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Die restlichen Brennstäbe sollte man sich für "Through My Eyes" (Powerballade zwischen "Holidays" und "No One Like You") und "This Time" aufbewahren, die restlichen Biere sind bis dahin wohl längst getrunken. Der Sound ist druckvoll und präzise, dem Trend zur Garage sind die Scorpions sicher nicht gefolgt. Klaus Meine hat sich stimmlich nicht übernommen und an Text und Musik hat mittlerweile auch Schlagzeuger James Kottak seinen Beitrag leisten können. Ein schönes, stimmiges Album, das man wohl auch ohne mittelschweren Biergenuss und verbrannte Finger genießen kann, aber so macht es eben einfach mehr Spaß für den Nostalgiker unter den Sorpions-Fans. Wir sehen uns im Stadion.
Das konnte nach dem ganzen Krampf der letzten 10 Jahre (zur Erinnerung: das mehr-oder-weniger-luschi-Album "Pure instinct", der SUPER-GAU "Eye II eye", die Verzweiflungstat "Moment of glory" sowie das je nach Standpunkt ganz nette "Accoustica") eigentlich gar nicht funktionieren.
Wenn man bedenkt, welchen Qualitätsstandard die Scorpions bis 1993 hatten - von "Lonesome crow" (1972) bis "Taken by force" (1978)immer konstante Steigerung, dann von "Lovedrive" (1979) bis "Savage amusement" (1988) der Höhepunkt (kein einziger auch nur annähernd durchschnittlicher Song !), gefolgt vom Schritt in den Mainstream mit "Crazy world" (1990) und wieder zurück mit "Face the heat" (1993) - ist es schon verwunderlich, warum sie 10 Jahre gebraucht haben, um wieder daran anschließen zu können.
Wie auch immer, mit "Unbreakable" beweissen die Scorpions, dass sie immer noch rocken können - und das überwiegend wieder richtig hart und auf dem Punkt gerichtet. Selbst die beiden Balladen "Maybe I maybe you" und "She said" haben wieder Klasse, ohne penetrant auf Radioeinsätze ausgerichtet zu sein. Ansonsten gibt's neben einem schnelleren Kracher ("Blood too hot") meistens erstklassige mid-tempo Rocker mit klasse Hooklines und coolen Soli ("Love 'em or leave 'em", "Borderline", "My city my town", "Remember the good times").
Das man also auch mit einem hart rockenden Album die Charts knacken kann - immerhin Einstieg auf Platz 4 - sollte für die Scorpions Grund genug sein, diese Marschrichtung auch auf dem nächsten Album beizubehalten. Bis dahin beide Daumen nach oben und fleißig "Unbreakable" hören.
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