Catherine und ihr geliebter Arnaud de Montsalvy sind aus Rouen entkommen. Nach einer Nacht (wenn ich richtig rechne, erst der dritten gemeinsamen überhaupt) verlässt Arnaud Catherine, um etwas Eßbares aufzutreiben, als er von den Engländern gefangengenommen und an seinen Erzfeind La Tremo(u)ille übergeben wird. Dieser, der bereits vor ihrem Tod gegen die Jungfrau von Orleans intrigiert hat, hat die Gunst der Stunde genutzt, um das Lager des französischen Königs von seinen Feinden zu "säubern" - die erklärten Anhänger Jeanne d'Arcs sind hierunter die ersten. Catherine schlägt sich zwar zu den Königlichen durch, wird aber gezwungen, die "Gastfreundschaft" des Gilles de Rais (als "Gilles de Retz" bekannt und berüchtigt) in Anspruch zu nehmen, bevor es ihr gelingt, Arnaud zu befreien und bei Jaques Coeur in Bourges Zuflucht zu suchen. Schon in ihrer Hochzeitsnacht sind Arnaud und Catherine wieder auf der Flucht, diesmal in Richtung auf die heimatliche Auvergne. Doch auch dort sind sie nicht in Sicherheit vor La Tremoilles gierigen Händen. Außerdem entdeckt Arnaud, daß ihm im Kerker La Tremoilles der Aussatz befallen hat. Ohne auf Catherines Wünsche Rücksicht zu nehmen, befiehlt er ihr, in Montsalvy zu bleiben, während er selbst wieder einmal die Flucht ergreift.
Das Motiv (vielleicht bestimmt durch die Biographie der Autorin, deren Ehemann schnell nach der Hochzeit in den Krieg nach Indochina geschickt wurde) wird sich auch in den Folgebänden wiederholen: Catherine zieht über die Landstraßen des Königreichs, auf der Suche nach Arnaud de Montsalvy, der mal diesen und mal jenen Grund geltend macht, mal wieder davonlaufen zu können. Technisch ist das zwar nicht ungeschickt umgesetzt, aber irgendwann fragt sich der geneigte Leser doch, was sie eigentlich an diesem cholerischen und teilweise auch grausamen Mann findet, und umgekehrt: ob das von seiner Seite wirklich die immer wieder vielbeschworene Liebe ist.
Der vorliegende Band hat erhebliche Längen in der ersten Hälfte. So interessant sind die Ereignisse auf der Burg von Gilles de Rais nicht, daß sie dermaßen ausführlich geschildert werden müssten. Dafür fehlt in der zweiten Hälfte der Geschichte viel Plausibilität. Handlungen und Motive der Hauptakteure sind teilweise verwirrend und schon deswegen zu oberflächlich dargestellt. Insgesamt war der erste Band atmosphärisch dichter und historisch m.E. auch sorgfältiger recherchiert. Es tröstet mich nur bedingt, daß es in den nächsten Bänden noch schlimmer kommen wird...