Die mit Spannung erwartete Fortsetzung der Reihe um den niederländischen Commissaris Bruno van Leeuwen erfüllt die hochgesteckten Erwartungen in allen Bereichen und überzeugt wie schon der Vorgänger durch seine sensiblen Beschreibungen und authentischen Charakterisierungen der Figuren. Poesie und ein tiefes Empfinden treffen hier auf Skrupellosigkeit, Macht und nackte Angst und verweben sich zu einem dichten Bild mit beeindruckend intensiver Atmosphäre.
Während Bruno van Leeuwen privat um das Leben seiner Frau und ihre gemeinsamen Erinnerungen kämpft, verlangt ihm der neue Fall, den er übernommen hat, den Mord an einem jungen Inder, seine Menschenkenntnis und Kombinationsgabe ab. Mithilfe seines kompetenten Teams, von dem jeder Einzelne in seiner Komplexität sehr realistisch gezeichnet ist, sucht er den Täter in einem exotischen Umfeld und taucht ein in die Welt der Gewürze und der indischen Familienehre. Doch nicht nur dort trifft er auf ein Gespinst von Schweigen und Lügen, das er langsam entwirren muss, um der Wahrheit näher zu kommen.
Mit viel Liebe zum Detail und seinen Figuren ist Claus C. Fischer seinem Stil treu geblieben und den Leser mitgenommen auf eine Reise in das multikulturelle Amsterdam, aber auch mitten hinein in die Hilflosigkeit, Ängste, Sorgen und Sehnsüchte eines Mannes, der seine über alles geliebte Frau verabschieden muss. Ein leises und doch kraftvolles Krimi-Highlight abseits des Mainstreams, das auch nach der letzten Seite noch lange nachhallt.