4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Mäßiges Remake von "The Plainsman", 2. Juni 2009
"Die Unbesiegten" ("Unconquered", 1947) war der letzte von vier Filmen, die Gary Cooper unter der Regie von Cecil B. DeMille drehte, und stellt nicht gerade einen Höhepunkt in der glanzvollen Karriere des Helden dar. Vor allem der Vergleich mit "Held der Prärie" ("The Plainsman", 1936) fällt klar zugunsten des älteren Films aus, von dem "Die Unbesiegten" einen wenig überzeugenden zweiten Aufguss darstellt.
Die Geschichte ist die gleiche, nur spielt sie ein gutes Jahrhundert früher, noch vor dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg; es handelt sich also um einen "Präwestern". Wieder geht es um einen schurkischen Waffenhändler (diesmal gespielt von Howard Da Silva), der die Indianer für ihren Krieg gegen die Weißen ausrüstet, und wieder spielt Cooper den aufrechten, stoischen Helden, der als einziger den Schurken durchschaut, dessen Anschläge in letzter Sekunde zunichte macht und den Gegner schließlich zur Strecke bringt. Wieder gibt es eine ziemlich kapriziöse Frau an Coopers Seite (Paulette Goddard), die, wie Jean Arthur in "The Plainsman", den Indianern in die Hände fällt und von Cooper gerettet wird. Allerdings darf Cooper diesmal überleben, und statt mit dem Tod des Helden endet der Film diesmal mit dessen Hochzeit.
Das ist alles durchaus solide gemacht, es gibt schöne Bilder, dazu hinreichend Spannung und Action; die Besetzung ist solide (darunter Mike Mazurki als Gehilfe des Schurken und der omnipräsente Ward Bond als Coopers Freund; als indianische Frau des Waffenhändlers ist auch DeMilles Adoptivtochter Katherine dabei) und Paulette Goddard sogar ausgezeichnet. Cooper ist ebenfalls gut, kann aber nicht entfernt an seine fabelhafte Leistung in der ähnlichen, aber viel komplexeren Rolle des Wild Bill Hickock in "The Plainsman" anknüpfen. Elf Jahre später ist er diesem ungebrochenen Heldentum eigentlich längst entwachsen, wirkt ein wenig unterfordert und spielt seinen Part mit mehr Routine als Begeisterung.
Besonders unangenehm fällt in diesem Film die Darstellung der Indianer als ausnahmslos brutale, hässliche und tückische Wilde auf. Mit diesem Indianerbild steht "Die Unbesiegten" natürlich nicht allein da, es fällt aber hier besonders ins Gewicht, gerade weil die Indianer hier nicht, wie in vielen Western, einfach als gesichtslose, quasi abstrakte Bedrohung gezeigt werden, sondern in Einzelfiguren durchaus Namen, Gesicht und Stimme bekommen. Die Botschaft ist: auch wenn man die Indianer näher kennenlernt, erweisen sie sich als barbarisches Mörderpack. Da passt es genau ins Bild, dass der Häuptling Guyasuta von Hollywoods Monster Nr. 1, Boris Karloff, verkörpert wird. Dass sie die eigentlichen Besitzer des umkämpften Landes sind, geht irgendwie unter ... "Sie werden uns nie vertreiben können, weil wir unsere Freiheit zu sehr lieben", spricht Captain Holden, der von Cooper verkörperte Held - womit ganz unverhohlen die Freiheit gemeint ist, den Indianern ihr Land wegzunehmen. -
Wer sich daran nicht stört, bekommt für sein Geld immerhin einen spannenden und farbenprächtigen Abenteuerfilm. Die Bildqualität dieses frühen Farbfilms ist passabel, der Ton dagegen von Verzerrungen beeinträchtigt und nur gerade noch erträglich. Nennenswerte Extras gibt es nicht.
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5.0 von 5 Sternen
Eine äußerst interessante Epoche, 12. November 2011
Produkt: DVD (1) / Qualität OK
Die Unbesiegten (Unconquered). USA, 1947
Mit: Gary Cooper, Paulette Goddard, Howard Da Silva, Boris Karloff, Ward Bond, Henry Wilcoxon u. v. A. Regie: Cecil B. DeMille
Bild: Farbe / 4:3
Genre: Historie > Historienabenteuer.
Man muß Cecil B. DeMille lieben für die ausschweifende Üppigkeit seiner Spektakel, egal ob es sich um Bibelfilme oder andere Historien handelt.
Im Jahre 1763 stand das von weißen Siedlern erschlossene Ostgebiet der heutigen USA noch unter britischer Herrschaft. Es war die Phase, als die Franzosen bereits zurückgedrängt waren auf kanadische Gebiete. Noch gab es keine Unabhängigkeitsbestrebungen seitens der jungen Kolonien. Es war aber das Jahr, als einige Häuptlinge der östlichen Indianervölker rund um die großen Seen einen Krieg gegen die weißen Eroberer begannen, um sie in deren rücksichtsloser Expansion aufzuhalten. Die wichtigsten indianischen Führer waren Chief Pontiac von den Ottawas und Chief Guyasuta von den Senecas/Mingos. Aus diesem Grund wurde dieser Krieg der Pontiac-Krieg genannt, der schließlich im Jahre 1766 mit einer Niederlage der Indianer endete.
Da sich an dem indianischen Aufstand viele Stämme beteiligten, verzeichneten die durchwegs gut organisierten Kriegszüge Erfolge bei der Erstürmung mehrerer Forts, darunter des Forts Venango, das in dem hier vorliegenden Spielfilm behandelt wird. Weiters belagerten die Indianer 1763 Fort Pitt (heutiges Pittsburgh), wurden jedoch aufgrund eines Hilfsheeres erfolgreich in die Flucht geschlagen.
Filmhandlung:
Pennsylvania, Südwesten, rund um Fort Pitt, 1763. Ausbruch des Pontiac-Krieges.
Die Flüsse Allegheny und Monongahela treffen bei Fort Pitt zusammen und bilden den Ohio River. Hier befindet sich das Zentrum der filmischen Geschichte, die eine äußerst spannende Epoche behandelt, in welcher sich entschied, ob die weißen Siedler weiter vordringen werden in den Westen oder nicht.
Und in dieser spannenden Geschichte entfaltet Cecil B. DeMille eine farbenprächtige, kitschige und imposante Dramaturgie um den Kampf zweier unvereinbarer Gegensätze zwischen Weiß und Rot.
Gary Cooper muß sich als couragierter und mutiger Captain behaupten gegen verräterische Schurken, die den Konflikt zwischen Indianern und Weißen schüren, um sich daran zu bereichern.
Dem Regisseur gelingt es sehr gut, die historische Atmosphäre und Stimmung darzustellen, samt den bunten Militärkostümen, dramatischen Dialogen und Massenszenen. Die exotische Wildheit der zum Kampf entschlossenen Indianer wird in faszinierender Effektivität präsentiert.
Es ist im Grunde ein Monumentalfilm von 140 Minuten, bei dem man sich betrachtende Zeit zu nehmen hat, um die Handlung vom Anfang bis zum Ende auf sich wirken lassen zu können.
Es ist schön, Gary Cooper in lederner Kleidung als Waldläufer durch die tiefen Wälder zu folgen, wie er sich auf einen Baum schwingt, oder ein Kanu durch wilde Stromschnellen manövriert.
Eine sich durch die Abenteuergeschichte mitziehende Liebesromanze bekommt genauso Platz, wie auch die ausufernde Fülle von Kurzauftritten aufstrebender Filmstars wie Lex Barker oder Lloyd Bridges, was bereits oben erwähnt wurde.
Boris Karloff als Häuptling Guyasuta tritt und dreht sein stoisch mimisches Gehabe ordentlich auf.
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