Ein Beck-Krimi, der den Hörer lange auf der falschen Spur lässt und einen Mord an einem prominenten Konzernchef bei den üblichen Motivverdächtigen sucht: Ehefrau, Konkurrenten, potentielle Nachfolger stehen im Fokus der Ermittlungen. Irgendwann fällt aber der entscheidende Hinweis, der diesen Mord aber in einem ganz anderen Licht darstellt und dem Titel dann auch letztlich Rechnung trägt.
Man sollte schon die Behäbigkeit, die sich aus der umfassenden Bearbeitung ergeben, in Kauf nehmen können. Es geht hier nur zwar interessant, aber nur mäßig spannend zu. Dafür kommt die skandinavische Atmosphäre zumindest über die ruhige Inszenierung in die Umsetzung hinein.
Originell ist der Einsatz von gleich zwei Erzählern, die sich abwechseln und so die langen Passagen doch etwas auflockern. So fällt die starke Erzählerlastigkeit weniger ins Gewicht. Zumal man mit Hans Peter Hallwachs und Matthias Ponnier doch zwei stark unterschiedliche Stimmen hierfür gewählt hat.
Hörenswertes gibt es auch von den Darstellern im Rollengeschehen; Von Charles Wirths über Horst Frank bis zu Gert Haucke hat man hier ein sehr hörenswertes Ensemble zusammengestellt. Die Dialoge hätten allerdings, um diesen tollen Schauspielern auch eine angemessene Bühne bieten zu können, auch gerne etwas üppiger ausfallen dürfen.
Ein eher gemächlicher Krimi, bei dem sich die großen Spannungsmomente doch sehr im Rahmen halten. Unterhaltsam ist das Ganze trotzdem, da das Ehepaar Sjöwall / Wahlhöö auch hier wieder eine interessante Geschichte zu erzählen weiß.
Für die Freunde skandinavischer Krimis ist auch "Und die Großen lässt man laufen" ein Pflichttermin.