Ein Solo-Abenteuer?
Zunächst hat mich das ja gar nicht angemacht. Mich alleine hinsetzen und ein Brettspiel spielen? Hab ich bei Vor den Toren von Loyang einmal gemacht, zu Lernzwecken. Hat funktioniert, Spass gemacht hat es nicht. Herr der Ringe: Das Kartenspiel? Auch Solo möglich, aber mit nur einem Deck nicht spielbar, und wenn ich es mit zwei Sphären spiele simuliere ich ja eigentlich nur zwei Spieler, das ist auch nicht so das wahre.
Bisher war meine Einstellung eigentlich immer das ich gerne Gesellschaftsspiele spiele, wenn ich zu zweit oder mehr bin, aber sobald ich nur alleine bin, werde ich sicher keine Solovarianten von irgendwelchen Spielen spielen. Auch wenn ich sonst immer jedes Gesellschaftsspiel einem Konsolen oder PC Spiel vorziehe, würde ich mich alleine doch immer lieber an selbiges setzen. 1 = PC / Konsole Viele = Gesellschaftsspiel.
So bisher meine Devise.
Doch kann Friedemann Friese (Gott würde Markus diesen Reim lieben, er selbst hat einst einen wunderschönen Friedemann Friese Reim gedichtet).
Tatsächlich sind Friese-Spiele in zweischneidiges Schwert. Entweder Top (wie z.B. Funkenschlag oder Friesemantenten) oder eher ein Flop (zumindest für mich persönlich) (wie z.b. Schwarzer Freitag, Fabrikmanager). Famiglia hat mich anfangs maßlos enttäuscht, aber wenn man das Spiel ein paar mal gespielt hat ist es ganz okay (auch wenn es in meiner Sammlung keinen Zweispielerslot besetzen könnte)).
Ich schreibe dies, weil es vielleicht mehreren Leuten so gehen wird und möchte gleich vorweg nehmen: Freitag ist eindeutig auf der Gewinnerseite.
Was ist Freitag?
Im Grunde könnte man es als kooperatives Solodeckbauspiel bezeichen. Kooperativ bei einem Solospiel? Natürlich spielt man mit niemanden zusammen, aber das Szenario ist das glecihe wie in den meisten Koopspielen. Es gibt ein Ziel das man erreichen muss, und abhängig vom Spielverlauf kann schon vor erreichen der finalen Spielphase aus dem Spiel ausscheiden und verlieren. Eben so wie in vielen Koopspielen muss man verschiedene Phasen durchstehen um dann im großen Finale die letzte Prüfung zu bestehen..
Spielablauf
In Freitag sind dieses sprichwörtlich Gefahren. Der Spieler muss sich durch ein Deck von Gefahren kämpfen. In jedem Zug deckt man zwei Karten vom Gefahrenstapel auf, entscheidet welche man bekämpfen will und kämpft dann gegen die Gefahr. Dabei gibt es drei verschiedene Stufen, grün, gelb und rot. Diese Farben findet man auch auf den Kartne wieder. Spielt man den Stapel das erste Mal durch, stell man sich denen grünen Gefahren. Sobald der Gefahrenstapel einmal durchgespielt wurde, werden die abgelegten Karten gemischt und man stellt sich den gefährlicheren gelben Gefahren. Hat man den Stapel nochmal durchgespielt wird wieder gemischt und man stellt sich den roten Gefahren. Hat man auch diese überstanden muss man schließlich noch zwei Piratenschiffe bekämpfen und hat das Spiel anschließend gewonnen.
Wie bekämpft man die Gefahren?
Zu beginn hat man ein Deck aus 18 Robinson-Karten, mit dem man kämpft. Dieses wird gemischt und verdeckt abgelegt. Eine Gefahr gibt immer an, wieviele Karten man von diesem Robisonstapel ziehen darf und auf welchen Wert man kommen muss. Eine Gefahr kann mir z.B. erla
uben zwei Karten zu ziehen und damit auf einen Wert von 3 zu kommen. Die Anfangskarten haben Werte von -1, 0, 1 und 2. Schafft man es die Gefahr zu besiegen, werden alle Karten auf den Ablagestapel gelegt, inklusive der Gefahrenkarte. Konnte man eine Gefahr nicht besiegen, verliert man so viele Lebenspunkte wie einem Punkte gefehlt haben um die Gefahr zu besiegen.
Müsste man z.B. auf einen Wert von 3 kommen wie im Beispiel oben, landet aber nur bei -1, weil man eine 0 und eine -1 gezogen hat, würde man vier Lebenspunkte verlieren.
Lebenspunkte
Derer hat man zu Spielbeginn 20. Und es ist durchaus beabsichtigt das man gerade in der erste Runde viele Lebenspunkte verliert. Denn immer wenn man eine Gefahr nicht schafft, darf man die benutzten Karten aus dem Spiel nehmen und so zwar so viele Karten wie man Lebenspunkte abgeben musste. Somit kann man sein Deck optimieren und entschlacken.
Tollpatschkarten
Allerdings möchte man dies auch nicht zu oft machen. Jedesmal wenn man das Robinsondeck durchgespielt hat und neu mischen muss wird eine Tollpatschkarte mit eingemischt Diese können sowohl sehr schlechte Werte als auch sehr negative Eigenschaften haben (etwa den Wert der höchsten Karte = null setzen). Diese Mechanismus gefällt mir ziemlich gut und sorgt auf jeden Fall dafür dass das Spiel durchweg knackig bleibt.
Robinson ein Borderliner?
Wenn man eine Gefahr nicht bestanden hat kann man noch zusätzliche Lebenspunkte abgeben. Für jeden abgegebenen Lebenspunkt kann man eine Karte nachziehen. Das ist manchmal sinnvoller als an einer Gefahr zu scheitern.
Gefahrenkarten - ein zweischneidiges Schwert
Ich erwwähnte ja eben, das man die Gefahrenkarten auf seinen Ablagestpale legt. Diese Karten haben zwei Hälften. Wenn man sie um 180 Grad dreht, werden sie zu einer Robinsonkarte, so das man diese dann in seinem Deck zu seinen Gunsten nutzen kann. Sie können sehr hohe Werte von bis zu +4 haben, so das dies auf jeden Fall lohnenswert ist, und auch nötig um die gelben und roten Gefahren zu besiegen. Je mehr Gefahren ich bestehe, desto besser wird mein Deck und desto höher meine Erfolgsaussichten, wobei man auch immer darauf achten sollte, schlechte oder mittelmäßige Karten auszusortieren
Karteneffekte
Viele Karten haben Effekte, die man nutzen kann wenn diese Karte im Spiel ist. Z.b. Lebenspunkte wieder zu bekommen, oder auch Karten nachzuziehen. Diese beiden Optionen kann man übrigens hervorragend kombinieren in dem man die zusätzlichen Lebenspunkte ausgibt, um Karten nachzuziehen.Gerade im späteren Spielverlauf sollte man von dieser Option regen Gebrauch machen. Andere Effekte erlauben es, eine Karte in der Auslage zu zerstören. Sehr gut um Tollpatschkarten aus dem Spiel zu nehmen, denn für diese muss man beim normalen Entsorgen zwei Lebenspunkte opfern. Andere Möglichkeiten sind z.B. das Verdoppeln eines Kartenwertes oder das Kopieren eines bereits benutzen Karteneffekts. Man kann auch Karten austauschen (also eine bereits gespielte und benutze Karte gegen eine neue vom Nachziehstapel austauschen), Karten die man nachziehen dürfte sortieren oder aber auch die Stufe einer Gefahr um eins senken (so kann aus einer roten Gefahr eine gelbe und damit schaffbare Gefahr werden).
Cleveres Kombinieren erforderlich
Es ist also nicht nur wichtig darauf zu achten, das man Karten mit hohen Effekten in sein Deck bekommt, auch Karten mit nützlichen Karteneffekten werden benötigt. Zusätzliche Lebenspunkte sind Gold wert, ebenso wie das Kartennachziehen, oder das zerstören von Karten. Eigentlich können alle Effekte sehr wirkungsvoll sein, so das man hier auf jeden Fall bei der Auswahl der Gefahr der man sich stellt (man darf sich ja immer eine von zwei Gefahren aussuchen, der man sich stellen möchte) darauf zu achten Effekte zu nehmen, die im Deck noch fehlen.
Macht das ganze Spass?
Kurze Antwort ist: Ja. Definitiv. Es ist vor allen Dingen nicht einfach. Spielt man einfach drauf los wird man nur verlieren und nicht über die gelbe Stufe hinauskommen. Man muss sich schon einen Plan zurechtlegen und die richtigen Entscheidungen treffen. Man wird oft scheitern und daher kommt der Reiz. Man weiß, dass das Abenteuer schaffbar ist und man will es schaffen. Und man wird sich dabei ertappen es wieder und wieder und wieder zu versuchen, bis es endlich mal klappt. Und wenn es klappt ist es ein ziemliches Erfolgserlebnis. Dann packt man es auch gerne mal weg.
Wie hoch ist der Wiederspielwert?
Aber irgendwie holt man es dann auch gerne mal wieder raus, um es erneut zu probieren. Es gibt mehrere Piratenkarten, von denen man immer nur zwei pro Spiel auswählt, so das jede Partie ein neues finale hat. Preisleistungsmäßig würde ich sagen, das der Wiederspielwert des Spieles sehr hoch ist, gerade weil der Spielreiz sehr hoch ist. 25 Minuten soll eine Partie dauern, und das kommt auch sehr gut hin. Ich habe schon einige Partien gespielt (und war wie eingangs gesagt Solospielen bis dato sehr abgeneigt), aber gerade die kurze Spieldauer spricht für Freitag. Es gibt ja auch diverse Solowargames, diese benötigen aber immer Stunden um gespielt zu werden. D-Day Dice ist ja auch eher in kürzerer Vertreter des Genres, hat mir in der P'n'P Version allerdings nicht ganz so viel Spass gemacht. Vielleicht sieht das ja in der offiziellen Verkaufsverson anders aus.
Gefällt einem das Spiel dürfte es sich nicht so wirklich schnell abnutzen, gerade da es in dieser Richtung noch wenig gute Spiele gibt (zumindest kenne ich sie nicht)
Aber mal ehrlich? Sich alleine hinsetzen und spielen?
Man sollte sich nun in der Tat mit Freitag nicht in seinen Spielekeller setzen um dann alleine an seinem Spieletisch zu hocken und einsam und allein Freitag zu zocken. Wobei man das durchaus machen kann wenn man gefallen daran hat. Für mich ist es eher etwas, was man Abends, wenn man nichts zu tun hat und eh nur alleine zu Hause rumgammelt gut beim Fernsehen spielen kann. Da kommt meistens eh nichts interessantes, und wenn man eine Partie Freitag zockt, gerät das Fernsehprogramm auch oftmals in den Hintergrund.
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