Eigentlich steckt schon viel Schnulzenhaftes im Titel. Die Liebesgeschichte zwischen der jungen dänischen Königin Mathilde und dem deutschen Arzt und Revolutionär Struensee hat auch viel von einem schwülstigen Kitsch-Roman.Wenig Historisches erfährt der Leser. Der Mann, der hinter den Kulissen des dänischen Königshofes die Fäden zieht und später auch die Regierungsgeschäfte führt, Guldberg, wird überhaupt nicht erwähnt. Seinem Einfluss erliegt die dem Pietismus zugewandte Königinmutter und sie und Guldberg sind es schließlich auch die die revolutionären Ideen stoppen und Struensee aufs Schafott bringen. Dem Roman fehlen die Zwischentöne - die Autorin polarisiert und malt zuviel schwarz-weiß, gut-schlecht, schön-hässlich. Schwülstig und sehr vereinfacht wird die Liebesgeschichte zwischen den beiden unterschiedlichen Partner dargestellt.
Das einzig positive, das man von diesem Roman vielleicht mitnimmt, ist das Bild der in England geborenen Königin, die als 15jährige Braut an den kleinbürgerlichen dänischen Hof kommt. Auf grund ihrer Bildung, das einzige, was sie ihrer Meinung nach vorzuweisen hat, versucht sie kleine Veränderungen vorzunehmen.
Welch ein Unterschied zu dem Roman von Per Olov Enquiest, der dieselbe Geschichte verarbeitet - das aber ist ein Feuerwerk!