ehem. Finanzminister Rheinl.-Pfalz.) Es kommen allerdings keine der vielen kritischen Stimmen aus binnenkirchlicher Sicht zu Wort, ja diese werden nicht einmal erwähnt. Selbst vom gleichen Verlag publizierte Alternativvorschläge (Pfr. K.Martin, Abschied von der Kirchensteuer, Oberursel 2002) war keiner Erwähnung wert.
Der Titel des Buches selbst bleibt auch nach der Lektüre erklärungsbedürftig, der reißerische Untertitel führt sogar eher in die Irre. Das vermutlich einzige publik gemachte "Geheimnis" der katholischen Finanzpolitik scheint in der Mitteilung zu liegen, dass es "Einnahmen und Vermögen des sog. Bischöflichen Stuhls" gebe. Belegt wird diese Behauptung allerdings nicht, auch nicht, ob alle Bistümer über einen solchen Schatz verfügen und wie groß dieser wohl ist.

Die Angaben zu Literatur und Adressen/Kontakte/Links sind so gestaltet, dass Gewichtiges und Belangloses nebeneinander steht. Ein Kriterium für die jeweilige Auswahl ist kaum zu erkennen.
Die Autoren haben im Buch selbst durchgängig auf Belege verzichtet. Das erleichtert zweifellos die Lektüre des Buches. Andererseits warten sie mit ziemlich halsbrecherischen Zahlenangaben auf, für die man schon gern einen sicheren Beleg hätte: Mehr als 2,1 Mrd. Euro haben die deutschen Bistümer zwischen 1996 und 2000 für den Erhalt ihrer Kirchengebäude ausgegeben" (S.72) Abgesehen von der Tatsache, dass zu der Zeit noch die DM galt, muss eine solche Angabe auf einer immensen Recherche beruhen.

Das aus spürbar lebendigem kirchlichen Engagement geschriebene Buch zielt auf das an der Kirchenbasis aktive Publikum. Die Appelle an "die Kirche" allerdings, Änderungen herbeizuführen, bleiben diffus, weil mal die einzelne Pfarrei, mal das Bistum, mal die Weltkirche gemeint ist. Der Abschnitt "Was tun?" lässt die LeserInnen vollends ratlos zurück: Es wird empfohlen: "Visionen gemeinsam zu entwickeln". Konkrete Handlungsperspektiven oder auch nur kleine Schritte werden nicht reflektiert.
Am Mut, wirklich einschneidende Handlungsstrategien vorzuschlagen oder bereits bekannte klar zu unterstützen, hat es den ansonsten couragierten Publik Forum - Redaktionsmitgliedern offensichtlich gefehlt.

Friedrich Halfmann, 2. Vors.
Verein zur Umwidmung von Kirchensteuern e.V.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
akribisch recherchiert 13. Juni 2006
Von allora
In jeder Schraubenfabrik hat ein Arbeitnehmer mehr Rechte als bei der Kirche. Kirchliche Beschäftigte dürfen keine Betriebsräte wählen, sondern nur Mitarbeitervertretungen, deren Rechte eingeschränkt sind. Mitbestimmung, Betriebs-verfassungsgesetz, Wirtschaftsausschüsse? Fehlanzeige. Kirchliche Mitarbeiter sind Arbeitnehmer zweiter Klasse.

Jetzt sagt die katholische Kirche, dass sie in der Krise ist. Bis zu 20.000 Stellen wird sie in den nächsten Jahren abbauen. Kirchenmusiker und Küster, Erzieherinnen und Gemeindereferenten werden davon betroffen sein. Auch Flüchtlingshilfe und Arbeitslosenarbeit stehen vielerorts auf der Kippe.

Ist die katholische Kirche tatsächlich so arm dran? Die beiden Autoren Fabianek und Seiterich-Kreuzkamp haben in jedem der 27 Bistümer nachgebohrt, nach Einkünften, Ausgaben, Vermögen und Alternativen für Personalabbau gefahndet und sind auf ein Geflecht aus Geheimniskrämerei, Herumgedruckse und Ahnungslosigkeit gestoßen. Veraltete Zahlen, unzeitgemäße Buchführung, versteckte Schatullen, das ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Kein Kirchenmitglied und kein Ge-meindepfarrer weiß, wie hoch die Einnahmen aus Immobilien- und Investmentfonds, aus Verlags- und Siedlungsbeteiligungen tatsächlich sind. Die Bistümer rücken die Zahlen nicht heraus. Trotzdem verlangen sie von ihren Beschäftigten, auf Einkommen zu verzichten.

Neben den Büchern des Kirchenkritikers Carsten Frerk ist damit ein weiteres, akribisch recherchiertes Werk erschienen - diesmal mitten aus der Kirche heraus, beide Autoren sind Katholiken - das die Finanzpolitik der Kirche, deren Führung nach Gutsherrenart" und ihre Managementfehler unter die Lupe nimmt. Was nicht nur für Katholiken interessant ist. Schließlich pumpt jeder Bürger seine Steuern in kirchliche Einrichtungen.

Das Buch ist gut zu lesen und nutzt geschickt verschiedene journalistische Genres. Außerdem ist den Autoren gelungen, Kirchenlaien Einblicke in das Finanzgebaren einer Institution zu geben, die natürlich nicht börsentauglich gemacht werden soll, von der man jedoch als Kirchen- und Steuerzahler mit Recht verlangen kann, dass sie sorgsam mit öffentlichen Geldern umgeht. Aber auch Kirchenkenner profitieren von dieser - binnenkirchlich vielleicht ungewöhnlichen - Perspektive: Wieso sind kirchliche Beschäfigte Arbeitnehmer zweiter Klasse? Wieso empfehlen Kirchenobere Arbeitnehmerinteresse zu wahren, doch im eigenen Betrieb wird verfahren wie in Sonnenstudios und auf Bowlingbahnen. Dort gibt es auch keine Tarifverträge.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wo Geld ist, ist Sünde 14. Juni 2006
Von ThodenK
Endlich, muss man sagen. Endlich schaffen es mal zwei Autoren ein wenig Licht ins Dunkle der kirchlichen Finanzen zu bringen. Wer schon immer vermutet hat, dass Kirchens Kassen einem modderigen Sumpf ähneln, der darf sich nach der Lektüre dieses Buches gerne bestätigt fühlen. Es sind weniger die zahlreichen und akribisch zusammengetragen Fakten, die das Buch so wichtig machen für die Finanzdebatte innerhalb der katholischen Kirche. Diese Fakten, das schreiben die Autorin und der Autor selbst, sind zumeist veröffentlichte Daten - wenn auch nicht gerade für jedermann sofort auffindbar. Da haben die beiden Rechercheure ganze Arbeit geleistet.

Weitaus bedenklicher stimmt der grob unterentwickelte Sinn für Transparenz in den beschöflichen Verwaltungen, genauer, der Bischöfe selbst. Ziemlich unverholen wird den beiden Autoren ein ums andere mal klar gemacht, dass ein Buch über die Kirchenfinanzen nicht im Interesse der Kirchen sei und sie deshalb auf Informationen verzichten müssen. Die Kirche behandelt ihr Finanzgebaren wie ein Staatsgeheimis. Eine nicht überwindbare Mauer des Schweigens.

Wenn die Kirchen diese Missachtung nur ihren Kirchensteuerzahlern entgegebringen würde, wäre das schon bedenklich. Aber die könnten ja immer noch austreten. Doch die Kirche bekommt auch reichlich Geld aus dem allgemeinen Steuersäckel zugeschustert. Und der wird von Moslems, Katholiken, Protestanten, Juden und Atheisten gefüllt. Da wäre etwas mehr Offenheit nicht fehl am Platze.

Nötigenfalls müsste die Kirche zur Offenlegung ihrer Finanzen gesetzlich verpflichtet werden. Und sage niemand, die Kirche sei kein Aktienunternehmen, müsse mit anderen Maßstäben bemessen werden. Die Kirchen sind der zweitgröße Arbeitgeber in Deutschland und verweigern bis heute ihren Mitarbeitern tarifliche Arbeitsbedingungen. Wer sich benimmt wie eine Heuschrecke, der sollte auch so behandelt werden.
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