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Beim Angeln lacht man nicht, die Fische wären irritiert. Über Angler lacht man schon. Der Anglerwitz gehört zum Grundbestand der Witzseiten. Ob Angler darüber lachen können? Das Büchlein von Claus Beese bietet keine Angelwitze: Hier hat ein Fischfreund für andere Angler Lustiges aufgeschrieben. Vom Fischen, vom Leben und dem ganzen Drumherum.
Angler sind ja, wie die erste Geschichte von einer Hochzeitsreise klar beweist, mitunter sogar verheiratet (wir ersparen uns die Frage, wer da wen geangelt hat). Widerstreitende Interessen: Die Gattin möchte in Urlaub fahren, Leute einladen, die Wohnung einrichten, ein Kind bekommen, der Gatte hingegen möchte...angeln. Dieser Konflikt gebiert Komik.
Ohne Wasser kommt kein Angler aus. Im vorliegenden Fall handelt es sich um die komplizierten Tidengewässer Norddeutschlands. Ebbe und Flut laufen streng nach der Gezeitentafel, die Fische hingegen beißen völlig unvorhersehbar. Aus diesem Missverhältnis entsteht weitere Komik. Und Angeln ist ein einsamer Sport, der körperliche Ruhe und eine schweigsame Geduld verlangt. Angler jedoch drängt es zu gepflegter Geselligkeit und Kampftrinken. Noch ein Widerspruch, der Komik herbeizieht.
Claus Beese hat ein dankbares Thema gewählt. Und es steht zu erwarten, dass das Büchlein auch ein ebenso dankbares Publikum finden wird; die lustigen Cartoons von Ralf Schnelle tragen dazu bei. Kleine stilistische Anregung für Beeses nächsten Band (den dürfte es mit Sicherheit geben): Die Geschichten sind komisch genug, Übertreibungen bei der Wortwahl tun ihnen nicht unbedingt gut. Weniger wäre hier oft mehr. Fazit: Ein gutes Mitbringsel für gestandene Angelfreunde, Anfänger, Fischfreaks und nicht zuletzt geplagte Ehefrauen! --Michael Winteroll
Über den Autor
Claus Beese ist in Norddeutschland geboren. Bereits mit 12 Jahren legt er in Bremen seine Sportfischerprüfung ab. Kein Bach und keine Pfütze waren vor ihm sicher. Diese Begeisterung spürt man in seinen Geschichten. Er legt Wert darauf, dass der Leser weiß, dass keine seiner Figuren aus den Geschichten erfunden ist, alle haben gelebt oder leben tatsächlich.