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Und trotzdem eine Picasso: Leben im Schatten meines Großvaters
 
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Und trotzdem eine Picasso: Leben im Schatten meines Großvaters [Taschenbuch]

Marina Picasso
2.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 195 Seiten
  • Verlag: List Taschenbuch; Auflage: 1. Aufl. (1. November 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3548602630
  • ISBN-13: 978-3548602639
  • Originaltitel: Grand-Pere
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12,6 x 1,9 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 132.286 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Haben schöpferische Menschen das Recht, fragt sich die Autorin verzweifelt, all jene, die ihnen nahe stehen, zu vernichten und in die Verzweiflung zu treiben? Muss ihre Suche nach dem Absoluten mit solch unstillbarem Machtwillen einhergehen? Und schließlich -- ist ein Werk, wie grandios auch immer, tatsächlich ein so großes Opfer an Menschenleben wert?

Große Kunst verlangt bekanntlich Opfer. Ob dies allerdings die Anzahl an Personen meint, die im Umfeld der alles verschluckenden Lichtgestalt Picasso aus Mangel an Luft und Liebe eingingen, indem sie den Freitod wählten oder in die Schwermut flüchteten, ist fraglich. Marina Picasso, Enkelin von Olga Kokhlova, der ersten Frau des Jahrhundertmalers, bestürmen selbst als Erwachsene noch Angstattacken, wenn sie nur an die Besuche an der Hand des Vaters beim dämonischen Opa in dessen südfranzösischer Malerfestung La Californie denkt.

Schon Großmutter Olga hatte sich nach Picassos Liebesentzug umgebracht, Marinas Vater Pablo, ein einziges Angstbündel angesichts des rigiden Alten, setzte wenig später seinem Leben ein Ende, sein Sohn Pablito, Marinas Bruder, folgte ihm nach. Eine wahrhaft satanische Familiensaga, in der Marina zwar etwas pathetisch vom "Würgegriff eines Genies" berichtet, das "ständig neues Blut benötigte, um seine Werke zu signieren", die aber dennoch die Frage nach dem menschlich hohen Preis jeglichen Machtgebarens aufwirft.

Ein Gutes hatte die Sache am Ende vielleicht doch noch. Humanistisch geschult am brutal egozentrischen Beispiel des Großvaters, gründete die inzwischen 50-Jährige in Vietnam ein Dorf der Jugend sowie mehrere Waisenhäuser, wofür sie 1996 mit dem Albert-Schweitzer-Preis ausgezeichnet wurde. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Pablo Picasso - eines der größten Genies des 20. Jahrhunderts, der Inbegriff der modernen Malerei. In ihren Erinnerungen lässt Picassos Enkelin den Künstler in einem neuen Licht erscheinen. Sie berichtet von ihrem Leben im Dunstkreis eines rücksichtslosen Tyrannen: Von Kindheit an wird Marina Zeugin, wie ihr Großvater Menschen demütigt und erniedrigt. Sie muss miterleben, wie er die Ehe ihrer Eltern zerrüttet und die Familie seines Sohnes in schrecklicher Armut leben lässt.

Der bewegende Lebensbericht einer Frau, der es erst nach vielen Jahren gelang, sich vom Mythos ihres Großvaters zu befreien und ihr eigenes Leben zu leben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Muss man nicht lesen... 25. März 2009
Format:Taschenbuch
Zum Glück habe ich mir dieses Buch in der Bücherei ausgeliehen. Es hätten mich sogar 0,90¤ gereut, wenn ich es gekauft hätte. Ich habe mich beim Lesen nur schlecht gefühlt. Dieses Buch ist eine einzige Anklage einer traumatisierten Frau und sie versucht sicher damit ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Keiner hat in dieser Familie die Verantwortung für sich selbst übernommen - und an allem ist der Großvater "schuld". Es gibt sicher unzählige Menschen, die eine lieblose und entbehrungsreiche Kindheit erlebt haben. Nur interessiert das NIEMANDEN... Und soll es nun jemanden interessieren, wenn der schuldig gesprochene Picasso heißt.
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20 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Marina Picasso, die heute 51jährige Enkelin Picassos, schildert in diesem Buch ihr Leben im Schatten des berühmten Malers. Sie zeichnet dessen Persönlichkeit als die eines despotischen und allmächtigen Gottes, der ausschließlich seiner Kunst lebt und alles in seiner Umgebung, selbst die Menschen, als Objekt und Material betrachtet und seiner Kunst unterordnet. In ergreifenden und erschütternden Bildern beschreibt Marina ihren persönlichen Leidensweg unter der destruktiven Macht des genialen, kreativen Künstlers.

In äußerst ärmlichen Verhältnissen und in einer Welt seelischer Kälte wächst sie gemeinsam mit ihrem geliebten Bruder Pablito auf. Ihr Vater Paulo, Sohn aus der Ehe Picassos mit der russischen Tänzerin Olga Kokhlova, verlässt früh seine Familie. Ihre Mutter, unter psychischen Aussetzern leidend und nur um ihr eigenes Selbst kreisend, ist auf die gelegentlichen und dürftigen Almosen angewiesen, die Paulo bei seinem Vater erbetteln muss. Tief trifft Marina der frühe Tod ihres Bruders Pablito, der unmittelbar nach dem Tod des Großvaters Selbstmord begeht. Sie sieht Pablito und ihren stets gedemütigten, lebensunfähigen Vater, der 54jährig stirbt, ebenso wie sich selbst als Opfer des "Systems Picasso".

Marina Picasso vermag sich erst nach langer Therapie von der Last ihrer Vergangenheit zu befreien, um schließlich ein erfülltes Leben zu führen und ihren Kindern und vietnamesischen Adoptivkindern die Liebe zu geben, die sie als Kind selbst so schmerzlich vermissen musste.

Mit der Darstellung ihres Lebens fügt die Autorin dem Bild des Künstlers und Menschen Picasso eine neue und persönlich geprägte Facette hinzu. Diese ist alles andere als schmeichelhaft: Picasso, ein Mensch in seinem autistischen Universum, ein Mensch, der nicht die Welt abbildet, sondern die seine zum Maßstab macht, der zugunsten seiner Malerei auf die Welt der Menschlichkeit, der Zärtlichkeit und der Gefühle verzichtet und schließlich Menschen seiner Umgebung in den Strudel seines eigenen Untergangs mitreißt.

Kein vergnügliches, heiteres Buch! Meisterhaft und lebendig skizzierte Bilder, die unser Mitgefühl erregen. Zwar finden sich zuweilen Intermezzi fröhlicher Kindheitserinnerungen, die jedoch stets bald wieder von düsteren Wolken der Verzweiflung und des Schmerzes überschattet werden. Es scheint, dass die Autorin das Buch schreiben musste, um sich vor einem eigenen drohenden Untergang zu retten und zu einer harmonischen Existenz durchzudringen.

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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Das sehr viele der sogenannten Genies auch mehr oder weniger ausgeprägte Macken hatten oder sogar als Menschen unausstehlich waren, ist nicht erst seit dem vorzüglichen Buch von Wolf Schneider namens „die Sieger" bekannt. Dass Picasso voll in dieses „Schema" hineinpasst, ist auch nicht gerade ein Geheimnis. Die Behauptung eines Freundes, Picasso habe die Menschen seiner näheren Umgebung und insbesondere seine Frauen verbraucht, empfand ich als sehr treffend. Entsprechend war ich neugierig auf dieses Buch, inwiefern es dieses Bild eines „menschen-verbauchenden Genies" durch seine Enkelin mit mehr Hintergrundinformationen gefüllt werden könnte.
Leider liefert die Autorin diese Informationen nur zu einem Teil. Sie beschränkt sich auf die dunkle Seite ihres Großvaters. Sie wiederholt zwar mehrmals, dass sie ihn auch für ein Genie hält, führt diese Behauptung aber nicht näher aus. Die Beschreibungen darüber, wie sehr ihr schwacher Vater, ihre in Hass und Eitelkeit verstrickte Mutter, ihr sensibler Bruder, die ganze nähere Umgebung Picassos und vor allem natürlich sie selbst unter dem dominanten, berechnenden und manipulierenden Wesen des Malers leiden, nehmen dagegen sehr viel Raum ein, ja eigentlich fast den gesamten. Damit ist der Informationsgehalt dieses Buches sehr schnell erschöpft und gerät primär zu einer Selbsttherapie in Form einer Abrechnung mit Picasso. Das zu lesen ist zunächst sicherlich erschütternd, hat mich aber durch die häufige Wiederholung mehr und mehr gelangweilt.

Während der Lektüre überlegte ich mehrfach, dieses Buch einfach beiseite zu legen. Letztendlich habe ich mich in der Hoffung, doch noch einige weitergehende Informationsbrocken über den Menschen Picasso zu finden, durchgekämpft. Diese Hoffnung ist leider enttäuscht worden. Auch wenn Ansätze seitens der Autorin in diese Richtung gehend vorhanden sind, scheint sie zu sehr mit der Aufarbeitung ihrer eigenen Probleme beschäftigt zu sein. Schade.

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