Ich hatte das Buch sehr schnell gelesen, aber das lag daran, dass ich politisch interessiert bin und (gelernter Banker) Ahnung habe von Buchhaltung. Außerdem bin ich begeisterter Europäer, und habe das Wort "Generaldirektion" nicht zum ersten Mal in diesem Buch gelesen. Wer diese Voraussetzungen nicht mitbringt, wird das buch wahrscheinlich fürchterlich langweilig oder spröde oder beides finden: der Autor ist halt Buchhalter, und kein Journalist.
Das ist traurig, denn was van Buitenen schreibt, ist im Grunde schon skandalös und merk-würdig, es gibt Europa-Enthusiasten wie mir auch viel zu Denken auf.
Aber er ist zu sehr vorsichtiger Beamter, das schimmert durch jede zweite Buchzeile. Seine Vorsicht drückt sich in sehr vielen Formulierungen überdeutlich aus.
Der Mann sollte sich nach Hollywood wenden! Dann könnte ein sehr schöner Streifen draus werden, mit dem Buch als Basis, und Hollywood kann dann das hinzudichten (ob das so erdichtet ist ??), was der Autor sich nicht zu spekulieren traute. Und man könnte immer noch schreiben: based on a true story, traurig aber wahr.
Eine Empfehlung für Politiker und politisch Interessierte mit Europa-Ahnung. Wem die Namen Edith Cresson und Jacques Santer (schon) nichts mehr sagen: Finger weg.