Haben Sie die Erfahrung auch schon gemacht, dass es einfacher ist, mit einem CEO Termine zu vereinbaren als mit einem Rentner? Oder finden Sie die wöchentlichen Leserbriefe verhärmter Senioren ebenso überflüssig wie ich? Es scheint ganz so, dass viele mitihrem Rentenalter nicht ganz klar kommen. Selbst wenn die Gründe oft in den Lebensbiografien liegen, sind kleine Veränderungen im Alter noch möglich. Und wenn es dazu nützliche Ratschläge gibt, sollte man sie nutzen. Zum Beispiel, indem man dieses Buch aufmerksam liest und herauspickt, was einem gut tun könnte. Offenbar müssen wir selbst das Geniessen lernen.
Die Autorin lässt ausser ihren eigenen Beobachtungen und Erfahrungen auch ihre Lektüre anderer Ratgeber einfliessen. Und damit ihre Leser den Zugang zu solchen Quellen ebenfalls haben, finden sich am Schluss viele Angaben zu Internetadressen und weiterer Literatur. Doch wer auf spezielle Adressen in anderen Ländern als Deutschland verzichten kann, muss keine weiteren Büchern kaufen. Denn die Autorin behandelt das Thema ziemlich umfassend. Wir erfahren Grundsätzliches über das Älterwerden und lesen auf unterhaltsame Art, welche neuen Aufgaben vor dem Rentnerloch schützen können und wie wir nach solchen Aufgaben suchen sollen. Der rechtliche Teil mag für Leser in Deutschland wichtig sein, mich jedoch überzeugen die vielen Ideen weit mehr. Denn aus welchen Gründen auch immer, geht bei vielen Menschen im Laufe ihres Lebens die Fähigkeit verloren, sich und die Welt kreativ zu betrachten.
Mein Fazit: Wer sein Rentnerloch nicht mit unsinniger Hyperaktivität füllen will, finden in diesem Buch viele Anregungen für befriedigendere Tätigkeiten als Glotze oder Kaffeekränzlein. Ein Investition, die sich lohnen könnte, um wenigstens im letzten Lebensabschnitt die Kunst des Geniessens zu lernen.