Eine durchaus verzwickte Geschichte wird hier zusammengebaut. So werden zwei Stränge miteinander verwoben, die auf den ersten Blick eigentlich nicht richtig zusammen zu passen scheinen.
Umber war vor mehr als zwei Jahrzehnten als Doktorand unterwegs, das Geheimnis der so genannten "Junius-Briefe" zu entschlüsseln. Scheinbar zufällig geschieht da ein Verbrechen, bei dem er Zeuge wurde und das dann jahrelang ungeklärt blieb. Nun wird er in der Gegenwart sowohl von dem historischen Rätsel als auch dem ungelösten Verbrechen wieder eingeholt. Bei seiner Suche nach den Verbindungen zwischen beidem und der Wahrheit stolpert er durch ein Labyrinth falscher oder richtiger Schlussfolgerungen, trifft auf zahlreiche Menschen und Stationen, die ihn mal weiterbringen, mal behindern. - Diese ganze Konstruktion ist soweit echt nicht mal schlecht ausgedacht.
ABER: leider sind Umber wie auch alle anderen Personen im Roman derart hölzern und ohne Charme und Ausstrahlung, dass sie schlicht nicht in der Lage sind, den Leser zu faszinieren. Dadurch bleibt die ganze Sache zu leblos und abstrakt. Da dann auch die Schreibweise des Autors nicht durch besondere Klasse überzeugt, bleiben halt nur gerade drei Sterne übrig.