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Und dennoch...: Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft
 
 

Und dennoch...: Nachdenken über Zeitgeschichte, Erinnern für die Zukunft [Kindle Edition]

Hildegard Hamm-Brücher
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Für Menschen aller Generationen sind diese Lebenserinnerungen einer aufrechten und emanzipierten Frau ein Geschichtsbuch über unsere Demokratie nach 1945 und ein persönliches Zeugnis davon, dass es immer konkrete Menschen sind, die diese Demokratie aufbauen und am Leben erhalten. Vielleicht der wichtigste Beitrag zu der aktuellen Debatte um die Krise der FDP.« (lovelybooks.de, 12.05.2011 )

»Ein reiches und erfülltes Leben blättert sich da auf, ein Leben, das auch mit neunzig noch nicht zur Ruhe gekommen ist.« (amazon.de, 12.05.2011 )

»Ein lesenswertes Buch, gerade zum 90. Geburtstag dieser beeindruckenden Persönlichkeit der deutschen Nachkriegsgeschichte.« (NDR Info – Das Politische Buch, 11.05.2011 )

Kurzbeschreibung

Erinnern für die Zukunft

Hildegard Hamm-Brücher, die Grande Dame der deutschen Politik, blickt auf die Zeit seit dem Ende der Nazi-Diktatur zurück und wirbt eindringlich für ihre großen Lebensthemen – das Lernen aus den Irrtümern der Geschichte, die Stärkung der Demokratie und die Verteidigung der Freiheit.


Produktinformation

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 605 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 177 Seiten
  • ISBN-Quelle für Seitenzahl: 3886809854
  • Verlag: Siedler Verlag (3. Juni 2011)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B0053AQTV6
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: #42.218 Bezahlt in Kindle-Shop (Siehe Top 100 Bezahlt in Kindle-Shop)

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Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Diese als "Nachdenken über die Zeitgeschichte" untertitelten Lebenserinnerungen der FDP-Politikerin und ehemaligen Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher sind der für mich wichtigste Beitrag zu der aktuellen Debatte um die Krise der FDP, die sich von ihrer ehemals auch durch Frauen wie Hamm-Brücher geprägten sozialliberalen Programmatik schon lange entfernt hat und manchmal nur noch eine Bühne für sich jugendlich gebende männliche Selbstdarsteller und Intriganten geworden ist.

In diesen Erinnerungen für die Zukunft unter dem trotzigen und lebenserfüllten Titel "Und dennoch..." beschreibt Hildegard Hamm-Brücher, gerade 90 Jahre alt geworden, über ihre Erfahrungen in der Nachkriegszeit, über Politik als Frauenberuf und notiert bemerkenswerte Gedanken zu dem wechselvolle Umgang mit den Erblasten der Nazi-Diktatur.

Ihre grunddemokratische Auffassung gipfelt in ihrer Forderung nach einer Art "Demokratie-TÜV", und in dem zentralen liberalen Politiktopos der Bildung beschreibt sie "Versäumnisse, Verspätungen und Aufbrüche."

Ein reiches und erfülltes Leben blättert sich da auf, ein Leben, das auch mit neunzig noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Nach wie vor mischt sie sich ein mit öffentlichen Reden, von denen einige am Ende des Buches abgedruckt sind. Dankbar und nachdenklich bilanziert sie ihr Leben:
"Das ist meine wichtigste Erfahrung mit unserer nun über fünfundsechzigjährigen Demokratie: Dass Freiheit, wenn von ihr verantwortlich Gebrauch gemacht wird, nicht nur den Einzelnen, sondern auch ein Volk lernfähig macht. Und das war es, worauf es mir vor allem ankam und worauf es auch in Zukunft ankommen wird."

Ob die jungen Wilden in der FDP dieses Buch zur Kenntnis nehmen werden? Ob sie daraus irgendetwas lernen?

Doch nicht nur für sie, sondern für Menschen aller Generationen sind diese Lebenserinnerungen einer aufrechten und emanzipierten Frau ein Geschichtsbuch über unsere Demokratie nach 1945 und ein persönliches Zeugnis davon, dass es immer konkrete Menschen sind, die diese Demokratie aufbauen und am Leben erhalten.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ½ TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
... den Parlamentarismus und die Demokratie. Ihre Rede vom 1. Oktober 1982 zählt für mich zu den beeindruckendsten Zeugnissen eines "liberalen Gewissens" in der deutschen Parlamentsgeschichte." Mit diesen Worten hat der gegenwärtige FDP-Generalsekretär Christian Lindner der Staatsministerin a.D. Hildegard Hamm-Brücher zu ihrem 90. Geburtstag am 11. Mai 2011 gratuliert.

Wenn man das Buch gelesen hat, dann überrascht der Glückwunsch nicht. Denn obgleich Hildegard Hamm-Brücher am 22. September 2002 ihren Austrittsbrief an den damaligen Vorsitzenden der FDP abgeschickt hatte, Anlass waren antisemitische Äußerungen des Parteikollegen Möllemann, so macht sie sich doch Gedanken über die Zukunft des politischen Liberalismus. Vermisst den Freimut, mit dem sie und andere ihrer Generation einst ihre Meinung ausdrückten. Eine lebendige "democracy by discussion", wie sie es auf Seite 142 ausdrückt, findet jedenfalls ihrer Meinung nach momentan nicht statt. Und so nebenbei bemerkt die Grande Dame des deutschen Liberalismus, dass ein Christian Lindner allein noch keine neue FDP mache. Es überrascht an dieser Stelle, dass kein anderer liberaler Hoffnungsträger Erwähnung findet. Der Generalsekretär und die ehemalige Staatsministerin scheinen sich jedoch gegenseitig zu schätzen.

Die von Christian Lindner erwähnte Rede vom Oktober 1982 ist selbstverständlich in diesem Buch abgedruckt. Schlagen Sie einfach die Seiten 164ff auf. Dort finden Sie den Widerspruch gegen das konstruktive Misstrauensvotum zur Amtsenthebung des damaligen SPD-Bundeskanzlers Helmut Schmidt. Inklusive der Reaktionen aus dem Plenum. Wer Beifall spendete, wer sich empörte. Des Weiteren erfährt der Leser auf Seite 139, dass der Entschluss zu diesem Beitrag erst in der Nacht vor der Sitzung gefasst wurde. Für ihre Erklärung hatte sich Hildegard Hamm-Brücher nur Notizen gemacht, und sie war sich keineswegs sicher, ob und was ihre Rede bewirken würde. Nun, die Folgen ließen nicht auf sich warten. Heiner Geißler bezichtigte sie eines Anschlages auf die Verfassung. Helmut Kohl würdigte sie keines Blickes mehr. Selbst bei der Bundespräsidentenwahl 1994 ignorierte er sie. Nicht zu vergessen ihr Amt als Staatsministerin im Auswärtigen Amt: es wurde im September 2002 beendet. Und dennoch, Hildegard Hamm-Brücher ließ sich nicht verbiegen, leugnete nicht ihre Überzeugung. Der demokratische Anstand war ihr wichtiger. Ich kann mich noch gut an die damalige Rede erinnern. Es sind solche Momente, solche Menschen, die Hoffnung vermitteln.

Aber natürlich geht der Inhalt dieses Buches über diesen Moment hinaus. Es beginnt mit den Erlebnissen im Nachkriegs-Deutschland. Der Leser verfolgt einen Lebensweg, der immer wieder von glücklichen Zufällen geprägt war. Der Berufsweg als Chemikerin war ihr nach dem Krieg versperrt, es fand sich jedoch eine Tätigkeit bei der amerikanischen Neuen Zeitung, wo sie erst freiberuflich, dann festangestellt Beiträge verfasste. Ihr Chef: Erich Kästner. Theodor Heuss gab ihr nach einem Interview den Rat mit auf den Weg, sie müsse in die Politik gehen. 1 1/2 Jahre später wurde Hildegard Hamm-Brücher von seinem Freund Thomas Dehler, dem Gründer der bayrischen FDP, gefragt, ob sie für den Münchner Stadtrat kandidieren wolle. Gesagt, getan, gewonnen. Ein Jahr später durfte die junge Stadträtin die amerikanische Demokratie vor Ort erleben. Sie kehrte erst im Sommer 1950 nach Deutschland zurück, um Abgeordnete im Bayrischen Landtag zu werden. Ein aufmüpfiges Mitglied wohlgemerkt. Franz Josef Strauss nannte sie 'Krampfhenne', Alfons Goppel (ein anderer bayrischer Ministerpräsident) bezeichnete sie als 'Bissgurke'. Hildegard Hamm-Brücher ließ sich von derartigen Titulierungen jedoch nicht beeindrucken. Mit Durchhaltevermögen und einer gewissen Portion Sturheit setzte sie sich für ihre Ziele ein. Als schul- und bildungspolitische Sprecherin im bayrischen Landtag kämpfte sie gegen die Prügelstrafe in Schulen, setzte sich für die Aufhebung der konfessionellen Trennung ein, und dafür, dass Mädchen in staatlichen Gymnasien aufgenommen wurden. Ja, sogar die als "unsittlich" bezeichneten Schulbusse wurden einige Jahre später eingeführt. Hildegard Hamm-Brücher war zu diesem Zeitpunkt bereits Staatssekretärin im hessischen Kultusministerium.

Daneben finden sich im vorliegenden Buch Gedanken über den wechselvollen Umgang mit den Erblasten des Nationalsozialismus sowie eine Beschreibung der Demokratie als Staats- und Lebensform. Theodor Heuss wird gewürdigt, und das Ende der Adenauer-Ära, der Mauerfall und die überstürzte Vereinigung thematisiert. Insbesondere bedauert es Hildegard Hamm-Brücher, dass es zu keinem Plebiszit gekommen ist. Eine Volksabstimmung hätte den Willen des Volkes bekundet, die Wiedervereinigung hätte nicht allein den Willen der Politiker entsprochen. Ihre Vorliebe für eine Basisdemokratie spiegelt sich auch darin wieder, dass sie die Bürgerrechtler als vorbildliche Dissidenten erkennt. Dass diese in der Folge ins Abseits gerieten, beklagt sie.

Kurz und gut:

Ein bewegtes Leben. Der Leser findet in diesem Buch einerseits autobiografische Erlebnisse, andererseits erfährt er mehr über das demokratische Grundverständnis der ehemaligen Staatsministerin. Ein Plädoyer für eine gelebte Demokratie. Auch ein Plädoyer dafür, seinem Wissen und Gewissen zu folgen, insbesondere dann, wenn man der vorherrschenden Meinung nicht folgen kann, und es wagen muss alleine zu stehen, und "dennoch" zu sagen.

Möge dieses Buch viele Leser finden.

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Ein altes englisches Kirchenlied, das Hildegard Hamm-Brücher in heiklen Situation gelegentlich summte:
(S. 34)

Wag zu sein wie Daniel,
wage es, allein zu stehen,
wage es, ein Ziel zu haben,
wage es, und lass es sehen.

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Ebenso lesenswert:
Die Biografie einer SPD-Politikerin im Nachkriegs-Deutschland: Marta Schanzenbach (1907-1997): Eine Frau der ersten Stunde
von Renate Tebbel.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Wenn es einen deutschen Politiker gibt, der seine politischen Überzeugungen mit seinem Leben über Jahrzehnte hinweg glaubwürdig vorleben kann, dann ist das Hildegard Hamm - Brücher.

Was sie mit diesem Buch vorlegt sind keinesfalls ihre Memoiren. Auch wenn sie in acht Kapiteln sieben Jahrzehnte bewusstes Mitgestalten der Demokratie beschreibt, betrifft es nie nur sie allein. Ähnlich wie Helmut Schmidt ist Hildegard Hamm - Brücher längst eine Instanz geworden, der man ihre Erfahrungen gern abnimmt. Bei ihr hat man das Gefühl: Das was sie sagt, dazu steht sie auch. Außerdem ist sie einige der Wenigen, die noch deutsch spricht, nicht in politischem Kauderwelsch, wie viele aktive Politiker.

So ziehen beim Lesen die Jahrzehnte deutscher Nachkriegspolitik am Leser vorbei und sie werden gut verständlich von der Autorin nahegebracht.

"Ich kann es mindestens so gut wie das angeblich so viel stärkere Geschlecht."

An der Seite von Genscher und Schmidt gestaltete Hildegard Hamm - Brücher deutsche Politik mit und bei Wahlen gewann sie mehr als einmal gegen männliche Mitbewerber. Dies hat sie nie übermütig werden lassen. Sie ist ein Symbol für solide, bodenständige und volksnahe Politik.

Dieses Buch hat einen sehr interessanten Anhang. Texte der Autorin aus sechs Jahrzehnten wurden hier noch einmal veröffentlicht. Unter anderem ihre bewegende Ansprache im Bayerischen Rundfunk vom 18. Mai 1948.

Mit diesem Buch hat sich Hildegard Hamm - Brücher noch einmal zu Wort gemeldet. Das faszinierende an ihrer Rückschau ist, dass ihre Lebensweisheiten in unsere Zukunft hineinreichen und Bestand haben werden. Wie sagte Richard von Weizsäcker einst über sie?: "Sie hat uns vorgelebt, dass Demokratie und Freiheit lebensgestaltende Werte sind." Dies hat die Grande Dame der deutschen Politik mit diesem Buch noch einmal eindrucksvoll bewiesen.
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